11.07.2019 | Presseinfo Nr. 27

Bis 2030 gehen dem Arbeitsmarkt 200.000 Menschen verloren

Aktuell leben in Sachsen insgesamt 4,08 Millionen Menschen. Etwa zwei Drittel davon sind zwischen 15 und 65 Jahre alt und damit im erwerbsfähigen Alter. Ausgehend vom Jahr 2019 könnte sich bis 2030 dieser Teil der Bevölkerung nochmals deutlich, um bis zu 187.000 Menschen, auf 2,3 Millionen Menschen verringern. Mit diesem Bevölkerungsrückgang gehen dem Arbeitsmarkt auch viele wertvolle Fachkräfte verloren, die aktuell noch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sichern.

„Die Arbeitslosigkeit sinkt in Sachsen kontinuierlich und die sächsischen Betriebe haben einen zunehmenden Bedarf an Fachkräften mit aktuellen Kenntnissen. Neben einer hohen Motivation erwarten sie auch, dass die MitarbeiterInnen ihre Kenntnisse ständig an neue technische und digitale Anforderungen anpassen“, sagte Reinhilde Willems, Geschäftsführerin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Seit einigen Jahren gibt es in Sachsen mehr ältere Arbeitnehmer die aus dem Berufsleben aussteigen, als junge Menschen, die deren Platz einnehmen. So wird sich die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) bis zum Jahr 2030 um bis zu 187.000 Menschen verringern (minus 7,6 Prozent). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen leben aktuell rund 2,5 Millionen Menschen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren in Sachsen. Im Jahr 2030 wird dieser Teil der Bevölkerung auf etwa 2,3 Millionen schrumpfen.

Fakt ist: In den nächsten Jahren werden mehr Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge Menschen ins Berufsleben einsteigen. Gleichzeitig geht den sächsischen Betrieben viel Erfahrungswissen verloren. „Auf diese Entwicklung müssen wir uns klug vorbereiten.“, so Willems.

Die kräftigsten Rückgänge gibt es laut der 6. Bevölkerungsprognose in den ländlichen Regionen Sachsens. So nimmt die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Landkreis Görlitz, im Erzgebirgskreis, im Vogtlandkreis und dem Landkreis Zwickau ab. Hier geht fast jeder Fünfte dem Arbeitsmarkt verloren. Geringe Anstiege sind in den kreisfreien Städten Dresden und Leipzig zu verzeichnen.

Allein durch die Vermittlung von Arbeitslosen und Stärkung der dualen Ausbildung, können die demografischen Herausforderungen nicht gelöst werden. Denn dem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung um 187.000 Menschen stehen nur 111.000 arbeitslose Menschen gegenüber. „Daher ist das Thema Zuwanderung die Zukunftsaufgabe für Sachsen. Hierbei geht es um die Rückgewinnung der 140.000 Auspendler, der Rückkehrwilligen aus den anderen Teilen Deutschlands sowie um die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte“, so Willems.

Neben der Vermittlung, Beratung, und finanzieller Förderung bei der Beschäftigungssuche und -aufnahme gibt uns das Qualifizierungschancengesetz die Möglichkeit Beschäftigte in Betrieben finanziell bei der Qualifizierung zu unterstützen – ein Schlüssel um Know-how in den Betrieben aktuell zu halten.
Gleichzeitig bereiten wir uns auf das Fachkräftesicherungsgesetz vor, dass Anfang nächsten Jahres kommt und gezielt die Fachkräftezuwanderung regeln soll. Wir gehen davon aus, dass es den sächsischen Betrieben bessere Möglichkeiten zur Rekrutierung ausländischer Fachkräfte schaffen wird.

Die Arbeitgeberservices der Agenturen geben schon jetzt gerne Auskunft zu den Regelungen des Qualifizierungsschancengesetzes.

Reinhilde Willems - Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Sachsen
Reinhilde Willems - Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Sachsen