21.02.2020 | Presseinfo Nr. 9

Studie zeigt: Ältere Arbeitslose sind digital aktiv

Eine aktuelle Studie widerlegt das Klischee von den digital abgehängten älteren Arbeitslosen. Die meisten Arbeitslosen über 50 Jahren nutzen digitale Medien für Alltag und Jobsuche und sind für neue digitale Angebote der Agentur für Arbeit offen, wie erste Ergebnisse zeigen.

Durch den demografischen Wandel gewinnt die Altersgruppe „50 plus“ immer mehr an Bedeutung. Arbeitslose innerhalb dieser Gruppe haben es dabei erwiesenermaßen schwerer, wieder in Arbeit zu kommen als Jüngere. Eine aktuelle Studie, die mit knapp 200 arbeitslosen über 50-Jährigen in Baden-Württemberg durchgeführt wurde zeigt, dass digitale Medien hier durchaus der Schlüssel zum Erfolg sein können. Denn Arbeitslose über 50 Jahren sind stärker digital integriert als bisher angenommen: Über 75 Prozent der Befragten gaben an, digitale Medien zu nutzen und zeigten sich offen und damit erreichbar für digitale Angebote zur Arbeitssuche. Neben digitalen Klassikern wie E-Mails werden von der Hälfte der Befragten Messaging Dienste wie etwa WhatsApp genutzt.  25 Prozent der Befragten sind digital besonders aktiv – bei ihnen liegt auch der eigene Blog im Rahmen des Möglichen. Die meisten Befragten nutzen digitale Plattformen wie XING für ihre Jobsuche. Außerdem macht die Studie deutlich, dass ältere Arbeitslose auch zusätzliche digitale Angebote der Bundesagentur für Arbeit nutzen würden. In Bezug auf potenzielle digitale Produkte der Zukunft legen die Befragten besonderen Wert auf die Bereitstellung regelmäßiger, relevanter oder auch individueller Informationen. Projekte wie DIGIPEG können hier helfen, älteren Arbeitslosen einen Einblick und erste Erfahrungen mit bislang unbekannten Unterstützungsformen zu ermöglichen. Per Smartphone-App können sie einer digitalen Peer-Gruppen-Beratung in der Arbeitsvermittlung teilnehmen. Das in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg gestartete Projekt DIGIPEG wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert und läuft noch bis Ende Dezember 2020.
Die Studie zu digitalen Affinität älterer Arbeitsloser wurde von der Péter-Horváth-Stiftungsprofessur für betriebswirtschaftliches Informationsmanagement an der Universität Ulm in Kooperation mit der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Teilnehmen konnten Kundinnen und Kunden der Altersgruppe 50 plus auf freiwilliger Basis.