28.02.2020 | Presseinfo Nr. 4

Frühjahresbelebung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt in Sicht

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit im Februar um rund 8.800 Frauen und Männer gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent. Von Januar auf Februar ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer auf dem sächsischen Arbeitsmarkt um 1.200 auf knapp 120.000 gesunken. Die Arbeitslosenquote hat sich damit um 0,1 Prozentpunkte verringert und liegt nun bei 5,6 Prozent.

„In den vergangenen vier Wochen haben sich über 9.000 Menschen in Arbeit abmelden können, 1.700 mehr als im Vormonat. Wir merken, dass die Saison-Ausschläge geringer werden, weil die Betriebe immer häufiger ihre Fachkräfte halten. Auch der Blick auf den gesamten Arbeitsmarkt in Sachsen ist positiv – trotz der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten ist er in einer robusten Grundverfassung. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt und die Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Das ist eine solide Grundlage, um die großen Herausforderungen im Kontext Demografie, Strukturwandel und Digitalisierung gemeinsam anzupacken. Wir investieren in die Kompetenzen der Menschen – egal ob sie arbeitsuchend oder beschäftigt sind. Denn der Schlüssel für die Fachkräftesicherung heißt Bildung. Für die berufliche Qualifizierung haben die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter ausreichend Geld. Damit helfen wir den Menschen und Unternehmen in Sachsen“, sagte Reinhilde Willems, Geschäftsführerin operativ der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Die Ansprechpartner der Agenturen für Arbeit und Jobcenter stehen mit Rat und Tat zur Seite. Unter www.arbeitsagentur.de  gibt es weitere Informationen und mobile Kontakt- und Serviceangebote.

Arbeitsmarktzahlen Februar 2020
Arbeitslosenzahl im Februar: 119.750
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (120.952):  -1.202 oder -1,0 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (128.545):   -8.795 oder -6,8 Prozent
Arbeitslosenquote im Februar:  5,6 Prozent


Arbeitslosigkeit

Insgesamt waren im Februar in Sachsen 119.750 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 1.202 (minus 1,0 Prozent) weniger und zum Vorjahresmonat 8.795 weniger Menschen arbeitslos gemeldet (minus 6,8 Prozent). Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bildet sich auch in der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab. Aktuell sind 9.700 Menschen mehr in Lohn und Brot, als vor einem Jahr.

Im Februar wurden 37,8 Prozent aller Arbeitslosen (45.309) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 62,2 Prozent (74.441) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 644 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet (minus 1,4 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr sind es 532 Arbeitslose weniger (minus 1,2 Prozent). In den Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl zum Vormonat um 558 (minus 0,7 Prozent) rückläufig und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8.263 (minus 10,0 Prozent) gesunken.
 
Die Arbeitslosenquote belief sich im Februar auf 5,6 Prozent, ein Minus von 0,1 Prozentpunkte gegenüber Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 0,4 Prozentpunkte.


Beschäftigung

Im Dezember 2019 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,63 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 9.700 berufstätigen Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 0,6 Prozent.
 
Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Gesundheitswesen (plus 4.200), im Bereich Heime und Sozialwesen (plus 3.300), im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 2.700) und im Bereich Information und Kommunikation (plus 2.000). Einen starken Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (plus 1.500), im Bereich Verkehr und Lagerei (plus 1.500) sowie im Gastgewerbe (plus 1.200).
In der Arbeitnehmerüberlassung ist ein Rückgang von 3.800 Beschäftigten zu verzeichnen. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser bei 2.400 Beschäftigten und im Bereich Erziehung und Unterricht bei 3.300 Frauen und Männern – zurückzuführen auf die Lehrerverbeamtung in Sachsen.


Arbeitskräftenachfrage


Im Februar haben sächsische Betriebe insgesamt 8.712 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 1.409 Stellen mehr als im Januar (plus 19,3 Prozent) und 2.085 weniger als im Februar 2019 (minus 19,3 Prozent).
 
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 37.134 freie Stellen gemeldet, 1.311 mehr als im Vormonat und 89 weniger als vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen können in Vollzeit und unbefristet besetzt werden.
Die meisten gemeldeten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (10.423) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (4.229), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.762), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.305), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (2.748), dem Baugewerbe (2.572), dem Gastgewerbe (1.691), dem Öffentlichen Dienst (1.426) sowie dem Bereich Verkehr und Lagerei (1.417).

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit und an jedem Ort abgerufen werden.


Unterbeschäftigung

Im Februar haben rund 46.000 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen vorübergehend der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung. Viele wurden mit Weiterbildungen (9.942) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (4.493) und an Aktivierungsmaßnahmen (7.924) teilgenommen oder wurden durch andere Träger unterstützt (8.173). Ein Teil der Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos – zum Beispiel wegen kurzfristiger Krankheit (4.119).
Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitsuchenden – belief sich im Februar auf insgesamt 165.787 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Februar 2019 um 8.674 Personen oder 5,0 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 72,2 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Februar bei 7,7 Prozent.