18.03.2019 | Presseinfo Nr. 11

Auch in Sachsen haben Frauen geringere Löhne

Auch in diesem Jahr arbeiten die Frauen bis zum 18. März wieder umsonst, weil sie bei gleicher Arbeit öfters weniger Geld in der Tasche haben als Männer. Darauf macht der Equal Pay Day (#epd2019) aufmerksam. Der #EPD markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten und soll für mehr Fairness sorgen, indem Gleiches gleich bewertet wird – das gilt auch und vor allem für die Entlohnung von Arbeit.

„Erfreulich ist, dass In Sachsen die Beschäftigungsquote der Frauen mit über 64 Prozent bundesweit am höchsten ist. Sorge bereitet mir, dass Frauen für gleiche Arbeit - bei gleicher Qualifikation - häufig geringere Verdienste haben, als die Männer", sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Zahlen zeigen keine Veränderung beim Gender Pay Gap. Sie belegen, dass die Lohnlücke in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent (2017) betrug.

Auch in Sachsen gibt es Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann – bei Vollzeitbeschäftigten. So liegt das mittlere Einkommen der Frauen bei 2.447 Euro/Monat und damit 46 Euro unter dem Medialohn der Männer.

Betrachtet man die mittleren Einkommen der Vollzeitbeschäftigten nach Berufen, ergeben sich teilweise noch größere Unterschiede. So liegt das mittlere Einkommen einer Verkäuferin bei 1.748 Euro. Das sind 418 Euro weniger als das der männlichen Verkäufer (2.166 Euro).

Weitere Berufe im Vergleich: Equal Pay Day 2019 (PDF, 17 KB)

Frauen haben häufig ein geringeres Einkommen. Zum Beispiel weil

  • sie öfters als Männer Ausfallzeiten wegen der Familie (Pflege und Kinderziehung) in Kauf nehmen und ihnen deshalb weniger Zeit bleibt, um die Karriereleiter hochzuklettern,
  • sie häufiger Berufe wählen, die geringer entlohnt sind oder
  • sie seltener in Führungspositionen arbeiten.

Zusätzlich gibt es in den verschiedenen Branchen Lohnunterschiede für gleiche Berufe. Der Automobilverkäufer hat ein höheres Einkommen als die Textilverkäuferin.

Selbst bei identischer Erwerbsbiografie bleibt allerdings eine Lohnlücke zu Ungunsten der Frauen bestehen. Dafür gibt es dann keine sachlichen Gründe. Deshalb wird zum Equal Pay Day über den Wert und die Bewertung von männlicher und weiblicher Erwerbsarbeit aufgeklärt. Ziel ist eine Lohngerechtigkeit – gleiche Maßstäbe bei der Bewertung der Arbeit - für Mann und Frau.

"Fakt ist: Im immer größer werdenden Wettbewerb der Betriebe um Fachkräfte gewinnt der Betrieb, der faire Löhne zahlt, gute Arbeitsbedingungen bietet und Mitarbeiter unabhängig vom Geschlecht fördert. So lassen sich Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen und dann auch dauerhaft halten“, so Hansen abschließend.