29.01.2021 | Presseinfo Nr. 6

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Januar 2021

Arbeitslosigkeit ist gestiegen
Unternehmen meldeten weniger offene Stellen
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unverändert unter dem Vorjahresniveau

Erneut ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz saisonbedingt gestiegen. Betriebe meldeten weniger Stellen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert unter dem Vorjahresniveau. Die Anzeigen auf Kurzarbeit gingen zurück.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Januar
125 700 Frauen und Männer arbeitslos, 9 800 oder 8,5 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 18 800 Arbeitslose mehr gezählt, ein Plus von 17,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag im Januar bei 5,6 Prozent und somit deutlich über der Quote von Januar 2020. Vor einem Jahr betrug sie 4,7 Prozent. Im Dezember 2020 lag die Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen. Dieser Anstieg ist jedoch im Januar üblich. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt dieser saisonal bedingte Anstieg sogar geringer aus. Dennoch müssen wir die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr im Blick behalten. Es sind noch immer mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Insbesondere langzeitarbeitslose Menschen sind von dieser Entwicklung betroffen. Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit ist besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung zu beobachten“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bun-
desagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Januar bei 158 700 Personen. Das waren
14 000 oder 9,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Im Januar meldeten sich 14 800 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 5 700 oder 62,9 Prozent mehr als vier Wochen zuvor.

6 100 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 900 oder 12,5 Prozent weniger als im Dezember 2020.

Unternehmen meldeten im Januar 5 400 offene Arbeitsstellen bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern (in gemeinsamer Trägerschaft). Dies waren 600 oder 10,8 Prozent weniger als im Dezember 2020 und 500 oder 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr.  Insgesamt waren im Januar 30 200 Stellen gemeldet, 4 600 oder 13,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit
(8 000), im Gesundheits- und Sozialwesen (3 680), im Handel (3 410), im Verarbeitenden Gewerbe (2 840) und im Baugewerbe (2 720) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im November 2020 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 455 500 Beschäftigten 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Sozialwesen (plus 1 900 auf 112 800), die öffentliche Verwaltung (plus 1 900 auf 98 300) und das Baugewerbe (plus 2 300 auf
97 500).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 9 100 auf
317 200) und im Gastgewerbe (minus 3 900 auf 42 600) festzustellen.

Kurzarbeit

Im Januar gingen weniger Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Insgesamt wurden 3 200 Betriebe gezählt, die für 26 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit anzeigten. Im Dezember waren es noch 3 700 Anzeigen für 28 000 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Oktober 9 700 Betriebe für 66 100 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt. Die meisten Kurzarbeiter wurden bislang im April mit 218 400 Beziehern in 28 300 Betrieben gezählt.

Folgen Sie uns auf Twitter.