Fachkräfte gewinnen und entwickeln

 

Die Suche nach und die Neueinstellung von Fachkräften gestalten sich zunehmend schwieriger. Deshalb sollten die Betriebe vermehrt auch Bewerber berücksichtigen, die langzeitarbeitslos oder schwerbehindert sind oder bereits ein höheres Alter haben.

 

Die Betriebe sollten sich außerdem genau überlegen, welche Abschlüsse und Kompetenzen unbedingt erforderlich sind. Oftmals braucht es nicht exakt den einen speziellen Abschluss oder die speziellen Kenntnisse. Fehlende Kenntnisse können über eine Weiterbildung nach der Neueinstellung nachgeholt werden. Betriebe können deshalb ihren Blick auch auf Bewerberinnen und Bewerber richten, die zunächst „Defizite“ zum gewünschten Anforderungsprofil aufweisen, jedoch das Potenzial für die zu besetzende Stelle haben.

 

Das Thema Inklusion ist für uns ein wichtiger Schwerpunkt. Für die Realisierung von Inklusion in der Arbeitswelt spielt gerade der Arbeitgeber eine tragende Rolle. Die Potentiale von Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie zur Fachkräftesicherung. Um Arbeitgeber hierbei bestmöglich zu unterstützen, arbeiten wir eng mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (Arbeitswelt inklusiv) und anderen Arbeitsmarktakteuren in diesem Themenfeld zusammen.

Zudem gibt es Potenziale für die Unternehmen insbesondere in der eigenen Mitarbeiterschaft, z.B. langjährige und zuverlässige Helfer, für eine Weiterbildung bis zur Fachkraft. Von den durch das Qualifizierungschancengesetz erweiterten Fördermöglichkeiten sollten wir intensiv Gebrauch machen.

 

Die BA kann Neueinstellungen sowie die berufliche Weiterbildung der Belegschaft unterstützen und fördern.

 

Der Gesetzgeber hat mit dem Qualifizierungschancengesetz die Möglichkeiten zur Weiterbildungsförderung von neu eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und von bereits länger Beschäftigten deutlich erweitert.

  • Zuschuss zu den Maßnahmekosten für eine Anpassungsqualifizierung

  • Volle Übernahme der Maßnahmekosten bei nachträglichem Erwerb eines Berufsabschlusses über eine Umschulung, Vorbereitung auf eine Externenprüfung oder Teilqualifizierung

  • Förderung von umschulungsbegleitenden Hilfen (z.B. zusätzlicher Unterricht in der Fachtheorie) zur Sicherstellung des angestrebten Berufsabschlusses

  • Förderung von Grundkompetenzen (Unterricht in Mathematik, Deutsch, IT) zur Vorbereitung auf abschlussbezogene Weiterbildungen

  • Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die wegen der Weiterbildung ausgefallene Arbeitszeit

Die lokalen Arbeitgeber-Services (AG-S) der BA bieten Betrieben auch eine Beratung zur systematischen Weiterbildung ihrer Mitarbeiterschaft und deren Förderung an. Durch das Qualifizierungschancengesetz können im Rahmen der Weiterbildungsförderung für Beschäftigte auch notwendige Anpassungsqualifizierungen von Fachkräften zur Begegnung des strukturellen und digitalen Wandels (Stichwort „4.0“) unabhängig von der Betriebsgröße bezuschusst werden.
 

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung für Beschäftigte beim nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses sowie bei der Anpassungsqualifizierung nach dem zum 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz auf:

 

 

  • Mit dem Eingliederungszuschuss (EGZ) kann die BA zudem einen zeitlich befristeten Zuschuss zum Arbeitsentgelt zahlen, wenn die Bewerberinnen und Bewerber die üblich zu erwartende Leistung noch nicht erbringen können und deshalb eine über das übliche Maß hinausgehende Einarbeitung notwendig ist. Die Förderentscheidung hängt immer vom Einzelfall ab. Der EGZ kann bis zu 50% des Arbeitslohns betragen und bis zu 12 Monate gezahlt werden. Bei älteren und Menschen mit Behinderung ist eine höhere und längere Förderung möglich. Die „Nachbeschäftigungspflicht" entspricht in der Regel der Förderdauer, längstens 12 Monate.
  • Mit sogenannten betrieblichen Maßnahmen bzw. Maßnahmen bei einem Arbeitgeber (MAG) kann die berufliche Eignung in Bezug auf eine angestrebte Tätigkeit von arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldeten Personen festgestellt werden. Hierdurch wird die berufliche Eingliederung des Kunden durch Feststellung, Verringerung oder Beseitigung seiner Vermittlungshemmnisse unterstützt. Die MAG kann bis zu 6 Wochen betragen.