04.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Was ist 2021 neu? – Ein Überblick

Neben den Neuregelungen beim Kurzarbeitergeld gibt es in diesem Jahr weitere gesetzliche Änderungen in den Bereichen der Sozialversicherung und der Arbeitsmarktpolitik. Ein Überblick:
 

  1. Qualifizierung während Kurzarbeitergeld
    In einer Kurzarbeitsphase lässt sich die ausfallende Arbeitszeit durch Qualifizierung Beschäftigter sinnvoll nutzen. Bei einer Mitarbeiterqualifizierung während der Ausfallzeit, können die Sozialversicherungsbeiträge zu 50 Prozent erstattet werden.
    Unter bestimmten Voraussetzungen können Betriebe auch die Lehrgangskosten in vier Pauschalvarianten erstattet werden, deren Höhe von der Betriebsgröße abhängt:
    - für Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigte zu 100 Prozent,
    - mit 10 bis 249 Beschäftigten zu 50 Prozent,
    - mit 250 und weniger als 2.500 Beschäftigten zu 25 Prozent und
    - für Betriebe mit 2.500 oder mehr Beschäftigten zu 15 Prozent
    Die im neuen § 106a Drittes Buch Sozialgesetzbuch geregelten Erstattungsmöglichkeiten sind befristet bis zum 31. Juli 2023.

  2. Weiterbildung Beschäftigter: Sammelantragsverfahren erleichtert Antrag
    Ab Januar können Unternehmen und Betriebe für mehrere Beschäftigte auf einmal eine Förderung der beruflichen Weiterbildung beantragen. Die Förderleistungen werden als eine Gesamtleistung bewilligt.
    Für Betriebe, die bei der Planung und Umsetzung betrieblicher Weiterbildung Unterstützung wünschen, bietet der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit umfassende Beratung und Unterstützung.   
    Weitere Informationen finden Sie im Mediendienst der Bundesagentur für Arbeit.

  3. Verlängerung der Weiterbildungsprämie
    Die Weiterbildungsprämie für erfolgreiche Zwischen- und Abschlussprüfungen wird bei Eintritt in eine berufsabschlussbezogene Weiterbildung auch weiterhin – bis 31. Dezember 2023 – gezahlt.

  4. Änderungen beim Arbeitslosengeld I
    Wenn die Arbeitszeit und das Arbeitsentgelt zuletzt aufgrund einer Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, z. B. einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung, vermindert waren, gilt eine befristete Sonderregelung zur Bemessung des Arbeitslosengeldes. Beschäftigte, die ihre Arbeit verlieren, haben damit bei Beschäftigungssicherungsvereinbarungen, die ab dem 01. März 2020 geschlossen oder wirksam geworden sind, keine Nachteile bei der Höhe des Arbeitslosengeldes zu befürchten:
    Im Fall der Arbeitslosigkeit wird für Beschäftigungszeiten bis Ende des Jahres 2022 bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes das Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, das ohne die Beschäftigungssicherungsvereinbarung erzielt worden wäre.

  5. Änderungen bei der Grundsicherung
    Wer auf staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld angewiesen ist, bekommt ab Januar 2021 mehr Geld. Die sogenannten Regelbedarfsstufen mit den entsprechenden Regelsätzen sind zu finden unter:
     Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitslosengeld II

  6. Assistierte Ausbildung
    Die Assistierte Ausbildung (AsA) verfolgt das Ziel, bereits im Vorfeld einer Ausbildung die Chancen für Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit schlechten Abschlüssen zu erhöhen und sie während der betrieblichen Berufsausbildung oder Einstiegsqualifizierung zu unterstützen. Das Gesetz ermöglicht zudem ausbildungsbegleitende Unterstützung für Grenzgänger, die in einem Betrieb in Deutschland ausgebildet werden.
    Die Assistierte Ausbildung besteht aus zwei Phasen:
    In der ersten optionalen Phase wird die Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung vorbereitet und die Ausbildungsaufnahme unterstützt.
    In der zweiten begleitenden Phase ist eine Förderung mit folgenden Inhalten möglich:
    - Unterstützung der Teilnehmenden und der Betriebe während der betrieblichen Berufsausbildung oder einer Einstiegsqualifizierung
    - Vorbereitung des anschließenden Übergangs in versicherungspflichtige Beschäftigung,
    - Unterstützung bei der Begründung/Stabilisierung eines Arbeitsverhältnisses im Anschluss einer mit der AsA unterstützten und abgeschlossenen Berufsausbildung.

  7. Steigerung des Kindergeldes
    Ab Januar erfolgt die höchste Steigerung des Kindergeldes seit 2010.
    Das Kindergeld wird ab Januar 2021 um monatlich 15 Euro je Kind erhöht. Somit werden künftig für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro Kindergeld pro Monat gezahlt, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind jeweils 250 Euro pro Monat.