05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Niedersachsen: Arbeitslosigkeit steigt leicht zum Ende des Jahres

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von November auf Dezember um 1.940 auf 251.096 Personen gestiegen (+0,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 5,7 Prozent. Die Entwicklung spiegelt noch nicht die möglichen Folgen des harten Lockdowns wieder. Dies ist erst ab dem kommenden Monat möglich. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch die Auswirkungen des Lockdown Light. 

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion der Niedersachsen-Bremen: „Der Winter lässt die Arbeitslosigkeit leicht steigen. Dabei handelt es sich im Grunde um eine für die Jahreszeit übliche Entwicklung. Allerdings werden die Folgen der Coronakrise im Vorjahresvergleich deutlich: In diesem Dezember waren fast 39.000 mehr Menschen arbeitslos als im letzten Jahr. Die Arbeitgeber meldeten in diesem Jahr knapp 41.000 freie Arbeitsstellen weniger.“

Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sind die aktuellsten Zahlen aus dem Oktober. Hier sieht der Vergleich mit 2019 besser aus: „Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre ist mit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie zwar nach und nach zum Erliegen gekommen, das Niveau des Vorjahres konnten wir in Niedersachsen trotzdem halten.“

Knapp 5.600 Unternehmen zeigen im Dezember Kurzarbeit an

Nachdem im November die Zahl an kurzarbeitenden Unternehmen wieder gestiegen ist, geht der Trend im Dezember weiter: 5.596 Betriebe meldeten für maximal 66.041 Beschäftigte Kurzarbeit an. Wie viel Kurzarbeit am Ende tatsächlich genutzt und abgerechnet wird, lässt sich erst nach mehreren Monaten ermitteln.

Insgesamt sind seit Beginn der Coronakrise 96.685 Anzeigen auf Kurzarbeit für bis zu 1.325.431 Beschäftigte vorsorglich eingegangen. Für den Monat Juni liegen erstmals endgültige Zahlen zur Kurzarbeit vor. Demnach waren in Niedersachsen 36.431 Betriebe mit 388.308 Beschäftigten in Kurzarbeit.    

Weiterhin viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt

Bis in den Januar hinein suchen Unternehmen in diesem Jahr nach passenden Bewerberinnen und Bewerbern für ihre noch unbesetzten Ausbildungsplätze. „Gemeinsam mit allen Partnern wollen wir eine drohende Lücke am Ausbildungsmarkt verhindern. Jeder nicht besetzte Ausbildungsplatz bedeutet in Zukunft eine Fachkraft weniger. Deshalb vermitteln wir auch jetzt noch intensiv weiter und versuchen, Arbeitgeber und Bewerber zusammenzubringen“, sagt Pfeiffer.

Die Zahl der unbesetzten Stellen hat sich zum Vormonat nochmals um rund 700 Stellen verringert: 1.501 Ausbildungsstellen waren im Dezember noch frei. Auch in diesem Monat meldeten sich noch über 1400 Bewerberinnen und Bewerber bei der Berufsberatung neu an. Insgesamt waren im Dezember noch 3.881 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Alternative.

Unternehmen meldeten im Dezember weniger freie Stellen

Im Dezember ging die Zahl an neu gemeldeten Stellen zum Vormonat merklich zurück. Die Unternehmen meldeten im Dezember 14.099 freie Stellen, 843 weniger als im November (-5,6 Prozent). Auch der Stellenbestand ist leicht gesunken: 62.485 sind in Niedersachsen derzeit zu besetzen (-708/-1,1 Prozent). Der Vergleich zum Vorjahr macht das schwierige Jahr deutlich. Insgesamt gingen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern seit Jahresbeginn 40.897 Stellen weniger ein (-19,9 Prozent).

Weitere Entwicklungen in Kurzform:

  • Die Zahl der Beschäftigten ist im Oktober (hochgerechnete, aktuellste Daten) leicht gestiegen. 3.067.300 Menschen waren demnach zuletzt sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 3.600 mehr als im Vormonat, jedoch 3.700 weniger als vor einem Jahr (-0,1 Prozent).
  • Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen ausweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Dezember bei 328.646 Personen. Das waren 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr.