11.05.2021 | Presseinfo Nr. 35

Bremen: Pfeiffer: „Leergefegter Markt für Pflegefachkräfte bietet große Beschäftigungschancen“

Bremen:

Die Corona-Krise hat den Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Krankenpflege noch einmal verschärft. Auch in der Altenpflege lassen sich freie Stellen weiterhin nur schwer besetzen.
 

Der Pflegebereich wächst und wächst, auch in der Corona-Krise. Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Land Bremen von Mitte 2019 bis Mitte 2020 insgesamt um 1,5 Prozent gesunken ist, wuchs die Zahl der Beschäftigen in der Pflege immer weiter, 1,9 Prozent in der Gesundheits-/Krankenpflege und 1,1 Prozent in der Altenpflege. „Die Pflegeberufe haben sich gegen den Trend positiv entwickelt“, erklärt Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, anlässlich des Tags der Pflege am 12. Mai. „Der Beschäftigungsaufbau alleine wäre ein Grund zur Freude, denn wir brauchen immer mehr gut ausgebildete Kräfte, die sich um alte und kranke Menschen kümmern. Die Kehrseite ist allerdings, dass sich der bestehende Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Krankenpflege noch einmal verschärft hat. Es gibt kaum noch arbeitslose Pflegerinnen und Pfleger für die freien Stellen. In der Altenpflege ist die Situation noch schwieriger. Der Markt für Pflegefachkräfte im Land Bremen ist komplett leergefegt. Er bietet dadurch aber große Beschäftigungschancen für Interessierte, die gerne mit Menschen arbeiten möchten. Als Einstieg sind Ausbildungen und Umschulungen möglich. Auch Zuzüge aus dem Ausland helfen, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.“ 

Gesundheits-/Krankenpflege:

Der Fachkräftemangel ist weiter hoch. Wie oben beschrieben, wächst der Bereich, dementsprechend ist es schwer, für die gemeldeten Stellen Fachkräfte zu finden. Im April 2020 standen 226 freien Stellen für Fachkräfte nur 72 Arbeitslose mit gleicher Qualifikation gegenüber. Ein Jahr später, im April 2021, sind die Stellen auf 184 gesunken, die Arbeitslosen auf 67.

Altenpflege:

Hier ist der Fachkräftebedarf ebenfalls ausgeprägt. Im April 2020 standen 95 freien Stellen für Fachkräfte nur 33 Arbeitslose mit gleicher Qualifikation gegenüber. Ein Jahr später, im April 2021, sind die Stellen minimal auf 97 gestiegen, die Arbeitslosen auf 53.

Bundesagentur für Arbeit fördert Umschulungen und rekrutiert aus anderen Ländern

Seit dem Jahr 2015 hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) – unter anderem im Rahmen der „Ausbildungsoffensive Pflege“ – bundesweit 40.000 berufliche Weiterbildungen mit Abschluss in der Altenpflege und 6.000 in der Gesundheitspflege gefördert, davon rund 330 bzw. 30 im Land Bremen. Unterstützt wurden sowohl Arbeitslose als auch Beschäftigte.

Die BA hilft zudem dabei, Fachkräfte und Auszubildende für die Pflege im Ausland zu gewinnen. In den letzten vier Jahren wurden knapp 4.600 ausgebildete Fachkräfte und 600 Auszubildende vermittelt. Ein Schwerpunkt bildet das Programm „Triple Win“. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet die BA u.a. mit den Ländern Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien zusammen. Die BA setzt hierbei auf faire Migration und arbeitet nur mit Ländern zusammen, in denen es keinen eigenen Mangel an Pflegekräften gibt.

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