01.12.2020 | Presseinfo Nr. 77

Niedersachsen: Arbeitslosigkeit sinkt trotz Corona-Unsicherheit

Die Lage am Arbeitsmarkt in Niedersachsen hat sich im November erneut verbessert.

Die vollständigen Auswirkungen des Lockdown Light werden allerdings erst in den kommenden Monaten sichtbar. Zuletzt waren am Stichtag im November 249.156 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 6.251 weniger als noch im Okto-ber (-2,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 41.367 (+19,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent.

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion der Niedersachsen-Bremen: „Die Signale auf dem Arbeitsmarkt waren in den letzten Monaten positiv, jedoch auch fragil. Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen führt zur Unsicherheit bei den Beschäftigten und Unternehmen. Trotz der Krise blicken wir auch schon einen Schritt weiter auf die absehbaren Strukturveränderungen in Niedersachsen und fördern Weiterbildungen. Wir unterstützen Unternehmen und Beschäftigte, damit sie gut auf die Herausforderungen der zunehmend erforderlichen Weiterbildung, auch mit Blick auf Transformation und Digitalisierung, vorbereitet sind."

Im November wieder deutlich mehr Unternehmen & Beschäftigte in Kurzarbeit

Angesichts der neuerlichen Beschränkungen („Lockdown Light") steigt die Zahl an kurzarbeitenden Unternehmen und Beschäftigten wieder an, nachdem sie in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesunken ist. Im November meldeten 6.145 Betriebe für maximal 61.599 Beschäftigte Kurzarbeit an. Wie viel Kurzarbeit am Ende tatsächlich genutzt und abgerechnet wird, lässt sich erst nach mehreren Monaten ermitteln.

Insgesamt haben seit Beginn der Coronakrise 90.035 Unternehmen für bis zu 1.251.169 Beschäftigte vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Für den Monat Mai liegen erstmals endgültige Zahlen zur Kurzarbeit vor. Demnach waren in Niedersachsen 48.053 Betriebe mit 503.972 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Ausbildungsmarkt: Noch immer finden Jugendliche und Arbeitgeber zusammen

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter vermitteln intensiv weiter. Gemeinsam mit den Partnern werden Schülerinnen und Schüler und Arbeitgeber beraten, um noch in diesem Jahr eine Ausbildung zu ermöglichen. Einige niedersächsische Unternehmen haben zuletzt noch freie Ausbildungsstellen für dieses Jahr gemeldet, so dass für viele Jugendliche noch Chancen bestehen, in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen zu können. Die Zahl der unbesetzten Stellen hat sich zum Vormonat aber halbiert: Von 4.596 auf derzeit 2.201 offene Ausbildungsstellen.

Auf der anderen Seite haben sich seit Ende September noch rund 3.500 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, so dass im letzten Monat 6.597 Bewerberinnen und Bewerber registriert waren. Davon haben 3.551 Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

„Am Ausbildungsmarkt geht es in die Verlängerung. Aufgrund der Coronakrise verschiebt sich in diesem Jahr alles nach hinten. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn haben junge Menschen ohne Ausbildung noch gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sowohl Arbeitgebern als auch Bewerbern stehen die Türen weiter offen. Es ist vorbildlich, wie viele niedersächsische Unternehmen sich in dieser schwierigen Zeit für den Nachwuchs engagagieren", betont Pfeiffer.

Zurückhaltung bei der Arbeitskräftesuche – Stellenbestand wächst dennoch

14.942 Arbeitsstellen wurden im November neu gemeldet, 230 weniger als im Oktober und 274 Stellen weniger als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite wächst der Stellenbestand. Momentan sind insgesamt 63.193 freie Arbeitsstellen gemeldet, 417 mehr als noch vor einem Monat. Der Vorjahresvergleich zeigt aber das Ausmaß der Pandemiefolgen: 6.751 Stellen weniger als 2019 (-9,7 Prozent).

Weitere Entwicklungen in Kurzform:

  • Die Zahl der Beschäftigten ist im September (hochgerechnete, aktuellste Daten) erneut leicht gestiegen. 3.064.100 Menschen waren demnach zuletzt sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 20.800 mehr als im Vormonat, jedoch 7.700 weniger als vor einem Jahr (-0,3 Prozent).
  • Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen ausweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im November bei 326.012 Personen. Das waren 9,3 Prozent mehr als im Vorjahr.