30.06.2022 | Presseinfo Nr. 30

Niedersachsen: Ukraine-Effekt: Arbeitslosenzahlen steigen trotz weiterhin wachsender Beschäftigung

Pfeiffer: Jobcenter bewältigen große Herausforderungen
 
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen steigt weiterhin. Trotzdem steigt erstmals seit der Corona-Krise auch die Arbeitslosenzahl. Grund ist der Fortschritt bei der Registrierung von Geflüchteten aus der Ukraine, die seit dem 1. Juni durch die Jobcenter betreut werden. Ohne die Registrierung der Geflüchteten wäre die Arbeitslosigkeit weiterhin wie in den Vormonaten gesunken – um 0,6 Prozent im Vergleich zum Mai. Im Juni lag die Arbeitslosenzahl mit 223.444 um 4,7 Prozent höher als im Mai. Das sind jedoch noch immer 18.552 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei 5,1 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl durch Geflüchtete aus der Ukraine entwickelt sich dabei in den einzelnen Bezirken unterschiedlich, je nach Wohnort oder auch Verfahren bzw. Zuständigkeit vor Ort. In Hameln stieg die Arbeitslosigkeit bspw. um 14,1 Prozent, in Hannover um 2,6 Prozent und in Stade lediglich um 0,5 Prozent. Aktuell werden in Niedersachsen bereits 22.494 erwerbsfähige Geflüchtete aus der Ukraine bei den Jobcentern betreut. 17.332 davon stehen dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend - arbeitslos sind darunter 12.367. Exakte Aussagen dazu, wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer Leistungen aus der Grundsicherung beziehen, werden erst im Herbst detailliert möglich sein. Denn für den Wechsel aus dem Rechtskreis des Asylbewerberleistungsgesetzes in das SGB II gilt für die Jobcenter eine dreimonatige Übergangsfrist.

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt ist weiterhin robust und aufnahmefähig und unsere Jobcenter sind gut vorbereitet. Sie stemmen hier mit sehr viel Engagement eine gewaltige Aufgabe, um die Existenzsicherung für die Geflüchteten zu gewährleisten und die Integration der Menschen sicherzustellen. Sie vermitteln z.B. in Deutschkurse oder nutzen lokale Netzwerke, um Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu finden. Gute Deutschkenntnisse sind eine Voraussetzung für qualifizierte Arbeit. Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich ein Teil der Menschen eine schnelle Rückkehr in die Heimat wünscht und kein Interesse an langfristiger Integration hat. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind nicht gekommen, um unseren Fachkräftemangel zu lösen. Aber wer qualifiziert arbeiten möchte, bekommt wie jeder andere die ganze Palette an Unterstützungsmöglichkeiten.“

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen ausweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Juni bei 292.368 Personen. Das waren 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

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