26.07.2022 | Presseinfo Nr. 15

Entgeltanalyse: Höhere Qualifikationen zahlen sich in Bayern finanziell aus

Wie viel haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Freistaat Bayern im vergangenen Jahr pro Monat verdient? Darüber gibt die neueste Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit Auskunft.

Ende vergangenen Jahres erzielten Vollzeitbeschäftigte in Bayern ein mittleres Einkommen von 3.663 Euro pro Monat und somit 91 Euro bzw. 2,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für die Höhe des Entgelts spielte unter anderem die Qualifikation der Beschäftigten eine entscheidende Rolle. Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss erzielten zum Stichtag am 31.12.2021 ein mittleres Einkommen von 2.665 Euro, bei Beschäftigten mit anerkanntem Berufsabschluss lag der Verdienst bei 3.496 Euro und bei Akademikern bei 5.741 Euro.

„Die Zahlen zeigen sehr deutlich: Der Erwerb einer höheren Qualifikation zahlt sich aus. Dies gilt für Jüngere genauso wie für Arbeitnehmer, die schon fest im Berufsleben stehen. Gerade der Bedarf an Fachkräften hat dazu geführt, dass Betriebe aufgeschlossen sind, wenn sich langjährige Beschäftigte weiterentwickeln möchten. Wir bieten hierfür verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an. Mit einer geförderten Weiterbildungsmaßnahme kann beispielsweise ein vollwertiger Berufsabschluss nachgeholt werden. Interessierte wenden sich am besten vor Ort an ihre Agentur für Arbeit und vereinbaren einen individuellen Beratungstermin“, empfiehlt Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Regionale Unterschiede: Erlangen bleibt Spitzenreiter beim Verdienst

Regional zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede im Freistaat. In Bayern verdienten Vollzeitbeschäftigte in der Stadt Erlangen 5.091 Euro, in Ingolstadt 4.966 Euro, in der Stadt München 4.681 Euro und im Landkreis München 4.640 Euro. „Bei der Interpretation der Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass in den Regionen mit dem höchsten Einkommen oft auch die Lebenshaltungskosten im Schnitt höher liegen als in Landkreisen und Städten mit niedrigerem Entgelt. Ein Beispiel dafür der Immobilienmarkt im Großraum München, der durch hohe Mieten Beschäftigte in stärkerem Ausmaß belastet, als in anderen bayerischen Städten“, sagt Ralf Holtzwart.

Geschlecht spielt bei Höhe des Einkommens weiterhin eine Rolle

In Bayern verdienten Frauen, die in Vollzeit beschäftigt sind, 15,9 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. „Hier wirken sich noch immer traditionelle Rollenbilder aus. Arbeitnehmerinnen unterbrechen ihr Erwerbsleben häufiger als ihre männlichen Kollegen, um die Kinderbetreuung zu übernehmen. Auch bei der Rückkehr ins Erwerbsleben gibt es deutliche Unterschiede. So arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit, als Männer. Anders als früher, gibt es heute aber auch in Teilzeit attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten
und die Option, einen Berufsabschluss zu erwerben. Viele Betriebe bieten vor dem Hintergrund des hohen Fachkräftemangels mittlerweile entsprechende Arbeitszeitmodelle an und schreiben Führungstätigkeiten entsprechend aus. Für Interessierte lohnt es sich häufig, das Thema im Betrieb aktiv anzusprechen“, so Holtzwart abschließend.

Die vollständige Entgeltanalyse ist im Internet veröffentlicht unter:
https://statistik.arbeitsagentur.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Einzelheftsuche_Formular.html?nn=1523076&topic_f=beschaeftigung-entgelt-entgelt