09.04.2020 | Presseinfo Nr. 14

Kurzarbeit steigt weiter - aber weniger stark

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Unternehmen und Betriebe, die aufgrund der Beschränkungen im Alltagsleben zur Eindämmung der Corona-Virus-Epidemie Kurzarbeit angezeigt haben, kurz vor Ostern noch einmal deutlich gestiegen. Mit Stichtag 6. April sind in NRW rund 140.000 Anzeigen für Kurzarbeitergeld gestellt worden. Gleichzeitig gingen allgemeine Beratungsanfragen und die täglichen Neuanzeigen zurück, sagte Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW.

„Die Zahl von 140.000 Anzeigen auf Kurzarbeit in NRW - zum Stichtag 6. April - ist nach wie vor eine erste Hochrechnung“, sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Sie beinhaltet alle Unschärfen, die mit Hochrechnungen verbunden sind. Sie zeigt aber dennoch, dass wir in NRW mit einem Plus von rund 40.000 Anzeigen seit dem 27. März noch einmal einen deutlichen Zuwachs an Unternehmen und Betrieben hatten, die Kurzarbeit angezeigt haben.“

Anzeigen auf Kurzarbeit werden weniger

Withake wies noch einmal auf die Dimension hin, die die Kurzarbeit im März erreicht hat: „Während der Finanzkrise 2009 gab es in NRW im Verlauf des gesamten Jahres 28.663 Anzeigen auf konjunkturelle Kurzarbeit.“ Er rechne auch damit, dass sich in NRW auch weiter Firmen für den Schritt in die Kurzarbeit entscheiden werden. Doch mit einem weiteren großen Anstieg, vergleichbar dem der vergangenen fünf Wochen, sei nicht mehr zu rechnen: „Zum einen geht die Zahl der neuen Anzeigen täglich zurück. Und zum anderen sehen wir, dass auch der allgemeine Beratungsbedarf der Firmen spürbar abnimmt. Das melden uns nicht nur unsere Arbeitsagenturen, sondern auch unsere Partner am Arbeitsmarkt, die vor Ort die Agenturen für Arbeit mit viel Personaleinsatz tatkräftig unterstützen.“

So spielten Kammern und Verbände, unternehmer nrw oder auch der DGB eine zentrale Rolle bei der Beratung von Menschen und Unternehmen in NRW, sagte Withake: „Gemeinsam schaffen wir es, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gut und kompetent zu Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld zu informieren. Das ist wichtig, weil wir nur mit guter Information den Menschen die Sicherheit geben können, die sie in dieser existentiell herausfordernden Situation benötigen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bei allen Partner bedanken!“

Agenturen für Arbeit gut vorbereitet auf Auszahlung des Kurzarbeitergeldes

Zugleich, sagte der Arbeitsmarktexperte, dass die Agenturen für Arbeit mit der Bearbeitung der Anzeigen gut vorankommen: „Anfang März ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeitergeld das erste Mal sprunghaft gestiegen. Wir waren darauf gut vorbereitet und haben dann in kürzester Zeit noch mehr Personal in den Teams zusammengezogen, die die Anzeigen und Anträge bearbeiten. Deshalb können wir jetzt davon ausgehen, dass wir die Anzeigen demnächst weitestgehend bearbeitet haben.“

Die schnelle Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes habe jetzt die höchste Priorität in allen Agenturen für Arbeit: „Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind mit den Lohnauszahlungen in Vorleistung gegangen. Das ist Teil des Verfahrens: Erst zeigen Unternehmen Kurzarbeit an, dann rechnen sie die tatsächlich erbrachte Lohnfortzahlung mit den Agenturen für Arbeit ab.“

Wichtig sei es ihm, sagte Withake, noch einmal auf die Rolle und das Ziel hinzuweisen, die das Kurzarbeitergeld für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in NRW spielt: „Wir erleben aktuell eine beispiellose Herausforderung. Durch das Kurzarbeitergeld erhalten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW in vielen Fällen die Sicherheit, ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren, auch wenn das mit Einbußen beim Lohn verbunden ist. Und viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die sobald wie möglich ihre volle Wirtschaftstätigkeit wieder aufnehmen wollen, wissen, dass sie sich dabei auf bewährte und geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen können.“

Folgen Sie der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit auf Twitter.