02.03.2021 | Presseinfo Nr. 9

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Februar 2021

-   Aktuell: 99.900 Arbeitslose in Schleswig-Holstein, die Arbeitslosenquote liegt bei 6,3 Prozent

-   Im Vergleich zum Vormonat Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.000

-   „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein sind im Vorjahresvergleich - mit einem Plus von 14.900 Arbeitslosen - weiterhin sicht-bar. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl um 1.000 im Ver­gleich zum Vormonat Januar ist atypisch, jedoch - vor dem Hintergrund der Dauer des aktuellen Lockdown - geringer ausgefallen als erwartet.“ (Margit Haupt-Koopmann)

-   Weniger Arbeitslosmeldungen als im Februar des Vorjahres

-   Kurzarbeit: Seit Beginn der Corona-Krise insgesamt 42.000 Anzeigen für 463.200 Beschäftigte

-   Daten-Info zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘
 

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen liegt aktuell bei 99.900. Das ist ein Plus von 14.900 gegenüber dem Februar des Vorjahres und von 1.000 gegenüber dem Vormonat Januar. Die Arbeitslosen­quo­te liegt mit aktuell 6,3 Prozent um 0,9 Prozentpunkte über dem Februar-Wert des Vorjahres. Im Vor­monat Januar betrug die Quote auch 6,3 Prozent.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein sind im Vor­jahres­vergleich - mit einem Plus von 14.900 Arbeitslosen - weiterhin sichtbar. Der Anstieg der Ar­beits­losenzahl um 1.000 im Ver­gleich zum Vormonat Januar ist atypisch, jedoch - vor dem Hinter­grund der Dauer des aktuellen Lockdown - geringer ausgefallen als erwartet“, betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regio­nal­direktion Nord der Bundes­agen­tur für Arbeit, heute (02. März 2021) in Kiel.

„Bemerkenswert finde ich, dass sich im aktuellen Monat Februar deutlich weniger Beschäftigte des 1. Arbeits­marktes arbeitslos gemeldet haben als im Vormonat Januar: ein Minus von 3.500 oder 35,9 Prozent. Auch im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind es 650 oder 9,3 Prozent weniger. Wie schon in den Vormonaten tragen speziell Hotels und Gaststätten zu diesem Rückgang bei den Arbeitslosmeldungen bei, da sie ihr Personal - mit Blick auf etwaige ‚Lockerungen‘ und das erhoffte Ostergeschäft - halten und auf Entlassungen verzichten. Allerdings wäre diese Personal­politik ohne finanzielle Unterstützung durch Kurzarbeitergeld sowie die Hilfsprogramme des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein nur in Ausnahmefällen möglich. Hier zeigt sich ganz konkret: Diese Unterstützungsangebote sichern Beschäftigung.“

Personalnachfrage

Die Betriebe sind bei der Personalsuche weiterhin zurückhaltend. Die Zahl der Stellenmel­dungen bewegt sich im Vorjahresver­gleich auf einem niedrigeren Niveau. So wurden den gemein­samen Arbeitgeber­serviceteams der Ar­beits­agen­turen und Job­center seit Jahresbeginn 8.900 sozialversicherungspflichtige Stellen ge­meldet. Das ist ein Mi­nus von 2.300 oder 20,3 Pro­zent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. „Insbe­sondere die Stellenmeldungen aus dem Gast­gewerbe, dem Handel und dem ver­ar­beitenden Gewerbe sind zurückgegangen. Betrachtet man aller­dings nur die Februar-Daten und vergleicht sie mit dem Januar, so können wir ein deutliches Plus melden. Mit 5.400 gemeldeten Stellen liegt der Februar-Wert um 1.900 oder 52,8 Prozent über den Zugängen des Vormonats Januar mit 3.500“, so Haupt-Koopmann.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es handelt sich hierbei um die Dezember-Daten - ist im Vergleich zum Vormonat November um 6.500 oder 0,6 Prozent zurückgegangen. Doch im Vorjahresvergleich können wir auch weiterhin einen Anstieg melden. So stieg ihre Zahl im Vorjahresvergleich um 7.400 oder 0,7 Prozent - auf 1.017.600 - an. Ins­be­sondere im Gesundheits- und Sozialwesen (+5.000), im Bereich öffent­liche Verwal­tung/Sozial­versiche­rungen (+2.300), im Baugewerbe (+1.700) sowie in den Bereich Information/Kommunikation und Logistik (jeweils +600) sowie der Energie­wirtschaft (+500) sind neue Arbeits­plätze entstanden. Hauptsächlich im Gast­ge­­werbe (-2.000), im verarbeitenden Gewerbe (-900) und in der Arbeitnehmerüberlassung (-600) gingen sozial­ver­siche­rungs­pflich­tige Arbeits­plät­ze verloren.

Kurzarbeit

„Im Februar haben 1.500 Betriebe für 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Damit bewegen wir uns deutlich unter dem Niveau des Vormonats Januar mit 3.400 Anzeigen für 29.000 Beschäf­tigte. Seit Beginn der Co­rona-Pandemie im März sind insgesamt 42.000 Anzeigen auf Kurzarbeit für 463.200 Be­schäftigte in den Arbeitsagenturen eingegangen. Die Schwer­punkte liegen im Einzelhandel, in der Gastro­no­mie, im Gesund­heits­wesen und im Bauge­wer­be. Betrachtet man die ‚realisierte Kurzarbeit‘ -  hier liegen die November-Zahlen vor - so haben im November 61.900 Be­schäftigte in 10.000 Betrieben kurz­gearbeitet.“    

Wichtiger Hinweis: Woche der Ausbildung vom 15. - 19. März

Abschließend wies Haupt-Koopmann auf die demnächst stattfindende ‚Woche der Ausbildung‘ hin: „Unter dem Motto ‚Zukunft braucht Ausbildung!‘ wird am 15. März die diesjährige ‚Woche der Aus­bildung‘ starten. In dieser Woche werben wir - die Arbeitsagenturen und Jobcenter des Landes -  insbesondere bei Jugendlichen und Eltern für die duale Berufsausbildung. Wir wer­den auch unter Pandemie-Bedingungen alle Wege - von digitalen Elternabenden über bun­des­weite Chats bis hin zur individuellen Videoberatung - nutzen, um die Bandbreite der Aus­bildungs­berufe und die mit ihn­en verbundenen Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten vorzustellen.“

Daten-Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (Februar-Daten 2021)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Stormarn mit 4,2 Prozent
  • Höchste Quote: Dithmarschen mit 6,9 Prozent

kreisfreie Städte

  • Niedrigste Quote: Kiel mit 8,7 Prozent
  • Höchste Quote: Neumünster mit 9,8 Prozent