29.10.2020 | Presseinfo Nr. 71

Niedersachsen: Nachspielzeit für das Ausbildungsjahr – Einstieg weiterhin möglich

Die Coronakrise hat auf dem Ausbildungsmarkt in Niedersachsen Spuren hinterlassen:

Es gab in diesem Jahr 9,5 Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber, es gab 5,8 Prozent weniger freie Ausbildungsstellen. Gründe hierfür sind unter anderem coronabedingte Verzögerungen während der Bewerbungsphasen sowie die Zurückhaltung vieler besonders hart betroffener Betriebe beispielsweise aus Hotellerie, Gastronomie und Handel. Obwohl das Ausbildungsjahr bereits im August und September begonnen hat, wird weiter intensiv daran gearbeitet, noch so viele Betriebe und Auszubildende wie möglich zusammenzubringen. Dabei geht es um Bewerberinnen und Bewerber, die noch auf der Suche sind, aber auch Schülerinnen und Schüler, die aktuell an den berufsbildenden Schulen ihre Schulpflicht erfüllen. Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Wir haben die Nachspielzeit für das Ausbildungsjahr eingeläutet. Die Agenturen für Arbeit und die Berufsschulen arbeiten unter dem Titel ,Brücke in Ausbildung‘ gemeinsam daran, Schülerinnen und Schülern, die noch in diesem Jahr eine Ausbildung aufnehmen möchten, den Weg in die Betriebe zu ebnen. Jetzt gilt es, alle Anstrengungen zu bündeln, um noch Jugendliche mit Ausbildungswunsch in betriebliche Berufsausbildung zu vermitteln. Es gibt noch rund 4.600 freie Stellen, die Betriebe schließen weiterhin Ausbildungsverträge ab. Wer einsteigen möchte, sollte sich umgehend bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden."

Zuletzt waren noch 3.042 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche, weitere 6.265 interessieren sich für eine Ausbildung, haben aber eine Alternative: Sie gehen auf eine weiterführende Schule, haben angefangen zu arbeiten, nehmen an einer Bildungsmaßnahme teil oder leisten gemeinnützige Dienste.

Entwicklungen in Niedersachsen, Stand September 2020

Gemeldete Stellen insgesamt: 53.498 (-3.280 bzw. -5,8%)

-davon noch unbesetzt: 4.596 (+2.194 bzw. +91,3%)

Gemeldete Bewerber/innen: 49.385 (-5.158 bzw. -9,5%)

-davon noch auf der Suche: 3.042 (+1.069 bzw.+54,2%)

-davon mit Alternative: 6.265 (-147 bzw. -2,3)

Top 10 der Berufe

Von den jungen Männern wählen 39 Prozent einen der zehn beliebtesten Berufe (s.u.), bei den jungen Frauen sind es sogar 56 Prozent – dabei gibt es mehrere hundert Ausbildungsberufe. Durch diese Konzentration auf wenige Wunschberufe kann es passieren, dass ein Jugendlicher in einem überlaufenen Ausbildungsberuf keine Stelle findet, während ein verwandter Ausbildungsplatz frei bleibt, nur weil der Beruf nicht so bekannt ist. Hier unterstützen und informieren die Berufsberatungsfachkräfte der Arbeitsagenturen die Jugendlichen. Ihnen wird empfohlen, die Vielfalt der Berufswelt zu erkunden. Im Online- Portal BerufeTV können sie sich Info-Filme anschauen und im BerufeNET die Details zu jedem Ausbildungsberuf in Deutschland erfahren. Ein Beispiel: Wer gerne Kaufmann oder Kauffrau werden möchte, hat mehr Auswahl als Einzelhandel und Büro. Es gibt rund 50 Berufe in diesem Feld: Kaufleute werden auch im Bereich Automobil, Immobilien, Informatik, Marketing und Tourismus ausgebildet.

Männlich

Kfz.Mechatroniker - PKW-Technik

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Verkäufer/in

Fachkraft - Lagerlogistik

Tischler/in

Kaufmann/-frau - Büromanagement

Industriemechaniker/in

Fachinformatiker/in - Systemintegration

Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung

Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik

Weiblich

Kaufmann/-frau - Büromanagement

Medizinische/r Fachangestellte/r

Verkäufer/in

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Friseur/in

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

Verwaltungsfachangest.- Kommunalverwalt.

Industriekaufmann/-frau

Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Immobilienkaufmann/-frau