30.10.2019 | Presseinfo Nr. 57

Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt im Beratungsjahr 2018/2019

25 100 Bewerberinnen und Bewerber haben sich bei der Berufsberatung gemeldet

28 000 Ausbildungsstellen waren zu besetzen

Am Ende des Beratungsjahres waren 1 100 junge Frauen und Männer
weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Im Berufsberatungsjahr 2018/2019, das den Zeitraum von Oktober 2018 bis September 2019 umfasst, schalteten 25 100 junge Frauen und Männer die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle ein. Gegenüber dem Vorjahr waren dies 1 800 oder 6,7 Prozent weniger.

28 000 Stellen wurden gemeldet, 600 oder 2,2 Prozent weniger.

Bis zum 30. September konnten rund 1 100 Jugendliche ihre Ausbildungsplatzsuche nicht erfolgreich abschließen. 2 400 Ausbildungsstellen waren noch zu besetzen.

„Zum Ende des Beratungsjahres waren noch einige Ausbildungsstellen offen. Hier appelliere ich an die Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen. Noch ist es nicht zu spät und die Ausbildung kann noch begonnen werden. Bei Bedarf können die Agenturen für Arbeit oder die Jobcenter Hilfe leisten. Wir halten eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten vor.
Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort stehen gerne für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Ergebnisse im Beratungsjahr 2018/2019 im Einzelnen:

  1. Nachfrage nach Ausbildung

Von Oktober 2018 bis September 2019 haben rund 25 100 Jugendliche bei den Agenturen für Arbeit oder einem der Jobcenter nach einer Ausbildungsstelle nachgefragt, 1 800 oder 6,7 Prozent weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr. Unverändert macht sich hier die demografische Entwicklung und das zunehmende Interesse der jungen Menschen weiterführende Schulen zu besuchen oder ein Studium aufzunehmen bemerkbar.

Mehr junge Männer als Frauen suchten nach einem Ausbildungsplatz. Der Anteil der jungen Männer betrug 60,5 Prozent. Insgesamt waren
15 200 Männer gemeldet und 9 900 Frauen. Auch in diesem Beratungsjahr wiesen die Frauen höhere Schulabschlüsse nach. 30,9 Prozent der ausbildungssuchenden Frauen verfügten über die Fachhochschulreife
oder das Abitur, bei den Männern waren es dagegen 23,9 Prozent. Einen Hauptschulabschluss hatten 38,9 Prozent der jungen Männer und 30,1 Prozent der Frauen.

Gleichbleibend konzentrierten sich die jungen Frauen auf zehn Berufe. Bei 57,8 Prozent der weiblichen Ausbildungsplatzsuchenden standen die folgenden zehn Berufe im Vordergrund:

  • Verkäuferin

  • Kauffrau für Büromanagement

  • Medizinische Fachangestellte

  • Kauffrau im Einzelhandel

  • Friseurin

  • Zahnmedizinische Fachangestellte

  • Industriekauffrau

  • Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung

  • Tiermedizinische Fachangestellte

  • Hotelfachfrau

     

Bei den jungen Männern waren die Berufswünsche breiter gestreut. Bei 38,8 Prozent der Bewerber standen die folgenden Berufe ganz oben auf der Wunschliste:

  • Kfz.mechatroniker für PKW-Technik

  • Verkäufer

  • Kaufmann für Büromanagement

  • Kaufmann im Einzelhandel

  • Fachlagerist

  • Tischler

  • Industriemechaniker

  • Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik

  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

  • Fachinformatiker – Systemintegration

Zum Ende des Beratungsjahres hat der größte Anteil der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber (51,3 Prozent) eine Berufsausbildung aufgenommen. Für einen weiteren Schulbesuch, Studium oder Praktikum entschieden sich 15,8 Prozent der Jugendlichen. In Fördermaßnahmen, wie zum Beispiel berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder Einstiegsqualifizierung mündeten 2,9 Prozent ein. Andere Jugendliche haben beispielsweise eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, begannen einen sozialen Dienst oder einen Jugendfreiwilligendienst.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass ein Großteil der bei uns gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildung begonnen haben. Das ist die Grundlage für eine sichere Zukunft. Nach aktuellen Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben alle Personen, die eine Berufsausbildung gemacht haben, ein wesentlich geringeres Risiko arbeitslos zu sein. Während die Arbeitslosenquote bei Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung im Jahr 2018 nach den IAB-Berechnungen bei 3,4 Prozent lag, war sie bei Personen ohne Berufsausbildung mit 17,4 Prozent mehr als fünfmal so hoch“, so Heidrun Schulz.

Ende September waren noch 1 100 Bewerberinnen und Bewerber „unversorgt“, das heißt sie hatten weder einen Ausbildungsplatz noch eine
sonstige Alternative. Gegenüber dem Vorjahr ist diese Zahl um 300 oder 38,7 Prozent gestiegen. Hauptgrund dürften Passungsprobleme sein. Dies kann zum Beispiel die fehlende Mobilität sein, weil Ausbildungsbetrieb und Bewerber regional auseinanderliegen. Auch fachlich passen Berufswunsch und Ausbildungsplatzangebot nicht immer zusammen.

Auch in diesem Beratungsjahr war es insbesondere Jugendlichen, die schon in den früheren Jahren die Schule beendet haben, schwerer gefallen eine Lehrstelle zu finden. Ihr Anteil an den sogenannten unversorgten Bewerbern betrug 64,3 Prozent.

  1. Das Angebot an Ausbildungsstellen

Im Beratungsjahr 2018/2019 wurden 28 000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 600 oder 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die meisten Ausbildungsstellen waren für folgende Berufe gemeldet:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (1 800)

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement (1 420)

  • Verkäufer/in (1 220)

  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (730)

  • Industriekaufmann/-frau (720)

  • Fachkraft-Lagerlogistik (700)

  • Kfz.mechatroniker/in für PKW-Technik (650)

  • Handelsfachwirt/in (650)

  • Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik (630)

  • Medizinische/r Fachangestellte/r (620)

Ende September waren noch 2 400 Ausbildungsstellen zu besetzen, 140 oder 5,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die besten Chancen haben Bewerberinnen und Bewerber derzeit noch im Hotel- und Gaststättenbereich und im Verkauf. Aber auch für den Ausbildungsberuf des Kaufmanns – Büromanagement und des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik werden noch Bewerberinnen und Bewerber gesucht.

  1. Förderangebote der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter

Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter halten ein breit gefächertes Angebot bereit, um junge Menschen beim Berufseinstieg oder auch während der
Berufsausbildung zu unterstützen. Hierzu zählen zum Beispiel die Berufseinstiegsbegleitung, ausbildungsbegleitende Hilfen, Assistierte Ausbildung,
Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung. In diesem Jahr stehen hierfür insgesamt 88 Millionen Euro zur Verfügung.

Gerne beraten die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Berufsberatung vor Ort. Jugendliche können unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 Informationen einholen oder einen Termin vereinbaren. Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern steht die kostenfreie Telefonnummer 0800 4 5555 20 zur Verfügung.