20.04.2021 | Presseinfo Nr. 14

Pressemitteilung zum Girls‘ und Boys’ Day am 22. April 2021

Mädchen- und Jungenzukunftstag 2021 -  Berufsorientierung jenseits von Geschlechterklischees

Am 22. April 2021 findet der diesjährige Girls‘ Day und Boys‘ Day statt. An dem bundesweiten Zukunftstag beteiligen sich eine Vielzahl von Unternehmen, Hochschulen, Schulen, und Institutionen mit eigenen Angeboten. Auch in Baden-Württemberg gibt es viele Veranstaltungen - in diesem Jahr vor allem digital. 
Die Angebote ermöglichen es Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 auf abwechslungsreiche und adressatengerechte Weise, Berufsbilder jenseits von männlich-weiblichen Zuschreibungen kennenzulernen. Der Aktionstag steht für Vielfalt und Chancengleichheit.
 

Welcher Beruf passt zu meinen Interessen? Was liegt mir und was kann ich gut? Bei ihrer Berufswahl konzentrieren sich Mädchen und Jungen nach wie vor auf geschlechtertypische Berufe. Sie folgen dabei weit verbreiteten gesellschaftlichen Klischees und Zuschreibungen vermeintlich typischer Frauen- und Männerberufen. Berufe jenseits dieser geschlechterstereotypen Denkweise werden von klein auf nur selten als Möglichkeiten in Betracht gezogen. 
So entscheiden sich Mädchen bei ihrer Berufswahl meist für klassische „Frauenberufe“. Unter den 10 beliebtesten Ausbildungsberufen bei weiblichen Jugendlichen findet sich keiner aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Ähnlich sieht es bei ihren männlichen Altersgenossen aus:  Mehr als die Hälfte aller männlichen Jugendlichen entscheidet sich für einen von zwanzig jungentypischen Ausbildungsberufen. Unter diesen ist keiner aus dem sozialen, pflegerischen oder erzieherischen Bereich.   
Die Aktionen zum Girls‘ und Boys‘ Day wollen diesen Blickwinkel weiten und andere, neue berufliche Perspektiven zeigen. 

Der Mädchen-Zukunftstag Girls‘ Day – Berufsorientierungstag für MINT-Berufe
MINT steht für M wie Mathe, I wie Informatik, N wie Naturwissenschaft und T wie Technik. 
Hinter der Abkürzung MINT verbergen sich eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Tätigkeitsfelder und zukunftsträchtiger Berufe mit hervorragenden Karrierechancen: von der Elektronikerin, Mechanikerin oder Handwerkerin über die Fachinformatikerin bis hin zur Umwelttechnikerin oder Packmitteltechnologin. 

Am Mädchen-Zukunftstag bieten eine Vielzahl von Veranstaltungen Schülerinnen Einblicke in den facettenreichen MINT-Bereich. Sie können in die Berufspraxis schnuppern, Fragen an Role Models stellen und deren Erfahrungsberichten zuhören. Und das alles gemütlich vom Sofa oder einer Parkbank aus. Denn das ist der Vorteil digitaler Veranstaltungen: Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich für jenes Angebot zu entscheiden, das sie am meisten interessiert. Unabhängig davon wo sie selbst wohnen und die Veranstaltungseinrichtungen ihren Sitz haben. 

Der Jungen-Zukunftstag Boys‘ Day – Berufsorientierungstag für soziale Berufe
Jungen können am 22.April in die Welt der SAHGE-Berufe oder andere für Männer untypische Berufe wie Friseur oder den Kaufmann für Büromanagement reinschnuppern. 
SAGHE steht für S wie Soziale Arbeit, H wie Hauswirtschaft, G wie Gesundheit und E wie Erziehung. Männliche Fachkräfte und Bezugspersonen sind in diesen Berufen sehr willkommen. 
Die SAGHE Berufe bieten sichere Jobaussichten und die Möglichkeit in Laufe des Berufslebens in unterschiedlichen Bereichen anspruchsvolle und vielfältige Tätigkeiten auszuüben: So werden beispielsweise Erzieher nicht nur für die Arbeit mit Kindern ausgebildet. Sie können auch mit Jugendlichen, Erwachsenen oder behinderten Menschen jeglichen Alters arbeiten. Auch im Bereich der Pflege hat sich durch die 2020 eingeführte generalistische Pflegeausbildung einiges getan. Sie vereint die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Der Abschluss als Pflegefachmann bietet Absolventen also die Flexibilität in unterschiedlichen Bereichen der Pflege zu arbeiten.

Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Sowohl im MINT- als auch im SAGHE-Bereich ist der Bedarf an Fachkräften groß. Und er wird künftig weiter zunehmen. Die Altersstruktur der aktuell Beschäftigten und die schnell voranschreitende Digitalisierung sind beispielhafte Gründe für den wachsenden Bedarf an Nachwuchsfachkräften. Beide Bereiche bieten eine sichere berufliche Zukunft mit guten Entwicklungsmöglichkeiten.“ 
Rauch fährt fort: „Wir wollen Mädchen und Jungen dabei unterstützen, ihre Berufswahl ihren Talenten und Interessen entsprechend, zukunftssicher und frei von Rollenklischees zu machen. Die Veranstaltungen am Girls und Boys‘ Day liefern dazu einen tollen Beitrag.“

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist Schirmherrin des Girls und Boys Day 2021 in Baden-Württemberg. Sie besucht am 22. April einen Online-Workshop der Universität Stuttgart.  Im Workshop „Aus Idee mach Ding: 3D-Modelle entwerfen und drucken“ gestalten Schülerinnen der Klassenstufe 5 - 7 zusammen mit zwei weiblichen Profis des didaktischen Makerspace der Universität Stuttgart „MakEd_digital“ Schlüsselanhänger als 3D-Modell.  

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Beim Girls’ Day und Boys’ Day erleben Mädchen und Jungen die Vielfalt und Chancen von Berufen und Studienfächern abseits herkömmlicher Geschlechterstereotype und können neue Talente und Interessen entdecken. Ich freue mich, den Zukunftstag für eine klischeefreie Berufs- und Studienwahl in Baden-Württemberg in diesem Jahr als Schirmherrin zu unterstützen. Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und den Klimawandel machen deutlich: Wir brauchen mehr MINT-Talente im Land, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten – sei es bei der Erforschung alternativer Antriebe oder in der Impfstoffentwicklung. Mehr Mädchen für MINT-Fächern zu begeistern ist mir daher ein besonderes Anliegen.“

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha besucht in diesem Jahr beim digitalen Boys‘ Day die Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Klinikums Stuttgart. Hier gewinnen Jungen Einblicke in den Ausbildungsverlauf eines Krankenpflegers. Sie erfahren, was an diesem Beruf attraktiv, herausfordernd und vielfältig ist, welche Aufstiegschancen es gibt – und warum es hier unbedingt auch Männer braucht.
 
„Bei der Berufswahl entscheiden sich Jungen häufig noch immer für Berufe, die angeblich traditionell von Männern gewählt werden, und Mädchen oft für vermeintliche „Frauen-Berufe“. Dies müssen wir endlich hinter uns lassen, denn typische Frauen- oder Männerberufe gibt es nicht. Der Girls' und Boys' Day bietet jedes Jahr einen hervorragenden Anlass für junge Menschen, altbackene Rollenbilder zu überwinden und spannende Berufsperspektiven zu entdecken“, sagt Sozial-und Integrationsminister Manne Lucha, der selbst eine Ausbildung als Krankenpfleger absolviert hat.

Schon seit Jahren gibt es in Baden-Württemberg einen Lenkungskreis, der sich den beiden Zukunftstagen widmet, diese bewirbt und für deren Qualität sorgt. Ihm gehören unter anderem Ministerien, Kammern und Verbände an. Seit 2017 übernimmt rollierend eines der im Lenkungskreis vertretenen Ministerien die Schirmherrschaft. In diesem Jahr ist Frau Ministerin Theresia Bauer die Schirmherrin.
Die landesweite Koordinierung und damit die operative Durchführung (Hotline, Information der Schulen, Hilfestellung bei Problemen etc.) liegt bei der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.