31.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Der Arbeitsmarkt im März 2021

Nach einem Jahr Corona: Arbeitsmarkt robuster als erwartet

  • 271.534 Arbeitslose im März
  • Quote sinkt auf 4,3 Prozent
  • Jugendarbeitslosigkeit sinkt auf 3,4 Prozent

Nach einem Jahr Pandemie zeigt sich der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg robuster als nach den wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten war. Die Arbeitslosigkeit hat sich nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 auf einem höheren Niveau eingependelt. Die Folgen des aktuellen Lockdowns sind noch nicht auf dem Arbeitsmarkt angekommen: die Zahl der Arbeitslosen ist bisher nicht weiter gestiegen. Einzelne Branchen und Personengruppen sind jedoch unterschiedlich stark betroffen.

Im März waren in Baden-Württemberg 271.534 Menschen arbeitslos gemeldet, 8.401 Personen weniger als im Februar 2021. Wenn man Saisoneinflüsse ausblendet, dann hat sich die Arbeitslosigkeit nur geringfügig um 2.000 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im März noch ohne Coronaeinflüsse bei 3,4 Prozent. 
Einen Rückgang gegenüber Februar gibt es allerdings nur in der Arbeitslosenversicherung: In den Agenturen für Arbeit waren 10.286 weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat. In der Grundsicherung stiegen die Arbeitslosenzahlen dagegen weiter an: Die Jobcenter verzeichneten im März 1.885 mehr Arbeitslose. 145.078 Menschen (53,4 Prozent) werden von den Agenturen für Arbeit betreut, 126.456 (46,6 Prozent) von den Jobcentern. Diese Entwicklung zeigt, dass mit zunehmender Dauer der Corona-Einschränkungen mehr Arbeitslose als in der Vergangenheit nach Auslaufen der Bezugsdauer für Arbeitslosengeld I in die Grundsicherung überwechseln müssen.
Die Jugendarbeitslosigkeit sank um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf 3,4 Prozent. Im März 2020 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 2,7 Prozent.
Im März 2021 waren ein Drittel (82.296) der Personen länger als zwölf Monate arbeitslos. Im März des Vorjahres lag deren Zahl bei rund 50.800. 
Bei der Kurzarbeit sind einzelne Branchen sehr stark betroffen: Hotel, Gastronomie und Einzelhandel zeigen nach wie vor Kurzarbeit an, um dadurch ihre Beschäftigten halten zu können. 
Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Der baden-württembergische Arbeitsmarkt zeigt sich nach einem Jahr Corona relativ robust. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist weniger dramatisch ausgefallen als nach wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten gewesen wäre. Für Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, Ältere oder Schwerbehinderte wird es jedoch schwieriger, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Hier ist es wichtig, dass diese Menschen nicht abgehängt werden. Dies ist auch aus wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Perspektive sinnvoll: Es ist wichtig, an die Zeit nach der Pandemie zu denken und in Weiterbildung und Qualifizierung zu investieren. Unser Land braucht Fachkräfte.“

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Seit März 2020 haben rund 168.109 Betriebe im Land Kurzarbeit angezeigt. Die Zahl der Beschäftigten, für welche die baden-württembergischen Betriebe seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt haben, beläuft sich auf 2.539.457. 
Die Monate mit den meisten angezeigten Personen in Kurzarbeit waren März bis Mai 2020. Von November 2020 bis Januar 2021 stieg die Zahl der angezeigten Personen in Kurzarbeit auf zuletzt 115.239. Im Februar 2021 waren es dagegen noch 65.509, im März 2021 waren es 39.712 angezeigte Personen in Kurzarbeit. 
Bei der Bewertung ist wichtig, dass die Zahlen der Anzeige einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen abbilden, jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aussagen. Dazu sind Aussagen erst möglich, sobald die Abrechnungsanträge bearbeitet sind. Hochrechnungen für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Landesebene für den Monat Dezember 2020 zeigen, dass 50.248 Betriebe beziehungsweise 386.877 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen haben. Der Anteil der Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Baden-Württemberg lag damit im Dezember bei 8,1 Prozent.