29.07.2021 | Presseinfo Nr. 25

Der Arbeitsmarkt im Juli 2021

Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs

  • 241.892 Arbeitslose im Juli
  • Quote sinkt auf 3,8 Prozent
  • Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 2,9 Prozent

Die Arbeitslosigkeit insgesamt ist weiter gesunken. Die Zahl der arbeitslosen jungen Erwachsenen unter 25 Jahren stieg jedoch in diesem Monat leicht an. Der Stellenbestand stieg seit Jahresbeginn kontinuierlich an und ist der höchste seit November 2019.

Im Juli 2021 waren in Baden-Württemberg 241.892 Menschen arbeitslos gemeldet, 4.595 Personen weniger als im Juni 2021. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Im Juli 2020 lag diese bei 4,4 Prozent. In den Vorjahren war von Juni auf Juli immer ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Dieser saisonunübliche Rückgang begründet sich zum einen durch einen Corona-Nachholeffekt, ausgelöst durch die Lockerungen der Pandemiepolitik, und zum anderen dadurch, dass viele arbeitslos gemeldete Personen an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben.

Einen Rückgang gegenüber Juni gab es diesem Monat in der Arbeitslosenversicherung und auch in der Grundsicherung: In den Agenturen für Arbeit waren 117.142 arbeitslos gemeldet und damit fast 2.000 weniger Menschen als im Vormonat. In den Jobcentern waren 124.750 Menschen arbeitslos gemeldet und damit über 2.600 weniger als im Monat zuvor. 
Sowohl in den Arbeitsagenturen als auch in den Jobcentern ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 2 Prozent respektive 1,3 Prozent leicht zurückgegangen.
Trotz dieses positiven Zeichens ist und bleibt der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit die große Herausforderung am Arbeitsmarkt: 34,8 Prozent der Arbeitslosen in Baden-Württemberg (84.100 Personen) sind aktuell ein Jahr und länger ohne Job. Dies sind 36,1 Prozent und somit 22.291 Menschen mehr als vor einem Jahr. 

Jugendarbeitslosigkeit steigt saisonüblich
Die Arbeitslosigkeit bei jungen Erwachsenen hat gegenüber dem Vormonat leicht zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Jugendlichen jedoch stärker vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert als alle arbeitslos gemeldeten Menschen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist üblich für die Jahreszeit, da viele Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen vor der Sommerzeit enden. Die Jugendarbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Es waren 1.486 (7,9 Prozent) mehr junge Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit als im Vormonat. Im Juli 2020 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 4,0 Prozent. 

Wieder mehr Stellen im BA-Stellenpool
Im Juli hatten die Unternehmen den Arbeitsagenturen deutlich mehr offene Stellen gemeldet als im Vormonat und im Vorjahr: So wurden den baden-württembergischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 27.866 Stellen gemeldet. Das waren über 5.000 Stellen mehr als im Juni 2021 und 10.246 mehr als im Juli 2020.
Auch der Stellenbestand stieg seit Januar 2021 kontinuierlich an und war im Juni 2021 der höchste seit November 2019. Insgesamt waren im Juli 2021 94.414 offene Arbeitsstellen gemeldet, 27.691 (41,9 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
Viele Unternehmen und Betriebe in Baden-Württemberg sind weiterhin auf der Suche nach Nachwuchs: Im Juli waren noch über 28.000 Ausbildungsstellen verteilt auf alle Wirtschaftszweige unbesetzt.

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, betont: „Passend zum Ferienbeginn, der für viele auch das Ende ihres letzten Schuljahres ist, nochmal der Hinweis: Es gibt noch freie Ausbildungsplätze für diesen September! Für all‘ diejenigen, die noch auf der Suche sind - eine Bewerbung lohnt sich auch jetzt noch! Und die Berufsberaterinnen und -berater Eurer Arbeitsagentur unterstützen Euch dabei, herauszubekommen, welche Ausbildung zu Euch passt, bei der Stellensuche oder bei der Bewerbung.“ 

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit ist seit Jahresbeginn weiter gesunken. Im Juli zeigten in Baden-Württemberg 436 Betriebe für 9.012 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das ist deutlich weniger als zu Jahresbeginn. Bei den Anzeigen auf Kurzarbeit sind auch Folgeanzeigen von Unternehmen aufgrund der Unterbrechungen von Lieferketten dabei. Die tatsächlich geleistete Kurzarbeit kann aufgrund der statistischen Erfassungslogik bis Januar 2021 ausgewiesen werden, alle Zahlen zu jüngeren Monaten in diesem Jahr sind vorläufige Werte beziehungsweise Hochrechnungen. Im April 2021 haben demnach in Baden-Württemberg hochgerechnet 358.719 Beschäftigte kurzgearbeitet. Die Kurzarbeiterquote - der Anteil der Kurzarbeiter an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - betrug 7,5 Prozent.