07.05.2019 | Presseinfo Nr. 22

Immer mehr EU-Bürger finden Arbeit in Niedersachsen

Die Zahl der in Niedersachsen arbeitenden EU-Bürger hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit angesichts des bevorstehenden Europatages am 9. Mai hin. Von rund 40.600 Beschäftigten mit EU-Staatsbürgerschaft im Jahr 2008 stieg die Zahl auf knapp 147.400 im Jahr 2018. Damit kam zuletzt jeder 20. sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer aus einem EU-Partnerland.

„Der niedersächsische Arbeitsmarkt hat sich durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger sehr vielfältig entwickelt", sagt Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. „Über alle Grenzen hinweg hat sie die EU zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum entwickelt und Niedersachsen ist darin für Unionsbürger ein attraktiver Arbeitsort. Aufgrund des großen Fachkräftebedarfs niedersächsischer Unternehmen werden wir auch künftig auf qualifizierte Beschäftigte aus der EU angewiesen sein."

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist das Recht jedes EU-Bürgers, seinen Arbeitsplatz innerhalb der Staatengemeinschaft frei zu wählen. Insgesamt gab es zum Stichtag Ende Juni 2018 rund 2,96 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Niedersachsen.

 

Größter Anteil an Beschäftigten aus Polen

Zu den fünf am stärksten vertretenden EU-Nationen in Niedersachsen gehören Polen, Rumänien, Italien, Bulgarien und Griechenland. Die Beschäftigten aus Polen stechen mit knapp 48.500 Personen hervor, gefolgt von Rumänien (gut 228.500), Italien (knapp 11.500), Bulgarien (gut 11.000) und Griechenland (rund 7.000). Rund 3000 Beschäftigte gab es 2018 mit britischem Pass. Die Perspektive für diese Personen war zuletzt ungewiss, da diese vom möglichen EU-Austritt Großbritanniens beeinflusst wird.

 

Geschlecht, Alter, Branche

Es arbeiten deutlich mehr Männer (66 Prozent) als Frauen (34 Prozent) aus EU-Staaten in Niedersachsen. Mit gut 78 Prozent sind die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 25 und unter 55 Jahre alt. Der Großteil der Menschen aus den EU-Staaten findet einen Job in der Dienstleistungsbranche (64 Prozent).

Die Bundesagentur für Arbeit ist Mitglied des Bündnisses „Niedersachsen für Europa" und bekennt sich in diesem Rahmen zu den gemeinsamen Werten und Zielen in einem geeinten Europa.