27.09.2022 | Presseinfo Nr. 26

Der Strukturwandel in den Automobilregionen hat Fahrt aufgenommen

Schon seit einigen Jahren verändert die Transformation der Wirtschaft den baden-württembergischen Arbeitsmarkt.
 

Dies hat die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit zum Anlass genommen, den Arbeitsmarkt in den „Kfz-Regionen“ Baden-Württembergs zu untersuchen. Dabei geht es um eine nähere Betrachtung der von der Kfz-Industrie besonders abhängigen Regionen.

Die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen hat in Baden-Württemberg eine große wirtschaftliche Bedeutung: Fast fünf Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land arbeiten in der Kfz-Industrie. Für die Betrachtung der Kfz-Industrie wurden die 44 Kreise Baden-Württembergs zugrunde gelegt.
Entscheidend für die Einstufung als "Kfz-Region" war vor allem der Anteil der Beschäftigten in der Kfz-Industrie an der Gesamtbeschäftigung. Dabei stechen 11 Kreise mit Anteilen von rund 6,5 Prozent und mehr hervor. Diese Regionen sind eher größere Kreise, insbesondere im Großraum Stuttgart. Ihre hohen Beschäftigtenzahlen und -anteile in der Kfz-Industrie entfalten daher eine große Hebelwirkung auf die gesamte Wirtschaftsstruktur ‒ nicht nur innerhalb der Gruppe der (geografisch zusammenhängenden) Kfz-Regionen (siehe Abbildung), sondern für ganz Baden-Württemberg.

Die Transformation in der Automobilindustrie ist in vollem Gange
Trends wie Digitalisierung, Elektromobilität und Dekarbonisierung führen zu tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die „Kfz-Regionen“ sind besonders betroffen: Sie beschäftigen 79 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Kfz-Herstellung in Baden-Württemberg. Die Kfz-Regionen produzieren knapp 40 Prozent der in Baden-Württemberg produzierten Waren und Dienstleistungen; sie haben damit ein um rund 23 Prozent höheres Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner als die restlichen 33 Kreise.
Entsprechend der hohen Wirtschaftskraft der Kfz-Regionen, sind insbesondere höherwertige Tätigkeiten und hohe Entgelte für den Arbeitsmarkt in diesen Regionen kennzeichnend. 
Die 11 Kfz-Regionen hatten in den letzten Jahren insbesondere in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen sowie bei Helfern und Fachkräften eine schlechtere Beschäftigungsentwicklung als die anderen Kreisen Baden-Württembergs. Bei höherwertigen Tätigkeiten – im Verarbeitenden Gewerbe und insbesondere in der Kfz-Industrie selbst – war die Beschäftigungsentwicklung dagegen in Kfz-Regionen überdurchschnittlich. Diese Entwicklung sind Anzeichen des Strukturwandels in der Kfz-Industrie.

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, fasst zusammen: „Der Strukturwandel in den Automobilregionen hat Fahrt aufgenommen. Die regelmäßige Weiterbildung von Beschäftigten wird künftig zu einem wesentlichen unternehmerischen Erfolgsfaktor und unabdingbar, wenn es darum geht, die Transformation gut zu meistern. Wer in die Qualifizierung seiner Beschäftigten investiert, investiert unmittelbar in die Zukunft seines Unternehmens.“
Rauch fährt fort: „Wir haben vielfältige Möglichkeiten, um die Betriebe bei der Bewältigung des Strukturwandels mit Beratung und verschiedenen Qualifizierungsinstrumenten zu unterstützen. Ich empfehle daher jedem Unternehmen, sich vor Beginn jeder Qualifizierung ihrer Beschäftigten mit dem Arbeitgeberservice ihrer regionalen Arbeitsagentur in Verbindung zu setzen.“

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