29.01.2021 | Presseinfo Nr. 6

Land Bremen: Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen, der Lockdown die Kurzarbeit

Das neue Jahr beginnt wie üblich mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl:

Im Januar waren im Land Bremen 42.020 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.176 mehr als im Dezember (+2,9 Prozent) und sogar 4.883 mehr als vor einem Jahr (+13,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 11,1 auf 11,5 Prozent.

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Im Winter steigt die Arbeitslosigkeit immer an, da in einigen witterungsabhängigen Branchen wie auf dem Bau nicht in vollem Umfang gearbeitet werden kann. Zudem laufen zum Ende des Jahres Arbeitsverträge aus. Die höhere Arbeitslosenzahl ist daher überwiegend auf die saisonale Entwicklung zurückzuführen." In den Jahren zuvor ist die Arbeitslosigkeit im Januar ähnlich angestiegen.

Die Auswirkungen des harten Lockdowns zeigen sich weniger bei der Arbeitslosigkeit, aber deutlich an den steigenden Anzeigen auf Kurzarbeit. „Das zeigt uns, dass die Kurzarbeit funktioniert und weiterhin viele Arbeitsplätze schützt. Entlassungen halten sich in Grenzen. Im Dezember und Januar sind mehr als 1.000 Anzeigen auf Kurzarbeit bei unseren Arbeitsagenturen im Land Bremen eingegangen."

Kurzarbeit bleibt für Unternehmen auch im Januar große Stütze

Bereits im Dezember haben Unternehmen vermehrt Kurzarbeit angezeigt. Mit dem harten Lockdown steigt auch wieder die Zahl an neuen Anzeigen. Im Januar meldeten 525 Betriebe für maximal 5.678 Beschäftigte Kurzarbeit an. Erst nach mehreren Monaten lässt sich ermitteln, wie viel Kurzarbeit am Ende tatsächlich genutzt und abgerechnet wird.

Es liegen erstmals endgültige Zahlen zur Kurzarbeit für den Monat Juli vor. Demnach waren im Land Bremen 3.133 Betriebe mit 38.940 Beschäftigten in Kurzarbeit. Die KurzarbeiterQuote, die den Anteil der Kurzarbeitenden an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung darstellt, lag bei 11,8 Prozent.

Winter auf dem Stellenmarkt – Zuletzt deutlich weniger neue Stellenmeldungen

Der Winter und der zweite Lockdown machen sich bei der Arbeitskräftenachfrage bemerkbar. Insgesamt wurden im Januar 982 neue Stellen gemeldet. Das sind 288 weniger als im Dezember (-22,7 Prozent). Auch zum Vorjahr sind es 310 Stellen weniger (-24,0 Prozent).

Der Stellenbestand sinkt ebenfalls: 5.193 freie Stellen sind derzeit im Land Bremen gemeldet, 190 weniger als im Vormonat (-3,5 Prozent), sogar 1.276 weniger als im Jahr zuvor (-19,7 Prozent).

Weitere Arbeitsmarktentwicklungen in Kurzform:

  • Die Zahl der Beschäftigten ist im November (hochgerechnete, aktuellste Daten) leicht gestiegen. 338.700 Menschen waren demnach zuletzt sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 800 mehr als im Vormonat, jedoch 400 weniger als vor einem Jahr (-0,1 Prozent). Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre ist mit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie nach und nach zum Erliegen gekommen.
  • Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Menschen ausweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Januar bei 54.202 Personen. Das waren 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.