12.08.2021 | Presseinfo Nr. 23

NRW-Ausbildungsatlas 2021

Ausbildungsmarkt geht in die Verlängerung. NRW-Atlas zeigt viele gute Chancen auf
In den Monaten August und September starten regulär die dualen Berufsausbildungen. Doch in diesem Jahr sind zu den klassischen Startterminen noch viele Plätze frei. Deshalb geht der Ausbildungsmarkt wieder in die Verlängerung. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat auch jetzt noch gute Chancen. Wo und in welchen Berufsfeldern Azubis gesucht werden, zeigt der soeben erschienene NRW-Ausbildungsatlas 2021 der Bundesagentur für Arbeit.

Für viele Jugendliche und Unternehmen beginnt erst jetzt der Endspurt am Ausbildungsmarkt. "Die Pandemie hat es vielen Schülerinnen und Schülern erschwert, eine Antwort auf die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft zu finden", sagte Almuth Schlosser, Geschäftsführerin in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in NRW. "Es ist daher eine gute Nachricht für alle, die bis jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, dass der Ausbildungsmarkt auch in diesem Jahr wieder in die Verlängerung geht. Am 1. September ist nicht Schluss. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wollen trotz Corona den Nachwuchs für ihr Unternehmen sichern und noch in diesem Jahr ihre freien Ausbildungsplätze besetzen". Anfang August waren in NRW noch 37.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Viele dieser Stellen waren erst im Juni oder Juli gemeldet worden. Auch jetzt werden noch neue Stellen gemeldet, sagte Schlosser: "Es lohnt sich für alle Jugendlichen, die noch in diesem Jahr mit einer Ausbildung beginnen wollen, sich jetzt beraten zu lassen und sich zu bewerben."

Doch wo im Land sind Lehrstellen frei und welche Branchen suchen besonders viele Azubis? Wie verteilen sich die freien Stellen regional? Antworten finden sich im NRW-Ausbildungsatlas 2021 der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Der Atlas bietet auf über 60 farbigen Grafiken Antworten auf diese Fragen. Analysiert werden Chancen und Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen am sehr vielfältigen Ausbildungsmarkt des größten Bundeslandes.

Angebot und Nachfrage sind in NRW regional unterschiedlich ausgeprägt

Es gibt Berufe, die von vielen Bewerberinnen und Bewerbern nachgefragt werden, und Berufe, die weniger bekannt und nachgefragt sind und daher große Chancen bieten, einen der Ausbildungsplätze zu ergattern. Wer sich beispielsweise auf den Beruf der Mediengestalter/in bewirbt, wird mit vielen anderen Bewerberinnen und Bewerbern konkurrieren müssen. Mediengestalter/in ist ein sehr nachgefragter Beruf, weshalb er für Nordrhein-Westfalen landesweit im Atlas in Rot dargestellt ist. Rot bedeutet, hier gibt es einen "Versorgungsengpass". Viele Jugendliche möchten diese Ausbildung beginnen, es gibt aber nur wenige Angebote.

Bessere Aussichten gibt es in Berufen, für die die Karten des Atlas blau und bläulich eingefärbt sind. Blau steht für einen "Besetzungsengpass" der Unternehmen, sie finden nicht genügend Auszubildende. Metallbauer/innen oder Konstruktionsmechaniker/innen sind zum Beispiel Ausbildungen, bei denen der Nachwuchs sehr umworben wird. Wer statt Video-Bilder also lieber Metallbauteile schneiden und später zusammenschweißen möchte, hat beste Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz.

Bei vielen Berufen gibt es aber regionale Unterschiede. Sie sind vielleicht im Münsterland blau, im Rheinland aber rot eingefärbt. Zum Beispiel der Beruf der Lackierer/in oder auch der Fahrzeuglackierer/in. Im Münsterland werden Auszubildende in diesen Bereichen händeringend gesucht, im Rheinland fällt den Unternehmen die Besetzung ihrer Stellen hingegen nicht schwer.

Ähnlich sieht es bei Berufen im Bereich Werbung und Marketing aus. Im Rheinland gibt es einen Besetzungsengpass für die kaufmännischen Berufe in der Werbebranche. Wer aber als junger Mensch im Ruhrgebiet oder in Südwestfalen lebt und dort nach einem Ausbildungsplatz in der Branche sucht, hat eher geringe Chancen. Interessant ist hier auch ein Blick auf das Münsterland: Es ist gelblich eingefärbt. Gelb – das bedeutet, dass ein Berufsbild ein "Passungsproblem" in einer Region aufweist. Das ist immer dann der Fall, wenn Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerber nicht zusammenkommen. Rechnerisch gibt es dann zwar ausreichend Stellen und ausreichend Bewerberinnen und Bewerber. Faktisch aber bleiben Ausbildungsstellen unbesetzt und interessierte junge Menschen finden keinen Ausbildungsplatz. Die Gründe dafür sind vielfältig: So können zum Beispiel die Entfernung und fehlende Mobilität der jungen Menschen ein Grund sein, aber auch die Anforderungen der Unternehmen, die vielleicht nicht mit der schulischen Qualifikation oder den Wünschen der Bewerberinnen und Bewerber zusammenpassen.

Download

Den NRW-Ausbildungsatlas 2021 finden Sie auf der Website der Arbeitsmarktbeobachtung unter Informationen in der rechten Spalte.

Weitere Informationen:

  • Detaillierte statistische Daten und Grafiken zum Ausbildungsmarkt finden Sie auf der Website der Statistik der Bundesagentur für Arbeit.
  • Endlich kündigen im Hotel Mama! Alle Angebote der Agenturen für Arbeit in NRW rund um die Themen #Ausbildungklarmachen und Berufseinstieg sind auf der Website der Regionaldirektion NRW zusammengefasst.
  • Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie Plus. Das Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern unterstützt Betriebe mit der Ausbildungsprämie (plus), wenn sie die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze halten oder sogar erhöhen. Mehr dazu erfahren Sie auf der Website zum Thema Ausbildungsprämie.

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