31.08.2022 | Presseinfo Nr. 30

Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: August 2022

-   Aktuell gibt es 61.400 Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitslosen­quote liegt bei 7,6 Prozent

-   Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum August des Vorjahres um 3.100 und im Vergleich zum Vormonat Juli um 760 angestiegen

-   „Die zurückhaltende Einstellungspraxis der Betriebe, der jahreszeitlich übliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit und der Übergang der ukrainischen Schutzsuchenden in die Grundsicherung sorgen für den kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern.“ (Markus Biercher)

-   Der Bestand an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen liegt mit 20.300 über dem Vorjahreswert von 18.200

-   Plus bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Vorjahresvergleich: 6.900 zusätzliche Jobs (Juni-Daten)

-   Kurz-Infos: Ausbildungsmarktdaten, TOP TEN der unbesetzten Ausbildungsplätze; Digitale Medienangebote der BA zum Thema Berufswahl; Alo-Quoten der  Städte und Kreise

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen liegt - im Vergleich zum August des Vorjahres - mit 61.400 um 3.100 oder 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 7,6 Prozent, im August 2021 lag sie bei 7,1 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Juli ist die Zahl der Arbeitslosen um 760 oder 1,2 Prozent angestiegen.

„Die zurückhaltende Einstellungspraxis der Betriebe, der jahreszeitlich übliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit und der  Übergang der ukrainischen Schutzsuchenden in die Grundsiche­rung sorgen für den kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (31. August 2022)

Mit Blick auf die im Vormonatsvergleich angestiegene Jugendarbeitslosigkeit bei den unter 20-jährigen sagte er: „Dieser typische Anstieg gegenüber dem Vormonat Juli bei dieser Altersgruppe (+ 260 / +15,8 Prozent) ist kein Grund zur Besorgnis. „Diese Zahlen werden im Herbst schon wieder ganz anders aussehen“, so Biercher.

Personalnachfrage

Insgesamt liegt die Personalnachfrage über dem Niveau des Vorjahres. Im Augst 2021 hatten wir 18.200 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand, aktuell sind es 20.300  -  ein Plus von  2.100 oder 11,9 Prozent. Speziell im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe und im Handel werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es handelt sich um die Juni-Daten - ist im Vorjahresvergleich um 6.900 oder 1,2 Prozent auf 584.700 gestiegen. Insbesondere im Gast­ge­werbe (+2.600) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.100) sind neue Arbeitsplätze ent­standen. Hauptsächlich im verarbeitenden Gewerbe (-1.200) gingen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren.

Kurzarbeit

Betrachtet man die ‚realisierte Kurzarbeit‘ - hier liegen die Mai-Zahlen vor - so haben im Mai 1.500 Beschäftigte in 200 Betrieben kurzgearbeitet.  29 Betriebe haben im August für 382 sozial­versicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. „Damit liegen wir auf dem niedrigen Niveau der Vormonate“, sagte Biercher.

Ausbildungsmarkt

Zum Abschluss ging Biercher auf den Ausbildungsmarkt ein. „Trotz des offiziellen Ausbildungs­beginns sind auch die August-Daten nur eine Momentaufnahme, Der Ausbildungsmarkt in Meck­lenburg-Vorpommern ist nach wie vor in Bewegung. Bei uns sind aktuell noch 3.900 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. Speziell im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Handwerk sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt.“ Er forderte die jungen Menschen auf, die sich bisher erfolglos beworben haben: „Meldet euch bei der Berufsberatung für einen kurzfristigen Beratungs­termin. Nutzt unsere Jobbörse im Internet unter wwww.arbeitsagentur.de und besucht die Ausbil­dungsplatzbörsen, die wir in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Kammern im Rahmen der so genannten Nachvermittlung veranstalten.“

An die Arbeitgeber gewandt, die sich bisher noch nicht für eine Bewerberin oder einen Bewerber entschieden haben, sagte Biercher: „Geben Sie auch schwächeren Jugendlichen eine Chance. Schauen Sie sich diese Bewerber persönlich an und beurteilen Sie deren Fähigkeiten und Kennt­nisse nicht nur nach Aktenlage. Wir sind gerne bereit, sie mit unseren Angeboten - etwa der Einstiegsqualifizierung (EQ) oder der assistierten Ausbildung (AsA flex) - zu unterstützen.“

Ausbildungsmarkt

Daten-Info: Ausbildungsmarkt (August-Daten 2022)

  • aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 3.896 / +373 oder +10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • aktuell unversorgte Bewerber/-innen: 1.535 Bewerber/-innen / +139 oder +10,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

TOP TEN der unbesetzten Ausbildungsplätze (August-Daten 2022)

  • Verkäufer/-in: 335
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 251
  • Koch/Köchin: 214
  • Hotelfachmann/-frau: 180
  • Restaurantfachmann/-frau: 167
  • Fachkraft - Lagerlogistik: 118
  • KFZ-Mechatroniker/-in: 84
  • Anlagenmechaniker/-in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: 83
  • Metallbauer/in - Konstruktionstechnik: 80
  • Elektroniker/in - Energie- und Gebäudetechnik: 80

Auswahl:  BA-Online-Angebote für Jugendliche

Die Website www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen bündelt übersichtlich alle wichtigen Informationen und Angebote rund um das Thema Ausbildung. Das Spektrum reicht von Tipps für die Berufswahl über das Online-Selbsterkundungstool ‚Check-U‘ bis hin zur BA-Jobbörse. In einer Veranstaltungsdatenbank finden die Jugendlichen außerdem Ausbildungsmessen, Speed-Datings und weitere Events in ihrer Region.

Die Seite bietet nicht nur persönliche Erfahrungsberichte und Erfolgsgeschichten von Azubis, auch Arbeitgeber, Eltern und Lehrkräfte finden hier zahlreiche Erläuterungen und weiterführende Links.

Beratungstermine: Jugendlichen bietet die gebührenfreie Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 die Möglichkeit, einen Beratungstermin bei der Berufsberatung zu vereinbaren.

Daten-Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten

Arbeitslosigkeit in den Kreisen

  • Niedrigste Quote: Landkreis Rostock mit 5,8 Prozent
  • Höchste Quote: Vorpommern-Rügen mit 8,7 Prozent

Arbeitslosigkeit in den beiden kreisfreien Städten

  • Schwerin: 9,5 Prozent
  • Rostock: 7,4 Prozent