29.05.2019 | Presseinfo Nr. 20

#ArbeitsmarktSachsen - Der sächsische Arbeitsmarkt im Mai 2019

Von April auf Mai ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen weiter gesunken. Mehr Frauen und Männer konnten eine Beschäftigung aufnehmen, weniger mussten sich arbeitslos melden und viele Menschen haben mit Qualifizierungen begonnen. Zeitgleich sind viele freie Arbeitsstellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Bei einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent waren im Mai 114.500 Menschen arbeitslos gemeldet.

„Alle drei Arbeitsmarktindikatoren verlaufen positiv. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt und die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Zurückzuführen ist das auf die aktuell guten Jobchancen – weil die Unternehmen händeringend Fachkräfte suchen und auf die verstärkte Unterstützung der arbeitslosen Menschen mit Qualifizierungslehrgängen. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter abnimmt und immer weniger Menschen auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Denn erstmals gibt es in Sachsen weniger als 200.000 erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger. Dennoch bleibt für uns viel zu tun und die Auswirkungen der gedämpften konjunkturellen Entwicklung werden wir im Blick behalten. Bisher sehe ich noch keine Trendwende auf dem sächsischen Arbeitsmarkt – trotz vereinzelter, regionaler Besonderheiten“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

 

Arbeitslosenzahl im Mai: 114.513
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (117.003):
-2.490 oder -2,1 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (125.918):
-11.405 oder -9,1 Prozent

 

Arbeitslosenquote im Mai:
5,4 Prozent

 

Arbeitslosigkeit

Insgesamt waren im Mai in Sachsen 114.513 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 2.490 (minus 2,1 Prozent) weniger und zum Vorjahresmonat 11.405 weniger Menschen arbeitslos gemeldet (minus 9,1 Prozent).

Im Mai wurden 31,9 Prozent aller Arbeitslosen (36.518) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 68,1 Prozent (77.995) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 1.766 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet (minus 4,6 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr sind es 156 Arbeitslose mehr (plus 0,4 Prozent). In den Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl zum Vormonat um 724 (minus 0,9 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11.561 (minus 12,9 Prozent) gesunken.

Die Arbeitslosenquote belief sich im Mai auf 5,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 0,5 Prozentpunkte. Damit erreicht die Arbeitslosenquote den bisherigen Tiefstand vom November 2018.

Beschäftigung

Im März 2019 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen über 1,61 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 18.100 berufstätigen Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,1 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 4.300) und im Baugewerbe (plus 3.800). Einen starken Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Sozialwesen (plus 3.200), im Verarbeitenden Gewerbe (plus 3.100), in der Information und Kommunikation (plus 2.300) sowie Verkehr und Lagerei (plus 2.200). In der Arbeitnehmerüberlassung ist ein Rückgang von 6.700 Beschäftigten zu verzeichnen.

Im langjährigen Vergleich liegt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 1,61 Mio. auf recht hohem Niveau. In keinem März seit 1999 waren mehr Menschen in Sachsen beschäftigt. Den Tiefstand erreichte die Beschäftigung in Sachsen im Jahr 2006. Damals waren im März 1,3 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 308.000 weniger als aktuell.

Arbeitskräftenachfrage

Im Mai haben sächsische Betriebe insgesamt 8.294 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 940 Stellen weniger als im April (minus 10,2 Prozent) und 1.845 weniger als im Mai 2018 (minus 18,2 Prozent).

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 37.928 freie Stellen gemeldet, 24 weniger als im April und 1.887 weniger als vor einem Jahr. 85,1 Prozent aller freien Stellen können in Vollzeit und fast 89,6 Prozent unbefristet besetzt werden.

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (10.551) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (4.650), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.402), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.474), dem Baugewerbe (2.965), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (2.553) und dem Gastgewerbe (1.764).

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 43.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im Mai 2019 haben über 49.000 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen vorübergehend der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung. Viele wurden mit Weiterbildungen (10.721) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (6.827) und an Aktivierungsmaßnahmen (7.894) teilgenommen oder wurden durch andere Träger unterstützt (9.831). Ein Teil der Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos – zum Beispiel wegen kurzfristiger Krankheit (3.511).

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitsuchenden – belief sich im Mai 2019 auf insgesamt 163.751 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum April 2018 um 2.350 oder 1,4 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 69,9 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Mai bei 7,6 Prozent.