30.09.2020 | Presseinfo Nr. 49

Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: September 2020

-   Aktuell: 62.400 Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitslosenquote liegt bei 7,6 Prozent

-   Gegenüber dem September des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 9.300 oder 17,4 Prozent

-   Im Vergleich zum Vormonat August sinkt die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 2.700 oder 4,2 Prozent

-   „In Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch im September die Aufhellung am Arbeitsmarkt fortgesetzt. So sind im Vergleich zum Vormonat August die Arbeits­losenzahlen aller Altersgruppen gesunken. Insbesondere die Gruppe der ‚unter 20-Jährigen‘ konnte von dieser Entwicklung profitieren.“ (Margit Haupt-Koopmann)

-   Speziell die Branchen, die unter die Corona-Lockerungen fallen, haben zusätz­liche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt

-   Kurzarbeit: Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 19.200 Betriebe für 186.400 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt

-   Daten-Infos zur ‚sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung‘ und zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘

 

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen ist - im Vergleich zum September des Vorjahres - um 9.300 oder 17,4 Pro­zent auf 62.400 angestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 7,6 Prozent, im September 2019 lag sie bei 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat August hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 2.700 oder 4,2 Pro­zent reduziert.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 2.700 oder 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat August zeigt: In Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch im September die Aufhellung am Arbeitsmarkt fortgesetzt. So sind im Vergleich zum Vormonat August die Arbeitslosenzahlen aller Altersgruppen gesunken. Insbesondere die Gruppe der ‚unter 20-Jährigen‘ konnte von dieser Entwicklung profitieren. So ist ihre Zahl um 340 oder 17,0 Prozent zurückgegangen“, sagte Mar­git Haupt-Koopmann, Chefin der Regio­nal­direktion Nord der Bundes­agen­tur für Arbeit, heute (30. September 2020). „An diesem überdurchschnittlichen Rückgang zeigen sich nicht nur Nachholeffekte am Aus­bildungs­markt, sondern er dokumentiert auch, dass der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung ist.“

Mit Blick auf die Personalnachfrage sagte Haupt-Koopmann: „Hervorzuheben ist, dass den gemein­samen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagen­turen und Jobcenter im September 3.300 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet wurden, das sind 150 oder 4,9 Prozent mehr als im Vormonat August.“ Die Personalnachfrage bewege sich allerdings im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum Januar bis September auch weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als 2019. „Betrachtet man die Entwicklung seit Jahresbeginn, so wurden insgesamt 30.300 sozialversicherungspflichtige Stellen ge­meldet, ein Mi­nus von 9700 oder 24,2 Prozent. Speziell die Zeitar­beits­bran­che hat deutlich weniger offene Stellen gemeldet“, so Haupt-Koopmann.

Neu eingestellt wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere in den Bereichen, die von den Corona-Lockerungen profi­tieren konnten: Verkauf, Logistik, Lebensmittelherstel­lung und Tou­ris­mus. „So haben im September 3.900 Arbeits­lose eine Be­schäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufge­nom­men. Ein Plus von 150 im Vorjahres­vergleich.“

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es handelt sich hierbei um die Juli-Daten  - ist im Vorjahresvergleich um 5.200 oder 0,9 Prozent auf 573.700 gesunken. Ins­besondere im Ge­sundheits- und Sozialbereich (+1.900), im Bereich öffentliche Verwaltung/Sozial­versiche­rungen (+900), im Bereich der freiberuflichen, techni­schen und wissenschaftlichen Dienstlei­stungen (+400) sowie in der Energiewirtschaft (+200) sind neue Arbeitsplätze entstanden. Speziell im Gast­gewerbe (-1.700), im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-1.400), in der Arbeitnehmerüberlassung ( -1.300) sowie im verarbeitendes Gewerbe ( -1.300) und im Handel (-1.000) gingen sozial­ver­siche­rungs­pflichtige Arbeits­­plät­ze verloren.

 

Kurzarbeit

Zum Abschluss stellte Haupt-Koopmann die aktuellen Daten zur Kurzarbeit vor. „Seit Beginn der Co­rona-Krise im März haben in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 19.200 Betriebe für 186.400 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sind 40,9 Prozent aller Betriebe mit mindestens einem sozial­­versicherungspflichtigen Beschäftigen. Die Schwerpunkte liegen im Einzelhandel, der Gastro­­no­mie und im Gesundheitswesen.“

 

Daten-Info 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

(aktueller Stand: Juli-Daten 2020 – der vierte Monat mit Corona- Einwirkung!)

 

Vorjahresvergleich Juli 2020 zu Juli 2019

  • Rückgang um 5.200 oder 0,9 Prozent auf 573.700

Ausgewählte Bereiche 

  • Gesundheits- und Sozialbereich: +1.900
  • öf­fent­liche Verwaltung/Sozial­versicherungen: +900
  • freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen: +400
  • Energiewirtschaft: +200
  • Gastgewerbe: -1.700
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: -1.400
  • Arbeitnehmerüberlassung: -1.300
  • Verarbeitendes Gewerbe: - 1.300
  • Handel: -1.000

 

Kurz-Info 2: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (September 2020)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Landkreis Rostock mit 5,5 Prozent
  • Höchste Quote: Vorpommern-Rügen mit 8,7 Prozent

 

Städte

  • Hansestadt Rostock: 7,8 Prozent
  • Schwerin: 9,5 Prozent

 

Info: Ausbildungsmarkt

  • In diesem Monat werden keine Ausbildungsmarktdaten veröffentlicht. Sie werden - zum Abschluss des Berufsberatungsjahres - am 29.10.2020 bekannt gegeben.