Der saarländische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Mai 2023

Arbeitslosigkeit ist gesunken

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert über dem Vorjahresniveau

3 300 offene Ausbildungsstellen warten noch auf die passende Bewerberin bzw. den passenden Bewerber

31.05.2023 | Presseinfo Nr. 27

Im Mai wurden weniger arbeitslose Menschen im Saarland gezählt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unverändert über dem Vorjahreswert. Der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung: viele offene Ausbildungsplätze sind bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern gemeldet und warten auf den passenden Bewerber bzw. auf die passende Bewerberin.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Mai 2023 35 100 Frauen und Männer arbeitslos, 600 oder 1,6 Prozent weniger als im April. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 3 700 Arbeitslose oder 11,9 Prozent mehr gezählt.

Die Arbeitslosenquote* - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag im Mai bei 6,7 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 6,8 Prozent und vor einem Jahr 6,0 Prozent.

„Mit Blick auf die gemeldeten Arbeitsstellen ist erkennbar, dass die Kräftenachfrage der Unternehmen nachlässt. Obgleich mit derzeit 10 800 gemeldeten offenen Arbeitsstellen weniger Stellen gezählt werden als im Vorjahr, liegt die Zahl der Arbeitsstellen weiterhin über dem Niveau der Vor-Coronazeit. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt noch robust“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Mai bei 48 700 Personen. Das waren 4 800 oder 10,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Mai meldeten sich 1 900 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 300 oder 14,5 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 40 Personen oder 2,2 Prozent weniger.

1 800 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 200 oder 9,7 Prozent weniger als im April. Gegenüber Mai 2022 gelang es 60 arbeitslosen Menschen oder 3,3 Prozent weniger.

Betriebe meldeten in den vergangenen vier Wochen etwas weniger Stellen als im Vormonat. 2 000 neue Arbeitsstellen wurden bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern (in gemeinsamer Trägerschaft) registriert. Dies waren 100 oder 5,2 Prozent weniger. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Minus von 500 Stellen oder 20,1 Prozent verzeichnet.

Insgesamt waren im Mai 10 800 Stellen erfasst, 300 oder 2,3 Prozent weniger als im April und 1 400 Stellen oder 11,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (1 790), im Gesundheits- und Sozialwesen (1 520), im Verarbeitenden Gewerbe (1 510), im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1 160) sowie im Handel (1 090) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im März 2023 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 393 000 Beschäftigten 0,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem die öffentliche Verwaltung (plus 600 auf 26 100), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 600 auf 25 700) sowie der Bereich Information und Kommunikation (plus 400 auf 11 700).

Ein Rückgang war insbesondere bei der Zeitarbeit (minus 600 auf 8 500) erkennbar.

Kurzarbeit

Im Mai ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit etwas gestiegen. 30 Betriebe zeigten für rund 900 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im April waren es 15 Anzeigen für 500 Mitarbeiter.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Februar 2023 40 Betriebe für 500 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

Der saarländische Ausbildungsmarkt im Mai

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2022 haben 3 700 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies entspricht der Anzahl des Vorjahres. 6 300 Ausbildungsstellen waren bislang gemeldet, so viele wie im vergangenen Jahr.

Derzeit sind noch 1 700 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 3 300 offene Ausbildungsplätze.

„Ich ermutige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die auf den ersten Blick nicht zu den Traumkandidaten zählen. Junge Menschen entwickeln sich weiter und können zur begehrten Fachkraft im Unternehmen werden. Unsere Berufsberaterinnen und -berater unterstützen gerne in individuellen Gesprächen und zeigen unsere Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten auf“, sagt Heidrun Schulz.

Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.

Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.