30.09.2020 | Presseinfo Nr. 63

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2020

Rückgang der Arbeitslosigkeit
Kräftenachfrage steigt wieder an, liegt allerdings unter dem Vorjahreswert
Weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor einem Jahr

In den letzten vier Wochen ist die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz zurückgegangen. Insbesondere jüngere Menschen konnten die Arbeitslosigkeit beenden. Die Unternehmen fragten mehr Arbeitskräfte nach als im August. Bezogen auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Anzeigen für Kurzarbeit waren rückläufig.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September 122 500 Frauen und Männer arbeitslos, 7 100 oder 5,5 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit allerdings deutlich im Plus:
27 000 oder 28,3 Prozent Arbeitslose wurden im September mehr gezählt.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,4 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 5,7 Prozent und vor einem Jahr 4,2 Prozent.

„Im September hat sich die Situation auf dem rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt verbessert. Wir zählten weniger arbeitslose Frauen und Männer und die Unternehmen meldeten mehr Stellen als im August. Insbesondere bei den jüngeren Menschen reduzierte sich die Arbeitslosigkeit deutlich. Viele von ihnen nahmen eine Beschäftigung auf oder begannen eine Ausbildung. Auch wenn sich die Lage in den vergangenen vier Wochen entspannt hat, so ist es noch zu früh von einer Kehrtwende zu sprechen, denn im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Arbeitslose und weniger offene Arbeitsstellen gemeldet. Trotzdem stellt sich der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz insgesamt immer noch robust dar. Wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt ist von mehreren Faktoren abhängig. Unter anderem spielen die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die Konsequenzen daraus eine maßgebliche Rolle“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 156 200 Personen. Das waren
20 900 oder 15,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

In den letzten vier Wochen meldeten sich 8 600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 600 oder 6,7 Prozent weniger als im August. Seit Jahresbeginn wurden 98 300 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 5 900 oder 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

10 600 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Plus von 2 300 oder 27,3 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten 70 000 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 4 200 oder 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

7 100 offene Arbeitsstellen wurden im September gemeldet, 600 oder 9,7 Prozent mehr als im August. Die meisten Stellenzugänge wurden in der Zeitarbeit (1 740 Stellen), im Handel (880 Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (740 Stellen), im Verarbeitenden Gewerbe (650 Stellen) und bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (510 Stellen) gezählt. Insgesamt waren
30 200 Stellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 10 100 oder 25,1 Prozent weniger.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juli 2020 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1 425 600 Beschäftigten 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der stärkste Rückgang ist im Verarbeitenden Gewerbe (minus 8 700 auf 315 800), im Gastgewerbe (minus 3 500 auf 44 300) und in der Zeitarbeit (minus 3 400 auf 26 800) zu verzeichnen.

Kurzarbeit

Insbesondere im März und April haben viele Betriebe Kurzarbeit angezeigt. In diesen Monaten wurde der Höchstwert von 37 300 Anzeigen für 423 500 Beschäftigte verzeichnet. Im Monat September wurden 250 Anzeigen für 3 400 Beschäftigte gezählt.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juni 18 900 Betriebe für
154 900 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

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