26.03.2020 | Presseinfo Nr. 10

Corona-Pandemie: NRW schließt sich zu engem Netzwerk zusammen

Partner am Arbeitsmarkt machen sich gemeinsam stark für Unternehmen und Menschen

Die Partner am Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen haben ein enges Netzwerk geknüpft, um sich gemeinsam angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie für Unternehmen, Betriebe und die Menschen in NRW stark zu machen. Zusammenzustehen und gemeinsam bei der Bewältigung der beispiellosen Folgen der Pandemie anzupacken, ist das Gebot der Stunde.

Die nordrhein-westfälischen Ministerien für Arbeit, Gesundheit und Soziales, für Wirtschaft, für Schule und Bildung, die Jobcenter und die Agenturen für Arbeit, der Wirtschaftsverband unternehmer nrw, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industrie- und Handelskammern NRW sowie der Westdeutsche Handwerkskammertag bekräftigen, gemeinsam den Sorgen der Menschen angesichts der sehr starken wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begegnen.

Zu diesem Zweck arbeiten wir im bewährten Netzwerk eng daran, der Wirtschaft und den Beschäftigten in Unternehmen jeden erdenklichen Schutz in der derzeit existentiell herausfordernden Situation zukommen zu lassen. Dazu gehört das gemeinsame Anpacken beim Kurzarbeitergeld ebenso wie die schnelle und unbürokratische, dabei individuell passgenaue Umsetzung des Sozialschutz-Paktes der Bundesregierung und der Maßnahmen der Landesregierung zur Unterstützung von Wirtschaft und Menschen in NRW. Wir wollen, dass Menschen und Wirtschaft schnell und gezielt von den beispiellosen Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen profitieren, die in diesen Tagen auf den Weg gebracht werden.

Unser ganzes Augenmerk gilt der Sicherheit unserer Arbeitsplätze, der wirtschaftlichen Basis und der Menschen in Not. Wir bieten tatkräftig Hilfen und Unterstützung an. Wir schaffen gemeinsam Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Menschen und Unternehmen. Wir klären offene Fragen, stimmen uns über wichtige Schritte ab, und stoßen auch gesetzgeberische Eilverfahren an. Unser gemeinsames Ziel ist es, alle unterschiedlichen Interessen hintenanstehen zu lassen und miteinander ein leistungsfähiges Netz für die Menschen und die Wirtschaft in NRW zu knüpfen.

Wir sind überzeugt, dass wir im gemeinsamen Schulterschluss die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen können:

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann: „Die Corona-Krise stellt auch den Arbeitsmarkt in NRW vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist, dass wir uns in dieser Krise darauf verlassen können, dass die bewährte Zusammenarbeit mit den Partnern auf Landesebene noch enger abgestimmt wird, um die Folgen der Krise für Arbeit und Ausbildung abzumildern.“

Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung: „Wir arbeiten gerne in diesem Netzwerk mit, denn ganz besonders in diesen Zeiten ist es wichtig, als Gesellschaft zusammenzuhalten. Wir wissen, dass Eltern, die gleichzeitig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, durch das derzeitige Ruhen des Unterrichtsbetriebs vor Herausforderungen stehen. Wir möchten ihnen zumindest die Sorge um die Betreuung ihrer Kinder nehmen. Die Landesregierung kümmert sich darum, dass die Menschen in den Betrieben, die für unsere Grundversorgung unverzichtbar sind, weiterhin arbeiten können. Die in solchen Betrieben tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können auf eine verlässliche und gute Betreuung ihrer Kinder in der für sie eingerichteten Notbetreuung in unseren Schulen vertrauen.“

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Jetzt kommt es darauf an, schnell, unbürokratisch und wirksam zu handeln und gemeinsam mit unseren Partnern daraufhin zu arbeiten, dass der Schaden für Unternehmen und Beschäftigte so gering wie möglich bleibt. Bund und Land setzen hierfür derzeit alle Hebel in Bewegung. Kurzarbeitergeld, Soforthilfen, Bürgschaften, günstige Kredite und Haftungsfreistellungen können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die Unternehmen ihre Fachkräfte auch in der Krise weiterbeschäftigen und die wirtschaftliche Basis erhalten bleibt. Nur gemeinsam schaffen wir es, die Folgen für Beschäftigte und Unternehmen zu begrenzen und die Krise so schnell wie möglich zu überwinden.“

Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Wir wissen um die Sorgen, die sich viele Menschen derzeit machen, ob Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, kleine Gewerbetreibende, Freiberufler – oder auch Familien. Viele stehen vor schweren finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen. Unsere Botschaft: Jobcenter und Agenturen für Arbeit stehen zusammen mit unseren Arbeitsmarktpartnern dafür ein, dass wir schnell und unbürokratisch anpacken und alles dafür tun, dass Ihre Arbeitsplätze sicher, Ihre wirtschaftliche Basis gesichert bleibt. Wir arbeiten als Partner eng abgestimmt zusammen und kümmern uns gemeinsam um die Sorgen von Unternehmen und Menschen.“

Arndt Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e.V. (unternehmer nrw): „Wir müssen gemeinsam alles tun, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie für Unternehmen und Beschäftigte so begrenzt wie möglich zu halten. Wichtig ist, dass die erweiterten Regelungen zum Kurzarbeitergeld kein Geschenk sind an die Unternehmen, sondern einzig dazu dienen, die Liquidität und die Überlebensfähigkeit der Unternehmen zu verbessern. Mit Kurzarbeit versuchen wir, Arbeitslosigkeit zu verhindern und unsere Belegschaften möglichst an Bord zu halten. Das erleichtert uns dann auch die Rückkehr zu stabilen Verhältnissen nach der Krise.“

Anja Weber, Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund NRW: „Mit den Regelungen zur Kurzarbeit und den Rettungsschirmen soll verhindert werden, dass es durch die Corona-Krise zu Entlassungen kommt. Das wichtige Signal lautet: Wir lassen Beschäftigte und Unternehmen in der Krise nicht allein. Als Partner wollen wir da Lücken schließen, wo es zu sozialen Schieflagen kommt und Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Minijobber und Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen trifft die Krise besonders hart. Den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise müssen wir gemeinsam begegnen. “

Thomas Meyer, Präsident von IHK NRW: „Die Herausforderung für die Wirtschaft durch das Corona-Virus ist beispiellos. Die IHKs in NRW erhalten täglich tausende Nachrichten von oftmals verzweifelten Unternehmerinnen und Unternehmern. Unsicherheit und Existenzängste beherrschen derzeit den Alltag. Unsere Unterstützung geht daher häufig weit über das reguläre Tagesgeschäft hinaus. In enger Abstimmung mit den Partnern im Land können wir Sie aber ab sofort auf telefonischem und digitalem Wege zu Kurzarbeitergeld, Soforthilfen und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten beratend unterstützen. Wir setzen alle Kräfte ein, um eine schnelle Umsetzung zu fördern. Und wir hoffen, die Unternehmerinnen und Unternehmer in diesen bewegten Zeiten so gut wie möglich durch die Krise zu bringen. Im besten Falle können wir gemeinsam gestärkt daraus hervorgehen.“

Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages: „Gesundheit hat derzeit oberste Priorität. Wir müssen gleichzeitig so viele Arbeitsplätze und Unternehmen wie möglich sichern. Mit Land und Bund konnten wir hier gute erste Rettungsmaßnahmen ergreifen – auch für das Handwerk in NRW. Wichtige Erfahrung dabei: NRW hält zusammen. Doch wir stehen erst am Anfang der Krise. Die Hilfen müssen jetzt schnell in den Betrieben ankommen. Und: Das Handwerk will arbeiten und ausbilden. Dafür braucht das Handwerk gerade jetzt Kunden und Aufträge.“

Eine Übersicht über die Unterstützungs- und Informationsangebote der Arbeitsmarktpartner in NRW finden Sie im Internet hier: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/corona-arbeitsmarktpartner