30.01.2020 | Presseinfo Nr. 5

Der Arbeitsmarkt im Januar 2020

Der Trend der letzten Monate setzt sich fort

• 220.523 Arbeitslose im Januar 2020
• Quote erhöht sich auf 3,5 Prozent
• Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 2,6 Prozent

Arbeitslosigkeit hat kräftig zugenommen

Ende Januar wurden 220.523 Arbeitslose gezählt, 9,8 Prozent mehr als im Vormonat und 9,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. 116.966 entfielen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 103.557 auf die Grundsicherung (Jobcenter). Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent nach 3,3 Prozent im Vorjahr.

„Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich der Trend der letzten Monate fort“, resümiert Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Bei fast allen Personengruppen, in allen Agenturbezirken Baden-Württembergs und in beiden Rechtskreisen beobachten wir einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vorjahresvergleich.“
Auffällig seien insbesondere die Zugänge aus Erwerbstätigkeit, die 6,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen. „Der Bestand an Personen in der Arbeitslosenversicherung
liegt nun deutlich über dem in der Grundsicherung“, erläutert Rauch. „Zwar sinkt die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter, allerdings nicht mehr so stark wie in den letzten Monaten.“
Auch die Zurückhaltung der Arbeitgeber in Schlüsselbranchen macht sich weiterhin bemerkbar:Der Stellenzugang geht um gut 30 Prozent zurück. Auch der Stellenbestand ist gegenüber
Januar 2019 um mehr als ein Fünftel zurückgegangen und liegt etwa auf dem Niveau vom Januar 2016 „Grund dafür sind die Rückgänge im vierten Quartal 2019, die in den vergangenen Jahren nicht zu beobachten waren“, erklärt Christian Rauch.

Auch wenn der erste Monat des Jahres 2020 trotz des milden Winters nicht erfreulich am Arbeitsmarkt verlaufen ist und auch für das gesamte Jahr mit einem leicht erhöhten Niveau der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist, warnt Rauch davor, bei dem absoluten Niveau von einer Krise zu sprechen. „Insgesamt rechnen wir für 2020 trotzdem mit einem Beschäftigungswachstum von circa 20.000 Arbeitsplätzen in Baden-Württemberg“, so Rauch.

Hohe Dynamik der Arbeitslosigkeit

Im Laufe des Monats haben sich 66.997 Personen arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig konnten 47.193 ihre Arbeitslosigkeit beenden. Diese umfangreichen Bewegungen machen die hohe Dynamik des Arbeitsmarktes deutlich.

Uneinheitliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Die Arbeitslosigkeit der Männer stieg gegenüber dem Vorjahr um 12,6 Prozent, die der Frauen nahm um 6 Prozent zu. Bei den Jugendlichen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Prozent. Ihre Arbeitslosenquote lag bei 2,6 Prozent, 0,2 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Im Januar gab es bei den älteren Arbeitslosen ab 50 Jahre 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, bei den schwerbehinderten Arbeitslosen einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent.

Stellenbestand im Vorjahresvergleich zurückgegangen

Im Monatsverlauf meldeten die Arbeitgeber im Land 16.478 Stellen. Am Monatsende konnten die Vermittlungsfachkräfte aus einem Fundus von 81.753 offenen Stellen schöpfen, 22,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Mehr Beschäftigte als vor einem Jahr

Ende November 2019 arbeiteten in Baden-Württemberg 4,82 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig, 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Branche Information und Kommunikation profitierte am stärksten (+5,3 Prozent). Schlusslicht war der Bereich Arbeitnehmerüberlassung (-12,8 Prozent).