13.09.2019 | Presseinfo Nr. 33

Der sächsische Ausbildungsmarkt im August 2019

Zum Ausbildungsbeginn im September hatten 3.450 Jugendliche noch keinen festen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig waren noch 6.200 Lehrstellen unbesetzt. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sollten sich deshalb ganz schnell bei der Berufsberatung melden. Die Berufsberater wissen wo es jetzt noch freie Stellen gibt und helfen auch kurzfristig bei der Suche nach vielversprechenden Alternativen zum Wunschberuf. Um künftig die duale Ausbildung noch mehr in den Fokus der Jugendlichen zu rücken, beraten die Berufsberater künftig wöchentlich direkt in den Schulen und nutzen hierbei für die Jugendlichen neu entwickelte Online-Tools für die Berufswahl.

„Keiner darf verloren gehen. Deshalb sollten alle jungen Menschen, die noch auf der Suche sind, die Unterstützung der Berufsberatung nutzen. Für jeden gibt es einen Platz und Chancen – diese müssen ergriffen werden. Zusätzlich haben sich die Berufsberater zum Schuljahresbeginn neu aufgestellt. Sie beraten jetzt deutlich häufiger direkt in den Schulen. Wir sind ab sofort stärker dort, wo junge Menschen sind. Damit gibt es kürzere Wege für die Schüler und einen direkten Draht zum Berufsberater. So sind sie in Oberschulen ab der siebenten Klasse und in Gymnasien ab der neunten unterwegs – und das deutlich häufiger als bisher. Zeitgemäß und vernünftig ist hierbei, dass die Beratung zur dualen Ausbildung und zum Studium gleichwertig erfolgt, unabhängig von der besuchten Schulform“ sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
 

Statistik Ausbildungsmarkt
Gemeldete Ausbildungsbewerber 20.702
Unversorgte Ausbildungsbewerber 3.452
Gemeldete Berufsausbildungsstellen 20.533
Unbesetzte Berufsausbildungsstellen 6.214

Von Oktober 2018 bis August 2019 haben sich insgesamt 20.702 Mädchen und Jungen in den Agenturen für Arbeit gemeldet und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen. Im gleichen Zeitraum wurden den sächsischen Arbeitsagenturen 20.533 Ausbildungsstellen gemeldet.

Aktuell sind noch 3.452 Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 6.214 freie Ausbildungsstellen. Damit gibt es rein rechnerisch für jeden Bewerber mehr als eine freie Ausbildungsstelle. 

Die Wunschberufe der Jugendlichen sind seit vielen Jahren unverändert. So haben sich dieses Jahr viele junge Menschen für eine Ausbildung zum/zur:

 

  1. Verkäufer/in
  2. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  3. Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik
  4. Kaufmann/-frau - Büromanagement
  5. Fachlagerist/in
  6. Tischler/in
  7. Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung
  8. Mechatroniker/in
  9. Verwaltungsfachangestellter - Kommunalverwaltung
  10. Koch/Köchin


entschieden.

Auffällig ist, dass sich jeder dritte Jugendliche für einen der TOP 10 Wunschberufe entschieden hat. Etwa 65 Prozent haben sich auf einen anderen der insgesamt rund 330 Ausbildungsberufe festgelegt.
 
Besonders gute Chancen auf einen Lehrvertrag gibt es kurzfristig in Berufen, in denen die interessierten Bewerber rar sind. So stehen zum Beispiel in den Berufen …

 

  • Fachverkäufer – Lebensmittelhandwerk - Fleischerei
  • Mechatroniker - Kältetechnik
  • Fachverkäufer-Lebensmittelhandwerk - Bäckerei
  • Kfm.- Versicherung/Finanzen - Versicherung
  • Fleischer
  • Werkzeugmechaniker
  • Kaufmann - Spedition/Logistikdienstleistungen.
  • Zerspanungsmechaniker
  • Anlagenmechaniker - Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik
  • Elektroniker- Energie-/Gebäudetechnik
  • Konstruktionsmechaniker
  • Restaurantfachmann
  • Kaufmann - Groß-/Außenhandel - Großhandel
  • Dachdecker
  • Verfahrensmechaniker - Beschichtungstechnik
  • Karosserie-/Fahrzeugbaumechaniker-Karosserieinstandhaltung
  • Maurer
  • Elektroniker- Automatisierungstechnik
  • Tierwirt – Rinderhaltung

… jedem Bewerber mehr als fünf freie Lehrstellen gegenüber.

Damit sich künftig die jungen Menschen für passende Berufe mit guten Chancen entscheiden, bieten die Berufsberater eine frühzeitige Berufsorientierung. So startet die berufliche Beratung beim geplanten Schulabgang nach der zehnten Klasse bereits ab der Klassenstufe 7. An Gymnasien sind die Berufsberater ab der Klasse 9 unterwegs. „Wir wollen junge Menschen noch intensiver unterstützen und setzen deswegen früher an. Das schafft Zeit, um sich mit den Wunschberufen näher zu befassen, Alternativen zu finden und sich dann für den Beruf zu entscheiden“, sagte Hansen. Ziel ist es, flächendeckend an allen Schulen frühzeitig und wöchentlich zu beraten.

Da sich viele junge Menschen per Smartphone mobil informieren, setzen die Berufsberater künftig neben der persönlichen Beratung auf moderne Online-Angebote. Mit dem neuen innovativen Selbsterkundungstool SET erfahren junge Menschen welche Berufe zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen.

Um wirklich niemanden zu verlieren und jedem den Weg zur Fachkraft zu ermöglichen, werden in den beiden kommenden Jahren die Berufsschulen und Hochschulen eingebunden. „Wir wollen frühzeitig Perspektiven aufzeigen und einen guten Übergang in den Beruf ermöglichen. Denn ein Berufsabschluss und eine klare Vorstellung der beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind eine wichtige Grundlage, für dauerhaft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so Hansen weiter.

Über die Hotline der Bundesagentur für Arbeit können die Jugendlichen einen Termin mit ihrem Berufsberater vereinbaren.