29.10.2020 | Presseinfo Nr. 69

Niedersachsen: Lage auf dem Arbeitsmarkt zuletzt stabiler

Die Zahl der Arbeitslosen ist von September auf Oktober um 7.850 auf 255.407 Menschen gesunken. Dies entspricht einem Minus von 3,0 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sind 45.263 Personen mehr arbeitslos gemeldet (+21,5 Prozent). Die Arbeitslo-senquote sank mit 5,8 Prozent wieder unter die 6-Prozent-Marke. Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion der Niedersachsen-Bremen: „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich zuletzt stabilisiert. Die weitere Entwicklung wird von dem Pandemiegeschehen abhängen und den möglichen Konsequenzen für einzelne Branchen."

Eine saisonal gute Entwicklung gab es im Oktober vor allem bei jungen Menschen: 3.845 unter 25-Jährige sind im Vergleich zum Vormonat bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern weniger arbeitslos gemeldet (-12,5 Prozent). Viele von ihnen konnten eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Der erhebliche Anstieg zum Vorjahr (+5.849/+27,7 Prozent) verdeutlicht jedoch, dass Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt weiterhin stark von der Coronakrise betroffen sind.

Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter hatten ihre Angebote für Arbeitslose zuletzt wieder stärker fokussiert. Ein besonderes Augenmerk gilt den Langzeitarbeitslosen, die besonders von der Coronakrise betroffen sind. „Viele Maßnahmen und Weiterbildungen konnten im Frühjahr nicht mehr stattfinden. Langzeitarbeitslose hatten kaum Chancen, einen neuen Job aufzunehmen", so Johannes Pfeiffer

So waren im Oktober insgesamt 87.945 Männer und Frauen in Niedersachsen langzeitarbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 16.039 Menschen mehr (+22,3 Prozent). Pfeiffer ergänzt: „Wir gehen verstärkt auf diese Menschen zu." Die Jobcenter starten schrittweise die Videokommunikation, um Kundinnen und Kunden weiterhin individuell beraten zu können. Hinzu kommen kreative Ideen wie das Format „Walk and Talk", bei dem Beratungskräfte bei einem Spaziergang an der frischen Luft mit ausreichend Abstand Gespräche führen können.

Mehr als halbe Million Kurzarbeiter im April

Erstmals liegen endgültige Zahlen zur Kurzarbeit für den April vor: Demnach haben 55.468 Betriebe für 537.365 Beschäftigte die Kurzarbeit in Anspruch genommen.

Insgesamt haben seit Beginn der Coronakrise 83.506 Unternehmen für bis zu 1.184.287 Beschäftigte Kurzarbeit vorsorglich angezeigt. Die Zahl der Anzeigen ist seit dem Hoch im April rückläufig. Zuletzt meldeten im Oktober noch 702 Betriebe für maximal 8778 Personen Kurzarbeit neu an. Die Anzeige gilt in der Regel für mehrere Monate.

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen wächst

Im Oktober wurden den niedersächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 15.172 Stellen gemeldet, 127 bzw. 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt aufgrund der Coronakrise zum Vorjahr weiterhin geringer aus. So sind die Stellenmeldungen um 349 zurückgegangen (-2,2 Prozent). Insgesamt befinden sich aktuell 62.776 freie Arbeitsstellen im Bestand, 10.528 weniger als vor einem Jahr (-14,4 Prozent).

Weitere Entwicklungen in Kurzform:

  • Die Zahl der Beschäftigten ist im August (hochgerechnete, aktuellste Daten) wieder leicht gestiegen. 3.045.000 Menschen waren demnach zuletzt sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind geringfügig weniger als vor einem Jahr (-7.700 / -0,3 Prozent).
  • Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen ausweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Oktober bei 329.685 Personen. Das waren 10,7 Prozent mehr als im Vorjahr.