01.09.2020 | Presseinfo Nr. 45

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: August 2020

-   Aktuell: 97.600 Arbeitslose in Schleswig-Holstein, die Arbeitslosenquote liegt
bei 6,2 Prozent

-   Gegenüber dem August des Vorjahres wächst die Zahl der Arbeitslosen um 18.300 oder 23,1 Prozent

-   Im Vergleich zum Vormonat Juli sinkt ihre Zahl allerdings um 1.200 oder 1,2 Prozent

-   „In Schleswig-Holstein hat sich im August die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt. Ein positiver Impuls war dabei, dass viele Betriebe auch in diesem Jahr -trotz der Co­rona-Pandemie - ihre geplanten Personalein­stel­lungen nach dem Ende der Som­mer­­ferien umgesetzt haben.“ (Margit Haupt-Koopmann)

-   Insbesondere Branchen, die von den Corona-Lockerungen profitieren, haben zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt

-   Kurzarbeit: Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 30.000 Betriebe für 348.200 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt

-   Daten-Infos zur ‚sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung‘, zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘ und zum ‚Ausbildungsmarkt‘
 

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen ist - im Vergleich zum August des Vorjahres - um 18.300 oder 23,1 Pro­zent auf 97.600 angestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,2 Prozent, im August 2019 lag sie bei 5,0. Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Juli hat sich die Arbeitslosigkeit um 1.200 oder 1,2 Pro­zent verringert.

„In Schleswig-Holstein hat sich im August die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt. Ein positiver Impuls war dabei, dass viele Betriebe auch in diesem Jahr - trotz der Co­rona-Pandemie - ihre geplanten Per­­sonalein­stel­lungen nach dem Ende der Som­mer­ferien umgesetzt haben“, betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regio­nal­direktion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (01. September 2020) in Kiel. „Insbesondere in den Bereichen, die von den Corona-Lockerungen profi­tieren konnten - Verkauf, Logistik, Lebensmittelherstel­lung und Touris­mus - wurden zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitar­bei­ter eingestellt.“

„So ist nicht nur die Zahl der Arbeitslosen im August im Vergleich zum Vormonat Juli - wie schon im vergange­nen Jahr - um über 1.000 zurückgegangen. Auch die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit ist im Vergleich zum Vormonat Juli um 500 zurückgegangenen. Gleichzeitig haben im gleichen Zeitraum 6.900 Arbeits­lose eine Be­schäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufge­nom­men. Ein deutliches Plus von 1.500 im Vormonats­vergleich.“

Den gemeinsamen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagen­turen und Jobcenter wurden seit Jahresbeginn insgesamt 35.100 sozialversicherungspflichtige Stellen zu Besetzung ge­meldet, ein Mi­nus von 10.200 oder 22,5 Prozent. „Die Personalnachfrage bewegt sich weiterhin - im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum - auf einem niedrigeren Niveau als 2019. Insbesondere die Zeitar­beits­bran­che hat weniger offenen Stellen gemeldet “, so Haupt-Koopmann.

Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) ist insgesamt im Vormonatsvergleich um 160 oder 1,5 Prozent gesunken. Allerdings ist sie bei der Teilgruppe der 15 bis unter 20-Jährigen um 180 oder 8,7 Prozent überdurchschnittlich gestiegen: von 2.090 auf 2.270. „Maßgeblich ist hierfür, dass sich zahlreiche Jugendliche nach Abschluss der Schule vorübergehend arbeitslos gemeldet haben“, so Haupt-Koopmann.

 

Ausbildungsmarkt

„Aktuell sind bei uns noch 5.700 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. Ihnen stehen 4.200 un­ver­sorgte Jugendliche ge­genüber. Speziell im Einzelhandel, im Handwerk sowie im Hotel- und Gast­­stättenbereich sind auch derzeit noch“ -  so Haupt-Koopmann - „zahlreiche Aus­bildungs­plätze frei.“ Insgesamt gebe es noch unbe­setzte Ausbildungsplätze in mehr als 130 verschiedenen Ausbil­dungs­berufen.

„Der Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein ist nach wie vor in Bewegung. Denn die vorliegenden August-Daten sind - trotz des offiziellen Ausbildungsbeginns - nur eine Moment­auf­nahme, da sich Corona-bedingt die Besetzungsprozesse um mehrere Wochen verzögert haben. Aktuell sehen wir deutliche Nach­hol­effekte: So werden derzeit noch viele Bewerbungsgespräche geführt und Ausbil­dungs­­verträge unterschrieben.“

Haupt-Koopmann würdigte die nach wie vor große Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. „Ich bin er­freut über das insgesamt große Engagement aller Arbeitsmarktpartner, negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt und damit die berufliche Zukunft junger Men­schen zu verhindern, und andererseits den zukünftigen Fachkräftebedarf im Blick zu haben.“

An die Bewerberinnen und Bewerber, die weiterhin kurzfristig su­chen, appellierte sie: „Die Berufs­be­ratung ist für Euch da. Meldet Euch dort umgehend. Besucht die digitale Jobbörse der Arbeits­agentur und nutzt die App AzubiWelt. Hier findet Ihr alle Ausbildungsplatzangebote.“

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es handelt sich hierbei um die Juni-Daten  - ist im Vorjahresvergleich noch immer leicht angestiegen, um +3.600 oder +0,4 Prozent auf 1.003.800. Ins­besondere im Gesundheits- und Sozialbereich (+3.200), öffentliche Verwal­tung/ Sozial­versiche­rungen (+1.600), im Bereich der freiberuflichen, techni­schen und wissenschaftlichen Dienstlei­stungen (+1.400) sowie im Baugewerbe (+1.200) sind neue Arbeitsplätze entstanden. Speziell im Gastgewerbe (-2.400) und in der Arbeitnehmerüberlassung (-1.700) gingen sozial­ver­siche­rungs­pflichtige  Arbeits­plät­ze verloren.

 

Kurzarbeit

Zum Abschluss stellte Haupt-Koopmann die aktuellen Daten zur Kurzarbeit vor. „Seit Beginn der Co­rona-Krise im März haben in Schleswig-Holstein insgesamt 30.000 Betriebe für 348.200 Be­schäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sind 37,6 Prozent aller Betriebe mit mindestens einem so­zial­versicherungspflichtigen Beschäftigen. Die Schwerpunkte liegen im Einzelhandel, in der Gastro­no­mie sowie im Gesundheitswesen. Allerdings ist die Zahl der Anzeigen auch im August - wie schon in den Vormonaten Juni und Juli - massiv gesunken.“

 
Daten-Info 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

(aktueller Stand: Juni-Daten 2020 – der dritte Monat mit Corona- Einwirkung!)

Vorjahresvergleich Juni 2020 zu Juni 2019

  • Anstieg um +3.600 oder +0,4 Prozent auf 1.003.800

Ausgewählte Bereiche 

  • Gesundheits- und Sozialbereich: +3.200
  • öffentliche Verwaltung/Sozial­versicherungen: +1.600
  • Bereich der freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen: +1.400
  • Baugewerbe: +1.200
  • Verkehr und Lagerei: +700
  • Gastgewerbe: -2.400
  • Arbeitnehmerüberlassung: -1.700
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: -1.000
 
Daten-Info 2: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (August-Daten 2020)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Stormarn mit 4,2 Prozent
  • Höchste Quote: Steinburg mit 6,3 Prozent

kreisfreie Städte

  • Niedrigste Quote: Lübeck mit 8,6 Prozent
  • Höchste Quote: Flensburg mit 9,6 Prozent

 

Daten-Info 3: Ausbildungsmarkt (August-Daten 2020)

Bewerber/innen

  • Aktuell unversorgte Bewerber/innen: 4.196 / +388 oder +10,2 Prozent im Vergleich zum August 2019

Ausbildungsstellen

  • Aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 5.693 / +549 oder +10,7 Prozent im Vergleich zum August 2019

TOP FIVE der unbesetzten Ausbildungsplätze

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 498
  • Verkäufer/in: 461
  • Fachverkäufer/in – Fleischerei: 261
  • Anlagemechaniker/in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: 238
  • Handelsfachwirt: 199

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