02.03.2021 | Presseinfo Nr. 11

Ein Jahr Corona-Lockdown in Niedersachsen

1,87 Milliarden Euro Kurzarbeitergeld schützen hunderttausende Arbeitsplätze

Ein Jahr nach Beginn des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 zieht die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit eine Zwischenbilanz zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. „Wir haben einen erheblichen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit erlebt, zugleich aber auch die ermutigend stützende Kraft der Kurzarbeit", erklärt Regionaldirektions-Chef Johannes Pfeiffer. „Hunderttausende Arbeitsplätze wurden und werden weiterhin durch Kurzarbeit geschützt."

Gleich zu Beginn des Lockdowns ab März/April ist die Arbeitslosenzahl in die Höhe geschnellt, seitdem liegt sie um rund 40.000 – 50.000 über dem Vorjahresniveau. Im Februar 2021 wurden insgesamt gut 269.000 Arbeitslose gezählt. Der zweite Lock-down hat aber bislang keine größeren Anstiege verursacht. „Die Rahmenbedingun-gen sind etwas anders, die Grenzen offen, Lieferketten wurden nicht unterbrochen, es kann vielfach weitergearbeitet werden. Außerdem schützt Kurzarbeit hunderttau-sende Arbeitsplätze. In den Spitzenmonaten April und Mai haben mehr als eine halbe Million Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Im Jahr 2020 haben wir erstmals in der Geschichte mehr Geld für Kurzarbeit ausgegeben als für Arbeitslosengeld", er-klärt Arbeitsmarktexperte Pfeiffer. Inklusive der von der Bundesregierung beschlosse-nen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge waren es 1,87 Milliarden. Für Ar-beitslosengeld waren es 1,7 Milliarden.

Durch die Corona-Folgen wurden Jobcenter für viele Menschen zum Rettungsanker, die vorher noch nie mit existenzieller finanzieller Not konfrontiert waren. So haben knapp 23.000 abhängig Beschäftigte Grundsicherung beantragt, weil ihr Einkommen beispielsweise durch Kurzarbeit soweit reduziert war, dass es für den Lebensunter-halt nicht mehr reichte. Auch knapp 11.000 Selbstständige erhielten Grundsicherung, denen schlagartig ihre Aufträge weggebrochen sind. „Ich möchte alle Menschen in Notlagen ermuntern, sich beim Jobcenter beraten und prüfen zu lassen, ob wir unter-stützen können", bekräftigt Pfeiffer.

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