31.08.2022 | Presseinfo Nr. 22

Der Arbeitsmarkt im August 2022

Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil

  • 241.499 Arbeitslose im August 2022
  • Quote erhöht sich auf 3,8 Prozent
  • Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 3,4 Prozent

Arbeitslosigkeit
Zeitreihe zum Bestand Arbeitslosen

Im August steigt saisonüblich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in Baden-Württemberg, die Abgangszahlen in den Arbeitsmarkt stagnieren nahezu. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Stellen ausgeschrieben als noch im Vormonat. In der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen zurückgegangen.

Im August 2022 waren in Baden-Württemberg 241.499 Menschen arbeitslos gemeldet, 14.618 mehr als im Juli 2022. Der deutliche Anstieg ist zum Teil saisonal bedingt, da im Sommer viele Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse auslaufen und junge Menschen die Schule verlassen. In der Arbeitslosigkeit liegt der Bestand auf dem Niveau von August 2019. In der Grundsicherung dagegen ist der Bestand auf den höchsten Wert seit 2016 gestiegen, da in den Jobcentern verstärkt ukrainische Staatsangehörige betreut werden. Insgesamt steigt die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gestiegen.

„Saisonbereinigt verzeichnen wir im August einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen“, ordnet Christian Rauch ein, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Andererseits sind derzeit noch 23.266 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Die Zahl wird sich erfahrungsgemäß in den nächsten Monaten verringern, doch wir beobachten in den letzten Jahren eine gewisse Zurückhaltung bei der Aufnahme einer Ausbildung. Dadurch verzögert sich der dringend notwendige Zuwachs an Fachkräften.“

Dynamik am Arbeitsmarkt und Zahl der Langzeitarbeitslosen uneinheitlich
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen liegt mit 24.842 um 14 Prozent höher als im Vormonat. Vor allem die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verzeichnet einen starken Anstieg neu gemeldeter Stellen gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr. In der Arbeitnehmerüberlassung ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Stellenzugänge stark gesunken. Gleichzeitig stagniert mit 14.794 die Zahl der Abgänge in Arbeit im Vergleich mit dem Vormonat nahezu.

„Der Bestand an Langzeitarbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung liegt mit 12.973 gut 21 Prozent unter den Vorjahreswerten und um 225 oder 1,7 Prozent niedriger als im Vormonat. Das deutet auf einen weiter aufnahmefähigen Arbeitsmarkt hin“, stellt Christian Rauch fest. „Im Bereich der Grundsicherung sind die Zahlen im Vergleich mit dem Vorjahr um immerhin knapp 17 Prozent auf 55.896 zurückgegangen. Hinsichtlich deutlich spürbarer Arbeitskräfteengpässe sind hier auch Betriebe und Unternehmen angesprochen. Die Jobcenter stehen bereit, um gemeinsam mit den Arbeitgebern nach individuellen Lösungen für potenzielle Beschäftigte zu suchen.“

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen, ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. Im August zeigten in Baden-Württemberg 252 Betriebe für 3.652 Beschäftigte Kurzarbeit an. 
Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit kann aufgrund der statistischen Erfassungslogik bis Februar 2022 ausgewiesen werden, alle Zahlen zu späteren Monaten in diesem Jahr sind vorläufige Werte beziehungsweise Hochrechnungen. Im Mai 2022 haben demnach in Baden-Württemberg hochgerechnet 44.978 Beschäftigte konjunkturell bedingt kurzgearbeitet. Die Kurzarbeiterquote – der Anteil der Kurzarbeiter an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – betrug damit 0,9 Prozent.

Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld wurde bis zum 30. September 2022 verlängert.
Die wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld sind auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt: Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld.

Für Betriebe und Unternehmen ist wichtig zu wissen: Bei erneuter Kurzarbeit müssen sie eine neue Anzeige stellen, wenn der letzte Arbeitsausfall und Kurzarbeitergeldbezug mehr als drei Monate zurückliegt. Dies gilt auch dann, wenn ein bewilligter Zeitraum für Kurzarbeit vorliegt.

Außerdem, erinnert Christian Rauch, kann Kurzarbeit für die Qualifizierung der Mitarbeitenden genutzt werden: „Von dieser Möglichkeit haben bisher nur wenige Betriebe und Unternehmen Gebrauch gemacht. Die Agenturen beraten und unterstützen interessierte Arbeitgeber beim Aufbau von Fachkräften aus dem eigenen Bestand.“