30.09.2020 | Presseinfo Nr. 62

Der saarländische Arbeitsmarkt im September 2020

Rückgang der Arbeitslosigkeit
Kräftenachfrage steigt wieder an, liegt allerdings unter dem Vorjahreswert
Weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor einem Jahr

In den letzten vier Wochen ist die Zahl der Arbeitslosen im Saarland zurückgegangen. Insbesondere jüngere Menschen konnten die Arbeitslosigkeit beenden. Die Unternehmen fragten mehr Arbeitskräfte nach als im August. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war ein Rückgang zu verzeichnen. Die Anzeigen für Kurzarbeit waren rückläufig.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September 39 900 Frauen und Männer an der Saar arbeitslos, 1 900 oder 4,5 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit allerdings deutlich im Plus: 6 500 oder 19,6 Prozent Arbeitslose wurden im September mehr gezählt.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,5 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 7,8 Prozent und vor einem Jahr 6,2 Prozent.

„Im September hat sich die Situation auf dem saarländischen Arbeitsmarkt verbessert. Wir zählten weniger arbeitslose Frauen und Männer und die Unternehmen meldeten mehr Stellen als im August. Insbesondere bei den jüngeren Menschen reduzierte sich die Arbeitslosigkeit deutlich. Viele von ihnen nahmen eine Beschäftigung auf oder begannen eine Ausbildung. Auch wenn sich die Lage in den vergangenen vier Wochen entspannt hat, so ist es noch zu früh von einer Kehrtwende zu sprechen, denn im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Arbeitslose und weniger offene Arbeitsstellen gemeldet. Trotzdem stellt sich der Arbeitsmarkt im Saarland insgesamt immer noch robust dar. Wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt ist von mehreren Faktoren abhängig. Unter anderem spielen die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die Konsequenzen daraus eine maßgebliche Rolle“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 53 100 Personen. Das waren
5 000 oder 10,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

In den letzten vier Wochen meldeten sich 2 500 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 100 oder 3,5 Prozent weniger als im August. Seit Jahresbeginn wurden 26 100 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 700 oder 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

3 200 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Plus von 900 oder 37,2 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten 19 100 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 2 700 oder 12,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

2 100 offene Arbeitsstellen wurden im September gemeldet, 300 oder 16,6 Prozent mehr als im August. Die meisten Stellenzugänge wurden in der Zeitarbeit (370 Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (300 Stellen), im Handel (280 Stellen), bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (210 Stellen) und im Verarbeitenden Gewerbe (170 Stellen) gezählt. Insgesamt waren 7 300 Stellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1 600 oder 18,3 Prozent weniger.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Juli 2020 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 384 100 Beschäftigten 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der stärkste Rückgang ist dem Verarbeitenden Gewerbe (minus
5 600 auf 90 300), in der Zeitarbeit (minus 2 100 auf 8 200) und dem Gastgewerbe (minus 800 auf 9 800) zu verzeichnen.

Kurzarbeit

Insbesondere im März und April haben viele Betriebe Kurzarbeit angezeigt. In diesen Monaten wurde der Höchstwert von 10 500 Anzeigen für 139 100 Beschäftigte verzeichnet. Im Monat September wurden 80 Anzeigen für 2 200 Beschäftigte gezählt.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juni 5 400 Betriebe für
59 200 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

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