01.09.2020 | Presseinfo Nr. 61

Der saarländische Arbeitsmarkt im August 2020

Erneut geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit auf nach wie vor hohem Gesamtniveau

Unternehmen fragten wieder Arbeitskräfte nach, allerdings weniger als im Vorjahr

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war rückläufig

Im August wurden etwas mehr Arbeitslose an der Saar gezählt. Die Betriebe meldeten mehr offene Stellen bei der Agentur für Arbeit. Die Zahl dieser Stellen lag jedoch deutlich unter der Zahl im Jahr 2019. Es gab weiterhin Anzeigen für Kurzarbeit. Die Anzahl war in den letzten Wochen stark rückläufig.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im August
41 800 Menschen arbeitslos. Das waren 200 oder 0,5 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit mit 7 800 Personen oder 23,0 Prozent im Plus.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag unverändert bei 7,8 Prozent. Im August 2019 betrug sie 6,4 Prozent.

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich nicht wesentlich weiter verschlechtert. Der monatliche Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich abgeschwächt. Allerdings wurden in den letzten vier Wochen deutlich mehr junge Menschen arbeitslos, die ihre Berufsausbildung beendet hatten. Ich gehe davon aus, dass diese gut ausgebildeten Fachkräfte zügig Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen können. Die Stellenzugänge bestärken mich darin“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im August bei 54 300 Personen. Das waren 5 600 oder 11,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Im Monat August meldeten sich 2 600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 600 oder 19,6 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Seit Jahresbeginn wurden 23 600 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 500 oder 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

2 300 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Plus von 300 oder 14,2 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten 15 900 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 3 400 oder 17,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

In den letzten vier Wochen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit insbesondere bei dem Personenkreis der Jüngeren und Langzeitarbeitslosen. In den letzten Jahren war die Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Menschen im Monat August bereits wieder rückläufig. In diesem Jahr beendeten viele junge Frauen und Männer später ihre Berufsausbildung, da die Prüfungstermine verschoben waren. Diejenigen, die vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden konnten, meldeten sich dadurch verspätet bei der Agentur für Arbeit.

7 300 offene Arbeitsstellen waren im August gemeldet, 1 700 oder 18,5 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Juni 2020 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 386 100 Beschäftigten 1,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Kurzarbeit

In der Corona-Krise haben bislang 11 600 Betriebe Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angezeigt. In diesen Anzeigen waren 160 700 Beschäftigte angegeben. Die meisten Personen waren in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, im Maschinenbau, in der Metallerzeugung und -bearbeitung, im Einzelhandel und in der Gastronomie betroffen.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im April 8 200 Betriebe für
85 600 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

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