30.09.2020 | Presseinfo Nr. 48

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: September 2020

-   Aktuell: 94.000 Arbeitslose in Schleswig-Holstein, die Arbeitslosenquote liegtbei 6,0 Prozent

-   Gegenüber dem September des Vorjahres wächst die Zahl der Arbeitslosen um 17.700 oder 23,2 Prozent

-   Die Zahl der Arbeitslosen sinkt allerdings im Vergleich zum Vormonat August um 3.600 oder 3,7 Prozent

-   „Auch im September hat sich die Aufhellung am Arbeitsmarkt in Schleswig-Hol­stein fortgesetzt. So sind im Vergleich zum Vormonat August die Arbeitslosen­zahlen aller Altersgruppen gesunken. Insbesondere die Gruppe der ‚unter 20-Jährigen‘ konnte von dieser Entwicklung profitieren.“(Margit Haupt-Koopmann)

-   Zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden speziell von den Branchen eingestellt, die unter die aktuellen Corona-Lockerungen fallen

-   Kurzarbeit: Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 30.200 Betriebe für 351.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt

-   Daten-Infos zur ‚sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung‘ und zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘
 

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen ist - im Vergleich zum September des Vorjahres - um 17.700 oder 23,2 Pro­zent auf 94.000 angestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,0 Prozent, im September 2019 lag sie bei 4,8. Prozent. Im Vergleich zum Vormonat August hat sich die Arbeitslosigkeit um 3.600 oder 3,7 Pro­zent verringert.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 3.600 oder 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat August zeigt: Auch im September hat sich die Aufhellung am Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein fort­ge­setzt. So sind im Vergleich zum Vormonat August die Arbeitslosenzahlen aller Altersgruppen ge­sunken. Insbesondere die Gruppe der ‚unter 20-Jährigen‘ konnte von dieser Entwicklung pro­fitieren. So ist ihre Zahl um 270 oder 11,8 zurückgegangen“, betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regio­nal­direktion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (30. September 2020) in Kiel. „An diesem überdurchschnittlichen Rückgang zeigen sich nicht nur Nachholeffekte am Aus­bildungs­markt, sondern er dokumentiert auch, dass der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung ist.“

Mit Blick auf die Personalnachfrage sagte Haupt-Koopmann: „Hervorzuheben ist, dass den gemein­samen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagen­turen und Jobcenter im September 4.800 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet wurden, das sind 600 oder 14,4 Prozent mehr als im Vormonat August.“ Die Personalnachfrage bewege sich allerdings im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum Januar bis September auch weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als 2019. „Betrachtet man die Entwicklung seit Jahresbeginn, so wurden insgesamt 39.900 sozialversicherungspflichtige Stellen ge­meldet, ein Mi­nus von 10.600 oder 21,0 Prozent. Speziell die Zeitar­beits­bran­che hat deutlich weniger offene Stellen gemeldet“, so Haupt-Koopmann.

Neu eingestellt wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere in den Bereichen, die von den Corona-Lockerungen profi­tieren konnten: Verkauf, Logistik, Lebensmittelherstel­lung und Tou­ris­mus. „So haben im September 6.600 Arbeits­lose eine Be­schäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufge­nom­men. Ein Plus von 550 im Vorjahres­vergleich.“

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es handelt sich hierbei um die Juli-Daten  - ist im Vorjahresvergleich noch immer leicht angestiegen: um +2.500 oder +0,3 Prozent auf 1.003.400. Ins­be­sondere im Gesundheits- und Sozialbereich (+3.400), im Baugewerbe (+1.300), im Bereich öffent­liche Verwal­tung/ Sozial­versiche­rungen (+800) sowie im Bereich der freiberuflichen, techni­schen und wissenschaftlichen Dienstlei­stungen (+800) sind neue Arbeits­plätze entstanden. Speziell im Gastgewerbe (-1.800), in der Arbeitnehmerüberlassung (-1.800) so­wie im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-800) und im Handel (-600) gingen sozial­ver­siche­rungs­pflichtige Arbeits­plät­ze verloren.  

 

Kurzarbeit

Abschließend stellte Haupt-Koopmann die aktuellen Daten zur Kurzarbeit vor. „Seit Beginn der Co­rona-Krise im März haben in Schleswig-Holstein insgesamt 30.200 Betriebe für 351.000 Be­schäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sind 37,9 Prozent aller Betriebe mit mindestens einem so­zial­versicherungspflichtigen Beschäftigen. Die Schwerpunkte liegen im Einzelhandel, in der Gastro­no­mie und im Gesundheitswesen.“  

 

Daten-Info 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

(aktueller Stand: Juli-Daten 2020 - der vierte Monat mit Corona- Einwirkung!)

Vorjahresvergleich Juli 2020 zu Juli 2019

  • Anstieg um +2.500 oder +0,3 Prozent auf 1.003.400

Ausgewählte Bereiche 

  • Gesundheits- und Sozialbereich: +3.400
  • Baugewerbe: +1.300
  • öffentliche Verwaltung/Sozial­versicherungen: +800
  • Bereich der freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen: +8.00
  • Gastgewerbe: -1.800
  • Arbeitnehmerüberlassung: -1.800
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: -800

 

Daten-Info 2: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (September-Daten 2020)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Stormarn mit 4,0 Prozent
  • Höchste Quote: Steinburg mit 6,0 Prozent

kreisfreie Städte

  • Niedrigste Quote: Lübeck mit 8,3 Prozent
  • Höchste Quote: Neumünster mit 9,3 Prozent

 

Info: Ausbildungsmarkt

  • In diesem Monat werden keine Ausbildungsmarktdaten veröffentlicht. Sie werden - zum Abschluss des Berufsberatungsjahres - am 29.10.2020 bekannt gegeben.