01.09.2020 | Presseinfo Nr. 32

Den Herbst nutzen: Ausbildung jetzt!

In NRW noch gut 28.700 Chancen am Ausbildungsmarkt
In Nordrhein-Westfalen sind aktuell noch 28.727 gemeldete Ausbildungsstellen frei und 23.535 junge Menschen suchen eine duale Berufsausbildung. „Bewerberinnen und Bewerber um eine Berufsausbildungsstelle in NRW haben in diesem Herbst noch viele Chancen für einen guten Einstieg in das Berufsleben", betont Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen. „Es lohnt sich, sich jetzt beraten zu lassen und sich zu bewerben."

Auch nach den traditionellen Ausbildungsstarts am 1. August und 1. September sei der Beginn einer dualen Ausbildung noch möglich, sagte der Arbeitsmarktexperte. „Unternehmen und Betriebe denken an die Zukunft und bilden auch in der Corona-Pandemie Fachkräfte von Morgen aus. Das Besondere in diesem Jahr ist, dass es jetzt im Herbst noch viele Möglichkeiten für junge Frauen und Männer am Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen gibt“, sagt Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.

Akteure in NRW gestalten gemeinsam Chancen am Ausbildungsmarkt

Die Corona-Pandemie hat die Situation auf dem Arbeitsmarkt verändert. Abschlussprüfungen an den Schulen fanden später statt, neue Formate für Bewerbungsverfahren mussten entwickelt werden und Unternehmen hatten teilweise andere Prioritäten. „Umso mehr freue ich mich, dass alle Partner am Ausbildungsmarkt gemeinsam ihre Kräfte mobilisieren, um auch in diesem Jahr und trotz aller Herausforderungen die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses erfolgreich voranzubringen“, so Withake. „Nur zusammen können wir dieses Ziel erreichen. Deshalb haben alle Arbeitsmarktpartner im Ausbildungskonsens NRW gemeinsam die Initiative „Ausbildung jetzt“ gestartet. Wir wollen junge Menschen über die vielen tollen Chancen und Perspektiven, die es jetzt noch am Ausbildungsmarkt gibt, beraten. Und wir wollen tatkräftig Unternehmen bei der Ausbildung ihrer Fachkräfte der Zukunft - auch unter den Bedingungen der Corona-Krise - unterstützen.“ Wichtig sei es, die vielen offenen Ausbildungsplätze zu besetzen und zusammen mit den Jugendlichen den passenden Ausbildungsplatz mit Perspektive für sie zu finden. „Alle jungen Menschen sollen ein passendes Angebot erhalten und einen guten Einstieg ins Berufsleben finden“, sagte Withake.

Neue Wege in der Berufsberatung

Beratung und Unterstützung sind für Jugendliche derzeit auch gerade deshalb besonders wichtig, da sich viele unsicher fühlen durch die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie. Gibt es überhaupt noch freie Ausbildungsplätze? Wie sind meine Chancen, in meinem Wunschberuf eine Ausbildung zu finden? Muss ich befürchten, dass ich die Ausbildung nicht abschließen kann? Das sind Fragen, die der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit jeden Tag gestellt werden, sagte Withake: „Wir haben in den vergangenen Monaten die Beratungsmöglichkeiten der Agenturen ausgebaut und weiterentwickelt – digital, aber auch vor Ort, in den Agenturen für Arbeit und in den Schulen.“

Digitale Angebote unterstützen junge Menschen bei der Berufsentscheidung. So können die Jugendlichen mit dem online Selbsterkundungstool Check-U anhand ihrer Stärken ihren beruflichen Weg finden. Die App AzubiWelt unterstützt dabei, die Vielfalt der Ausbildungsberufe zu entdecken und die passende Ausbildungsstelle zu finden. Im Rahmen von Live-Chats auf YouTube erhalten Bewerberinnen und Bewerber unter dem Hashtag #Zukunftklarmachen Tipps zum Schreiben von Bewerbungen oder zu aktuellen Ausbildungschancen.

Zu den neuen Präsenzformaten in den Agenturen für Arbeit gehört zum Beispiel ein „Walk and Talk“. Hier stellen sich Bewerberinnen und Bewerber den Ausbilderinnen und Ausbildern bei einem Spaziergang im Freien vor. Oder Jugendliche chatten live aus der Agentur für Arbeit per Video mit Ausbildern. An Marktständen in Innenstädten informieren und vermitteln Berufsberaterinnen und Berufsberater angehende Azubis. Telefonisch erreichen die Jugendlichen ihre Berufsberaterin und ihren Berufsberater direkt über zusätzliche regionale Hotlines. Kontakte zu Arbeitgebern werden direkt vermittelt.

Der Ausbildungsmarkt in Zahlen

Im August 2020 gab es landesweit 106.834 gemeldete Ausbildungsstellen und damit 8.962 bzw. 7,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Ausbildungsjahre mit 109.096 gemeldeten Ausbildungsstellen fällt der Rückgang geringer aus. Aktuell gibt es noch 28.727 freie Ausbildungsstellen.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,6 Prozent oder 13.231 auf 111.288 junge Menschen. 23.535 von ihnen suchen aktuell noch eine duale Berufsausbildung und gelten in der Statistik als unversorgt. Rechnet man die Jugendlichen hinzu, die bereits eine alternative Möglichkeit zur Ausbildung haben, die Ausbildungssuche aber fortsetzen, suchen 34.854 Menschen einen Ausbildungsplatz. Somit waren 987 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber mehr auf der Suche als im Vorjahresmonat. Der Anstieg beträgt 4,4 Prozent.

Landesweit gibt es rechnerisch 96 Ausbildungsstellen für 100 Bewerberinnen bzw. Bewerber. Doch verteilt sich dieses Verhältnis regional sehr unterschiedlich. Im Münsterland kommen 124 und in Südwestfalen sogar 133 Stellen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber. Im Rheinland gibt es je 100 Bewerber 98 Stellen, in Ostwestfalen-Lippe 93 Stellen, aber im Bergischen Land nur 83, im Ruhrgebiet nur 82 Ausbildungsplätze auf 100 junge Menschen.

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