01.07.2019 | Presseinfo Nr. 25

#ArbeitsmarktSachsen - Der sächsische Arbeitsmarkt im Juni 2019

Von Mai auf Juni ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen weiter gesunken. Mehr Frauen und Männer konnten eine Beschäftigung aufnehmen, weniger mussten sich arbeitslos melden und viele Menschen konnten mit Qualifizierungen gefördert werden. Zeitgleich sind viele freie Arbeitsstellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Bei einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent waren im Juni 112.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Rechnet man die 49.700 Frauen und Männer hinzu, die an Förderlehrgängen teilnehmen, deren Selbständigkeit gefördert wird oder die aktuell krankgeschrieben sind, liegt die Unterbeschäftigungsquote bei 7,5 Prozent – auf bisher geringstem Niveau.

„Die Lage auf dem sächsischen Arbeitsmarkt ist gut. Alle Arbeitsmarktindikatoren verlaufen stabil. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt und die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen befindet sich auf hohem Niveau. Diese Situation nutzen die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter, indem sie viele Menschen mit den passenden Förderangeboten unterstützen.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Erwerb von Kompetenzen und Fähigkeiten. Mit wirksamen Qualifizierungen helfen wir den Frauen und Männern, aktuelle und nachgefragte Kenntnisse zu erwerben. Aber auch Menschen die auf den ersten Blick kaum noch Chancen auf Arbeit haben, weil sie beispielsweise schon viele Jahre ohne Arbeit sind, werden unterstützt und von den Betrieben zunehmend eingestellt. Mit vollen Lohnzuschüssen helfen wir, Teilhabe mitzugestalten, indem wir für den Einzelnen Erfolge organisieren und seinen Weg in reguläre Beschäftigung begleiten.

Den Arbeitgebern, die hierbei mit uns an einem Strang ziehen, möchte ich meinen Dank aussprechen – sie gehen als Vorbild voran“, sagte Reinhilde Willems, Geschäftsführerin Operativ und Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Juni 111.907
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (114.513) -2.606 oder -2,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (122.990) -11.083 oder -9,0 Prozent
Arbeitslosenquote im Juni 5,3 Prozent
Arbeitslosigkeit

Insgesamt waren im Juni in Sachsen 111.907 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 2.606 (minus 2,3 Prozent) weniger und zum Vorjahresmonat 11.083 weniger Menschen arbeitslos gemeldet (minus neun Prozent).

Im Juni wurden 31,8 Prozent aller Arbeitslosen (35.542) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 68,2 Prozent (76.365) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 976 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet (minus 2,7 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr sind es 454 Arbeitslose mehr (plus 1,3 Prozent). In den Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl zum Vormonat um 1.630 (minus 2,1 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11.537 (minus 13,1 Prozent) gesunken.

Die Arbeitslosenquote belief sich im Juni auf 5,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 0,5 Prozentpunkte. Seit Einführung der Arbeitsmarktstatistik im Jahr 1991 war sie noch nie so gering wie heute.

Beschäftigung

Im April 2019 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen über 1,62 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 14.600 berufstätigen Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 0,9 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 3.900) und im Sozialwesen (plus 2.900). Einen starken Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Verarbeitenden Gewerbe (plus 2.700), im Baugewerbe (plus 2.500), in der Information und Kommunikation (plus 2.100) sowie Verkehr und Lagerei (plus 1.800). Aber auch in den Bereichen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (plus 1.300), im Gesundheitswesen (plus 1.100) sowie im Gastgewerbe (plus 900) sind in den vergangenen zwölf Monaten sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden. In der Arbeitnehmerüberlassung ist ein Rückgang von 6.700 Beschäftigten zu verzeichnen.

Im langjährigen Vergleich liegt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 1,62 Mio. auf recht hohem Niveau. In keinem April seit 1999 waren mehr Menschen in Sachsen beschäftigt. Den Tiefstand erreichte die Beschäftigung in Sachsen im Jahr 2005. Damals waren im April 1,32 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 292.742 weniger als aktuell.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juni haben sächsische Betriebe insgesamt 9.451 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 1.157 Stellen mehr als im Mai (plus 13,9 Prozent) und 683 weniger als im Juni 2018 (minus 6,7 Prozent).

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 38.425 freie Stellen gemeldet, 497 mehr als im Mai und 1.828 weniger als vor einem Jahr. 85,1 Prozent aller freien Stellen können in Vollzeit und 89,5 Prozent unbefristet besetzt werden.
 
Die meisten gemeldeten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (11.069) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (4.682), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.537), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.521), dem Baugewerbe (2.853), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (2.649) und dem Gastgewerbe (1.767).

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.

Unterbeschäftigung

Im Juni 2019 haben rund 49.700 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen vorübergehend der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung. Viele wurden mit Weiterbildungen (10.440) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (7.328) und an Aktivierungsmaßnahmen (8.167) teilgenommen oder wurden durch andere Träger unterstützt (9.485). Ein Teil der Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos – zum Beispiel wegen kurzfristiger Krankheit (3.609).

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitsuchenden – belief sich im Juni 2019 auf insgesamt 161.625 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juni 2018 um 9.440 oder 5,5 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 69,2 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Juni bei 7,5 Prozent.