01.09.2020 | Presseinfo Nr. 59

Der saarländische Ausbildungsmarkt

1 500 Ausbildungsstellen können noch besetzt werden

1 000 Jugendliche sind weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Am 1. August startete das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Von Oktober 2019 bis August 2020 wurden der Arbeitsagentur und den Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen) 6 400 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 900 oder 11,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 22 Prozent der gemeldeten Berufsausbildungsstellen stammen aus dem Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, dicht gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit einem Anteil von 21 Prozent.

Im August waren noch 1 500 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Gegenüber August 2019 sind dies 200 oder 12,4 Prozent weniger.

Insbesondere für folgende Ausbildungsberufe sind noch viele Stellen vorhanden:

•          Kaufmann/-frau im Einzelhandel

•          Verkäufer/in

•          Kaufmann/-frau - Büromanagement

•          Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk – Fleischerei

•          Anlagenmech. - Sanitär-/Heiz.-Klimatech

•          Fachverkäufer/in – Bäckerei

•          Koch/Köchin

•          Handelsfachwirt/in

•          Fachkraft - Lagerlogistik

•          Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

„In diesem Jahr gab es pandemiebedingt sowohl auf Unternehmensseite als auch auf Seite der Jugendlichen Unsicherheiten, die dazu führten, dass Ausbildungsverträge später oder noch gar nicht abgeschlossen wurden. Ich ermutige Betriebe sowie Bewerberinnen und Bewerber jetzt den Schritt zum Vertragsabschluss zu gehen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben beide Seiten noch gute Chancen. Diese sollten genutzt werden. Mit Blick auf die Unternehmen appelliere ich, den jungen Menschen Ausbildungsstellen anzubieten, um den Fachkräftebedarf im eigenen Haus zu sichern“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Betrachtet man die Bewerberseite so haben sich seit Oktober 2019
4 800 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, 200 oder 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind derzeit noch 1 000 junge Frauen und Männer, 90 oder 9,9 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor.

Rein rechnerisch gesehen stehen genügend Ausbildungsplätze für alle jungen Frauen und Männer zur Verfügung. Dennoch gibt es Gründe dafür, dass Angebot und Nachfrage nicht zusammentreffen. So passt zum Beispiel der Berufswunsch nicht zu der offenen Ausbildungsstelle oder die Ausbildungsstelle liegt in einer anderen Region, die für die Jugendlichen nicht oder nur schwierig zu erreichen ist.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter halten ein breit gefächertes Angebot bereit, um junge Menschen beim Berufseinstieg oder auch während der
Berufsausbildung zu unterstützen. Hierzu zählen zum Beispiel die Berufseinstiegsbegleitung, ausbildungsbegleitende Hilfen, Assistierte Ausbildung,
Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung.

Am 1. August startete das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“. Diese Ausbildungsprämien sollen kleinen und mittleren Unternehmen helfen, Ausbildungen auch in der Corona-Krise zu realisieren. Für dieses Bundesprogramm stehen deutschlandweit 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Betriebe können bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen folgende Prämien in Anspruch nehmen:

Betriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, erhalten eine Prämie, wenn sie ihr Ausbildungsniveau halten. Konkret können sie für jedes im Zeitraum vom 01. August 2020 bis 15. Februar 2021 beginnende Ausbildungsverhältnis 2.000 Euro erhalten.

Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen, kann eine Prämie von 3.000 Euro für jeden gegenüber dem früheren Niveau zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gezahlt werden. Auch diese Förderung gilt für Ausbildungsverhältnisse, die im Zeitraum von 01. August 2020 bis zum 15. Februar 2021 beginnen.

Ausbildungsbetriebe, die ihre Aktivitäten auch in der Krise fortsetzen und für Auszubildende sowie deren Ausbilder keine Kurzarbeit anmelden, werden besonders unterstützt. Vorgesehen ist eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. Sie greift für jeden Monat, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat. Diese Unterstützung ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Unternehmen, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden. Auch diese Unterstützung ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Ausbildungsbetriebe können unter  www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern prüfen, ob sie die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen. Die Antragsformulare mit ergänzenden Informationen stehen auf dieser Internetseite zum Download bereit.

Gerne beraten die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Arbeitsagentur über die Möglichkeiten des neuen Bundesprogramms. Interessierte Unternehmen erreichen den Arbeitgeberservice unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 20.

Folgen Sie uns auf Twitter.