08.03.2021 | Presseinfo Nr. 14

Frauen am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt

Immer mehr Frauen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt
Teilzeitbeschäftigung ist unverändert eine Frauendomäne
Beauftragte für Chancengleichheit bieten vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten

In den letzten Jahren ist die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen immer weiter angestiegen. Mitte vergangenen Jahres waren in Rheinland-Pfalz 666 700 Frauen sozialversicherungspflichtig tätig. Im Vergleich zum Jahr 2010 waren somit 105 100 Frauen oder 18,7 Prozent mehr erwerbstätig.

„Mit Blick auf die Arbeitszeit ist erkennbar, dass insbesondere die Teilzeitbeschäftigung zugenommen hat. Vom Jahr 2010 bis 2020 erhöhte sich die Teilzeitbeschäftigung der Frauen um 116 400 oder 51,3 Prozent auf 343 300 Beschäftigte. Die Vollzeitbeschäftigung ist dagegen in diesem Zeitraum gesunken und zwar um 11 300 oder 3,4 Prozent auf 323 400 beschäftigte Frauen“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Diese Zahlen belegen, dass Teilzeitbeschäftigung eine Frauendomäne ist. 81 Prozent der Teilzeitarbeitsverhältnisse werden von Frauen ausgeübt.“

Mehr als die Hälfte der Frauen arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Frauen betrug der Anteil im Gesundheits- und Sozialwesen 26,7 Prozent, im Handel 15,6 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe 11,3 Prozent.

Die Beschäftigungsquote* der Frauen in Rheinland-Pfalz betrug im Jahr 2020 54,9 Prozent und somit 0,2 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2019. Eine geringere Beschäftigungsquote wiesen Bremen mit 51,6 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 53,6 Prozent und das Saarland mit 53,9 Prozent aus. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigungsquote der Frauen im letzten Jahr bei 57,6 Prozent.

Die Beauftragten für Chancengleichheit in den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern bieten Frauen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten an. Diese reichen von Vermittlung und Beratung über notwendige Qualifizierung, Telefonaktionstage, frauenspezifische Veranstaltungen, zum Beispiel im Rahmen der Inforeihe „BiZ & Donna“, bis hin zu Bewerbungsseminaren sowie Coachingmaßnahmen. Um dem Gesundheitsschutz der Kundinnen und der Beauftragten für Chancengleichheit Rechnung zu tragen, werden alle Veranstaltungen derzeit online angeboten. Beratungen finden telefonisch statt. Des Weiteren können individuelle Anliegen per Mail thematisiert und geklärt werden.

So werben die Beauftragten für Chancengleichheit auch für die Möglichkeit der Teilzeitausbildung. Nicht immer können Auszubildende ihre Ausbildung in Vollzeit absolvieren. Manchmal lassen die persönlichen Rahmenbedingen wegen Kinderbetreuung oder Betreuung pflegebedürftiger Personen dies nicht zu. In solchen Fällen bietet die Ausbildung in Teilzeit die Gelegenheit, trotz eines eingeschränkten Zeitbudgets den Weg in die Berufswelt zu finden.

In diesen Fällen einigen sich Auszubildende und Betrieb auf eine individuelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Somit kann die Ausbildungszeit an die betrieblichen Abläufe und die Bedürfnisse der Auszubildenden angepasst werden. Eine Teilzeitausbildung ist in allen dualen Berufsausbildungen möglich. Sie führt zu einer Verlängerung der Ausbildungsdauer. Dabei spielen die schulische Vorbildung sowie eventuell vorhandene Berufserfahrung der Auszubildenden eine Rolle.

„Die Teilzeitausbildung ist eine sehr gute Möglichkeit einen abgeschlossenen Berufsabschluss zu erlangen. Unternehmen, die diese Möglichkeit anbieten, stellen sich attraktiv und flexibel für Ihren potenziellen Fachkräftenachwuchs auf und sie gewinnen motivierte und engagierte Auszubildende“, so Walter Hüther.

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*Die Beschäftigungsquote gibt den Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an der weiblichen Gesamtbevölkerung an.