27.08.2021 | Presseinfo Nr. 48

Niedersachsen droht ab 2025 eine Nachwuchslücke auf dem Arbeitsmarkt

Zunächst fehlen 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, im Jahr 2030 werden es voraussichtlich schon 36.000 sein. Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um Arbeitskräfte zu gewinnen. Dazu gehören vor allem intensive Bemühungen um den Ausbildungsmarkt, um Weiterbildung für Beschäftigte in Betrieben, Qualifizierung von Arbeitslosen, die Rückkehr in den Beruf nach familienbezogenen Auszeiten und die Integration zugewanderter Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Besonders wichtig ist aber auch, im Ausland gezielt Fachkräfte zu gewinnen.“ 

 

Im Jahr 2030 entspricht die erwartete „Nachwuchslücke“ mit rund 36.000 Personen voraussichtlich bereits 45 Prozent aller Verrentungen, so dass zu diesem Zeitpunkt rechnerisch nur fünfeinhalb von zehn Neu-Rentnern ersetzt worden sein könnten. In Relation zur Gesamtzahl aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen 2020 entspricht die voraussichtliche Lücke 2030 rund einem Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit hat begonnen, ihren bisher auf Arbeitslose gerichteten Fokus auf Beschäftigte auszuweiten: „Wir lassen nicht nach in unseren Anstrengungen, Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und zugewanderte Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Aber wir beraten und unterstützen zunehmend Betriebe und Beschäftigte bei Weiterbildung und Qualifizierung. So behalten wir alle Arbeitskraftpotentiale im Blick.“ Dafür steigert die Bundesagentur für Arbeit die Fördergelder für Beschäftigte. Die Regionaldirektion wird im Jahr 2021 Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in Niedersachsen mit etwa 17 Mio. Euro unterstützen. Das sind rund 9 Prozent mehr als 2020 und 21 Prozent mehr als 2019. Rechnet man die Entgeltzuschüsse dazu, sind für Niedersachsen mehr als 46 Mio. Euro vorgesehen.

Die Prognose zur Nachwuchslücke basiert auf einer Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung– IAB-Regional Niedersachsen-Bremen. Verglichen wurden die Jahrgänge der 23-27-Jährigen auf der Nachwuchsseite (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, nach deren weitestgehend abgeschlossener Berufsausbildung) mit den bereits aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen 60-64-jährigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf der „Abgangsseite“.

Niedersachsen:

Differenz zwischen verrenteter und Nachwuchs-Kohorte laut IAB-Regional Niedersachsen-Bremen

2020:    +15.000 Personen

2025:   -   5.000 Personen

2030:    - 36.000 Personen