01.06.2021 | Presseinfo Nr. 21

Der Arbeitsmarkt im Mai 2021

Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg 

  • 255.515 Arbeitslose im Mai
  • Quote sinkt auf 4,0 Prozent
  • Jugendarbeitslosigkeit sinkt auf 3,0 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist im Mai 2021 gegenüber April 2021 weiter gesunken. Betriebe und Unternehmen waren wieder verstärkt auf der Suche nach Arbeitskräften. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den Jobcentern nahm weiterhin leicht zu.

Im Mai 2021 waren in Baden-Württemberg 255.515 Menschen arbeitslos gemeldet, 9.746 Personen weniger als im April 2021. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Im Mai 2020 lag diese bei 4,3 Prozent. 
Einen Rückgang gegenüber April gab es in diesem Monat sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung: In den Agenturen für Arbeit waren 8.764 weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Jobcenter verzeichneten 982 weniger Arbeitslose als im April 2021. Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung um 3,8 Prozent abnahm (671 Personen weniger), stieg diese in der Grundsicherung um 0,8 Prozent weiter an (551 Personen mehr).127.300 Menschen (49,8 Prozent) wurden von den Agenturen für Arbeit betreut, 128.215 (50,2 Prozent) von den Jobcentern. 

Die Jugendarbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent.  Es waren 1.722 (7,8 Prozent) weniger junge Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit als im Vormonat. Im Mai 2020 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 3,8 Prozent. 

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt
Im Mai 2021 wurden den baden-württembergischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 23.596 Stellen gemeldet, das waren 3.051 mehr Stellen als im April 2021. Der Stellenbestand stieg seit Januar 2021 kontinuierlich an und war im Mai 2021 fast wieder so hoch wie im März 2020, also vor Beginn der Auswirkungen der Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt: Insgesamt befanden sich aktuell 80.621 Arbeitsstellen im Stellenpool, 11.817 (plus 17,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Allerdings ist die Zahl der neu gemeldeten Stellen seit Jahresbeginn deutlich niedriger als 2019.
Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Der Rückgang der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat ist im Mai 2021 auffallend stark. Die Arbeitslosigkeit liegt jetzt auch wieder unter dem Vorjahres-Niveau im Mai 2020. Das ist eine gute Entwicklung in die richtige Richtung – der beginnende Abbau der Corona-Arbeitslosigkeit am Baden-Württembergischen Arbeitsmarkt ist klar zu erkennen“.

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Seit Jahresbeginn 2020 bis Mai 2021 haben rund 172.404 Betriebe im Land Kurzarbeit angezeigt. Die Zahl der Beschäftigten, für die die baden-württembergischen Betriebe im selben Zeitraum Kurzarbeit angezeigt haben, beläuft sich auf 2.611.167. Die Monate mit den meisten angezeigten Personen in Kurzarbeit waren die Monate März bis Mai 2020. Die Jahressumme 2020 belief sich auf 2.339.657 angezeigte Personen in Kurzarbeit.  
Bei der Bewertung ist wichtig, dass die Zahlen der Anzeige einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen abbilden, jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aussagen. Dazu sind Aussagen erst möglich, sobald die Abrechnungsanträge bearbeitet sind. Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegen momentan bis November 2020 vor. Für die Monate Dezember 2020 bis Februar 2021 geben Hochrechnungen Auskunft.  
Die Realisierte Kurzarbeit ist seit dem zweiten Lockdown im Herbst 2020 kontinuierlich angestiegen. So waren im Oktober 2020 35.424 Betriebe mit insgesamt 349.241 Beschäftigten in Kurzarbeit. Die Hochrechnungen für Februar 2021 zeigen, dass 59.935 Betriebe beziehungsweise 472.054 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen haben. Der Anteil der Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Baden-Württemberg lag damit im Februar bei 9,9 Prozent.
Christian Rauch resümiert: „Es zeigt sich, dass die Kurzarbeit auch im zweiten Lockdown viele Arbeitsplätze erhalten und die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit geschützt hat:“
Die Monate mit den höchsten Werten realisierter Kurzarbeit waren die Monate April und Mai des vergangenen Jahres: Damals waren es im April 2020 83.344 und im Mai 76.243 Betriebe sowie 985.583 (April 2020) und 987.624 (Mai 2020) kurzarbeitende Beschäftigte.