21.11.2022 | Presseinfo Nr. 35

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Ausbildung!

2022 bleiben in Baden-Württemberg 11.357 Ausbildungsstellen unbesetzt 

2022 bleiben in Baden-Württemberg 11.357 Ausbildungsstellen unbesetzt, erneut mehr als im Vorjahr. Die Schere am Ausbildungsmarkt geht damit immer weiter auseinander: während die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber weiter abnimmt, steigt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen. In bestimmten Berufsbereichen und Berufen zeigen sich ausgeprägte Besetzungsprobleme. Aber noch ist es nicht zu spät, denn bis Ende Dezember haben Jugendliche und Betriebe noch die Möglichkeit zusammen zu finden. 

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ist im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent auf 50.695 erneut gesunken. Von den insgesamt 6.327 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zum 30. September 2022 noch einen Ausbildungsplatz suchten, blieben 1.010 unversorgt (9,7 Prozent weniger als im Vorjahr) und 5.317 (18,6 Prozent weniger als im vergangenen Jahr) nahmen eine Alternative auf, besuchen beispielsweise eine berufliche Schule, belegen eine Qualifizierungsmaßnahme oder haben eine Arbeit begonnen.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent auf 79.640 gestiegen. 11.357 unbesetzten Ausbildungsstellen (11,6 Prozent mehr als im Vorjahr) stehen rechnerisch den 6.327 Ausbildungsplatznachfragen gegenüber. Es gibt somit 5.030 weniger Ausbildungsnachfragen als unbesetzte Ausbildungsstellen. 

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, appelliert zugleich an Bewerbende und Unternehmen: „Es gibt eine tolle Bandbreite an Ausbildungsberufen; Ausbildungsinteressierte sollten sich ausreichend informieren. Durch die Erweiterung eines möglichen Berufespektrums werden die Einmündungschancen erheblich verbessert. Auf der anderen Seite sollten die Ausbildungsbetriebe, die noch auf der Suche sind, auch schwächere Bewerbende in Betracht ziehen. Die Bundesagentur für Arbeit kann mit einem gut aufgestellten Maßnahmekatalog individuell unterstützen.“

Die langfristige Entwicklung am Ausbildungsmarkt sieht Christian Rauch hingegen mit Sorge: „Wenn man auf die Rückgänge bei den Bewerbern mit ausländischer Staatsangehörigkeit (-20% in zwei Jahren auf 11.455) und den Rückgang aus dem berufsbildenden Schulsystem schaut (-3.447 auf 27.371) werden Demografie und der Wegfall von Sondereffekten immer sichtbarer. Dieser kontinuierlich rückläufige Trend wird zum Problem für uns alle. Bis 2040 werden fast die Hälfte der Facharbeiterinnen und Facharbeiter in den Ruhestand gehen. Allein als Ersatz dafür müssten rund 66.000 Jugendliche Jahr für Jahr eine duale Ausbildung aufnehmen.“ 
Ausbildung hat Zukunft, dieser Satz war noch nie so richtig wie heute.