01.12.2020 | Presseinfo Nr. 70

Beschäftigung schwerbehinderter Menschen am saarländischen Arbeitsmarkt

Mehr schwerbehinderte Menschen in Beschäftigung
Agentur für Arbeit und Jobcenter stellen ein breit gefächertes Instrumentarium zur Integration schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zur Verfügung
Aktionswoche „Inklusion am Arbeitsplatz – gemeinsam verschieden sein - eine Chance zur Fachkräftesicherung“ vom 30. November bis 4. Dezember

Die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Schwerbehinderte Menschen arbeiten in allen Branchen; eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Verarbeitenden Gewerbe, der Öffentlichen Verwaltung sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen zu.

Die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen ergibt sich aus den Angaben der Arbeitgeber aus dem Anzeigeverfahren nach Sozialgesetzbuch IX*. Vom Jahr 2008 bis 2018 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten, die bei Unternehmen mit zwanzig oder mehr Arbeitsplätzen tätig waren, um 2 000 oder 18,6 Prozent. Im Jahr 2018 waren im Saarland 12 600 schwerbehinderte Personen beschäftigt. Insbesondere Frauen profitierten vom Beschäftigungsaufwuchs. So stieg in den letzten zehn Jahren die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Frauen von 3 600 im Jahr 2008 auf 5 100 Frauen im Jahr 2018. Dies entspricht einer Steigerung von 43,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Männer lediglich um 5,9 Prozent gestiegen.

Das Beschäftigungswachstum ist im Wesentlichen auf eine gestiegene Anzahl schwerbehinderter Beschäftigter im Alter von 55 bis unter 65 Jahren zurückzuführen. Die Zahl der Beschäftigten in dieser Altersgruppe hat gegenüber dem Jahr 2008 um 64,2 Prozent zugenommen (plus 2 500).

Das Verarbeitende Gewerbe, die Öffentliche Verwaltung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen nahmen eine wichtige Rolle bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ein. 32,3 Prozent aller beschäftigten Schwerbehinderten arbeiteten im Verarbeitenden Gewerbe, 18,8 Prozent in der Öffentlichen Verwaltung und 14,3 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Handel betrug der Anteil 8,3 Prozent.

„Es ist wichtig, dass wir die Beschäftigung schwerbehinderter Frauen und Männer weiter forcieren. Auch wir als Bundesagentur für Arbeit haben Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen beschäftigt. Inklusion ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Es ist das Miteinander und das gegenseitige Verständnis füreinander, das unsere tägliche Arbeit auszeichnet. Ich ermutige andere Unternehmen ebenfalls diesen Weg zu gehen und Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hoch motiviert. Sie bringen ihre Qualifikationen tatkräftig ein und dies Tag für Tag“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Vom 30. November bis 4. Dezember findet in diesem Jahr die Woche der Menschen mit Behinderungen statt. Das Motto dieser Woche lautet: „Inklusion am Arbeitsplatz – gemeinsam verschieden sein – eine Chance zur Fachkräftesicherung“. Diese Aktionswoche soll Unternehmen sensibilisieren bei Einstellungen auch Menschen mit Behinderungen in den Blick zu nehmen.

„Diese Aktionswoche ist für mich ein wichtiges Instrumentarium, um die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. Noch immer gibt es vereinzelt Vorurteile bei Arbeitgebern gegenüber Menschen mit Behinderungen. Die Beschäftigungsquoten bestätigen dies. Im Jahr 2018 lag die Beschäftigungsquote im Saarland bei 4,2 Prozent. Private Arbeitgeber erreichten eine Quote von 3,8 Prozent und öffentliche Arbeitgeber von 5,8 Prozent“, so Hüther.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter informieren und beraten gerne zum Thema „Beschäftigung behinderter Menschen“ und halten eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten bereit. So kann zum Beispiel bei Auszubildenden ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gezahlt werden oder ausbildungsbegleitende Hilfen gewährt werden. Unternehmen können zur Eingliederung von Frauen und Männern, die eine spezielle Einarbeitung benötigen, einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten. Die Förderhöhe und Förderdauer richtet sich nach der individuellen Situation des Beschäftigten und nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes. Ebenso kann eine Probebeschäftigung bis zu drei Monaten unterstützt werden. Zudem kann auch ein Zuschuss zur Weiterbildung gezahlt werden.

Interessierte Unternehmen können sich bei Interesse telefonisch unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 20 informieren.

Menschen mit Behinderungen Betroffene können unter der kostenfreien Servicenummer
0800 4 5555 00 Kontakt zur zuständigen Agentur für Arbeit aufnehmen.

Weitere Informationen zur Situation schwerbehinderter Menschen auf dem saarländischen Arbeitsmarkt befinden sich auf der Internetseite der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland unter Presse > Arbeitsmarktzahlen und Arbeitsmarktanalysen.