22.10.2019 | Presseinfo Nr. 39

Jugendberufsagenturen – Berufsperspektiven für alle jungen Menschen in Bayern

 

Für das Arbeitslosengeld II zum Jobcenter, für die Berufsberatung zur Agentur für Arbeit, für eine Schuldenberatung zur Jugendhilfe. Damit sind Jugendliche und ihre Eltern häufig überfordert. Daher wurden in fast allen bayerischen Kommunen sogenannte Jugendberufsagenturen gegründet, damit die jungen Menschen sich in der Vielfalt der Angebote besser zurechtfinden.

 

Nach der Phase der Gründung soll nun mit einer Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen die Unterstützungsleistung geprüft und verbessert werden. Im Mittelpunkt dieser Selbstbewertung stehen Fragen zur Strategie und Ausrichtung der Jugendberufsagentur.

 

Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit: „Ich möchte mich bei allen Unterstützern für das bisher gezeigte Engagement in den Jugendberufsagenturen bedanken. Nur gemeinsam erreichen wir, dass kein Jugendlicher verloren geht. Das neue Verfahren der Selbstbewertung kann den Akteuren wertvolle Hinweise für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Jugendberufsagentur vor Ort liefern. Davon profitieren letztlich junge Menschen, die sich im Übergang von der Schule in den Beruf befinden. Es würde mich daher sehr freuen, wenn zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in Bayern das Angebot der Selbstbewertung in Anspruch nehmen und auf der Grundlage der Ergebnisse die Prozesse weiterentwickeln.“
 

Bayerns Arbeitsministerin Kerstin Schreyer: „Die Jugendberufsagenturen sind ein elementarer Baustein der vor kurzem aktualisierten und neu fortgeschriebenen ‚Allianz für starke Berufsbildung in Bayern‘. Die Kooperation der zuständigen Sozialleistungsträger hat eine Schlüsselrolle bei der Beratung und Unterstützung von jungen Menschen, denen es schwerfällt, den passenden Weg von der Schule in berufliche Ausbildung zu finden. Entsprechend dem in der Allianz verankerten Handlungsziel ‚eine Chance für jedes Talent‘ soll jedem jungen Menschen eine berufliche Perspektive aufgezeigt werden. Mit dem neuen Verfahren der Selbstbewertung können die Kooperationspartner ihre Zusammenarbeit im Team stärken und gemeinsam ihre Unterstützungsangebote für die Zielgruppe der jungen Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf verbessern.“
 

Bayerns Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo: „Die Unterstützung der Jugendlichen im Übergang zwischen Schule und Ausbildung und Arbeitswelt ist enorm wichtig. Wir brauchen hier passgenaue Konzepte, damit die Integration aller Jugendlichen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt gelingt. Die Jugendberufsagenturen leisten dabei in enger Abstimmung mit den Schulen einen maßgeblichen Beitrag. Durch die intensive Kooperation vor Ort werden Schnittstellen, Übergänge und Förderketten optimiert und gemeinsam neue Maßnahmen entwickelt. Mit der neuen Möglichkeit der Selbstbewertung steht ein Verfahren zur Verfügung, mit dem die zielgruppenorientierten Angebote weiter verbessert werden können. Das begrüße ich ausdrücklich.“

 

Die Grundidee einer Jugendberufsagentur hat sich als Gestaltungsmodell der Übergangsprozesse für Jugendliche vielerorts etabliert. Dabei leben Jugendberufs-agenturen von der guten Kooperation vor Ort und der engen Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendamt und Schule.

 

Dr. Johann Keller, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayerischen Landkreistags: „Die intensivierte Zusammenarbeit an den Schnittstellen von Grundsicherung für Arbeitssuchende, Arbeitsförderung, Jugendhilfe und schulischer Bildung in den Jugendberufsagenturen ist ein wichtiger Baustein für die Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf beim Übergang ins Berufsleben. Da die konkreten Herausforderungen und Bedarfe in den Kommunen überaus unterschiedlich sind, hat sich nach unserer Ansicht der regionale Konzeptansatz bewährt. Das neue Selbstbewertungstool kann bei einem vertrauensvollen Umgang als wertvoller Ansatz für die regionalen Partner dienen, ihre strategischen Herangehensweisen einmal bewusst in den Blick zu nehmen. Es würde mich freuen, wenn es sich als taugliches Praxisinstrument erweist, um die freiwilligen Kooperationen bei Bedarf fortzuentwickeln.“
 

Bernd Buckenhofer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags: „Wenn es darum geht, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, leisten die örtlichen Kooperationsprojekte in unterschiedlicher Ausgestaltung einen wichtigen Beitrag. Mit dem Verfahren zur Selbstbewertung von Jugendberufsagenturen können die Partner vor Ort über eigene Wünsche und Ziele ins Gespräch kommen und gemeinsam Weiterentwicklungsansätze erarbeiten.“

 

 

Hintergrundinformation:

In Bayern beteiligen sich inzwischen 100 Prozent der Agenturen für Arbeit, 97 Prozent aller Jobcenter sowie 97 Prozent der Träger der öffentlichen Jugendhilfe der kreisfreien Städte und Landkreise. Um die zahlreichen bereits bestehenden Ansätze fortzuentwickeln und praxisgerechte Formen der Zusammenarbeit fördern, wurden vom Beirat der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am 24.11.2017 Empfehlungen zur qualitativen Ausgestaltung von Jugendberufsagenturen in Bayern beschlossen.

Zur Unterstützung der qualitativen Weiterentwicklung von Jugendberufsagenturen stellen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag seit dem 1. Juli 2019 das Verfahren "Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen" bundesweit zur Verfügung. Das Verfahren richtet sich daher in erster Linie an die Mitglieder der Geschäftsführungen, Amtsleiterinnen und Amtsleiter, Sozialdezernentinnen und Sozialdezernenten. Neben Agentur für Arbeit, Jobcenter und Träger der Jugendhilfe können weitere Akteure, z. B. allgemein- und berufsbildende Schulen, an der Selbstbewertung teilnehmen, sofern sie als Kooperationspartner an der Jugendberufsagentur beteiligt sind. Die Ergebnisse aus der Selbstbewertung sind allein den Partnern vor Ort zugänglich. Sie beraten und entscheiden eigenständig über Verbesserungspotenziale und mögliche Umsetzungsschritte. Dies können beispielsweise Initiativen zur Stärkung der Netzwerke, zur Optimierung des Kundenzugangs oder zum Leistungsangebot sein. Impulse für die praktische Umsetzung von Vorhaben können von den gesammelten Praxistipps ausgehen. Alle relevanten Informationen sind auf der Internetseite „www.jugendberufsagentur.info“ verfügbar.