02.03.2020 | Presseinfo Nr. 5

Zahl der Job-Pendler gestiegen – Sachsen wird immer attraktiver

Die sächsischen Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Allein vergangenes Jahr wurden den Arbeitsagenturen und gemeinsamen Jobcentern über 103.000 freie Arbeitsstellen gemeldet. Gleichzeit ist die Zahl der Menschen, die Sachsen zum Arbeiten verlassen, weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr sind 140.600 Frauen und Männer ausgependelt, um einer Beschäftigung außerhalb des Freistaats nachzugehen. Das waren 1.000 mehr als vor einem Jahr. Kräftiger ist die Zahl der Einpendler gestiegen - auf bisher höchstes Niveau. Insgesamt haben vergangenes Jahr 128.500 Frauen und Männer aus anderen Bundesländern oder dem Ausland in Sachsen gearbeitet. Damit liegt der Pendlersaldo in Sachsen immer noch im negativen Bereich – es verlassen rund 12.000 Menschen mehr den Freistaat für die Arbeit, als jene die für eine Beschäftigung einpendeln. Das geht aus der neuen Jahresstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervor.

„Ich freue mich, dass es immer mehr Menschen nach Sachsen zieht. Denn Sachsen ist ein attraktives und modernes Land. Es tut mir nur weh, dass es immer noch deutlich mehr Auspendler gibt. Sächsische Unternehmen suchen händeringend gute Fachkräfte, die leider noch zu oft in andere Bundesländer fahren, um dort zu arbeiten. Das sollte mit dem Blick auf die hohen Fachkräftebedarfe nicht so bleiben. Sachsen braucht Zuwanderung und wir helfen dabei! Deshalb müssen künftig rückkehrwillige Menschen und Auspendler für Sachsen zurückgewonnen werden. Nur so bleiben sächsische Betriebe im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Vergangenes Jahr haben 140.583 Frauen und Männer ihre Heimat Sachsen verlassen, um in anderen Regionen zu arbeiten. Damit ist die Zahl der Auspendler aus Sachsen um 0,7 Prozent gestiegen. Im Jahr 2018 lag deren Zahl noch bei 139.583. Gleichzeit ist aber auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen gestiegen. Vergangenes Jahr sind 128.455 Menschen aus anderen Bundesländern und dem Ausland nach Sachsen gependelt, um einer Beschäftigung nachzugehen. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 1,2 Prozent.

Mit aktuell 128.455 Einpendlern und 140.583 Auspendlern liegt der Pendlersaldo bei minus 12.128. Damit gehen der sächsischen Wirtschaft immer noch viele Menschen und damit Fachkräfte verloren. Denn die meisten Auspendler sind Fachkräfte mit einer betrieblichen oder akademischen Ausbildung.

„Wir stehen vor der Aufgabe, gleichzeitig den demografischen Wandel, die Digitalisierung und tiefgreifende Veränderungen in einigen Branchen zu meistern. Ein Schlüssel dazu sind gut ausgebildete Fachkräfte, die wir stärker als bisher anziehen müssen. Gute Löhne sind dabei ein entscheidendes Kriterium, da haben wir an vielen Stellen in Sachsen noch großen Aufholbedarf. Das sehen wir auch ganz deutlich bei den Gründen für das Pendeln in ein anderes Bundesland. Wir brauchen insgesamt einen Kulturwandel hin zu einem sozialpartnerschaftlichen Verständnis von Wirtschaft und Arbeit, wir brauchen ‚Gute Arbeit für Sachsen‘. Die Arbeitnehmer sind keine Bittsteller, sondern wichtige Säulen des wirtschaftlichen Erfolges unseres Landes. Gute Wirtschaft und gute Arbeit sind zwei Seiten ein und derselben Medaille“, sagte Martin Dulig, Sachsens Arbeitsminister.

Damit rückkehrwillige Menschen und Auspendler wieder in die Heimat kommen, veranstalten die Arbeitsagenturen in Sachsen viele Veranstaltungen, beteiligen sich an Messen und bieten die Rückkehrberatung außerhalb der regulären Öffnungszeiten an. Zusätzlich können auch Pendler und Rückkehrwillige Menschen über die Jobbörse der BA ein kostenfreies Online-Job-Profil anlegen und sich über diesen Weg zu freien Jobangeboten in der Heimat informieren lassen.

Sachsen wird immer attraktiver und zieht immer mehr Menschen zum Arbeiten an

Sowohl die Einpendlerzahlen, als auch die Auspendlerzahlen sind vergangenes Jahr gestiegen. Auffällig ist, dass die Einpendlerzahlen wiederholt deutlich kräftiger (absolut und prozentual) gestiegen sind, als die Auspendlerzahlen. Das ist ein Indiz für die zunehmende Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sachsen und natürlich mit der hohen Einstellungsbereitschaft der sächsischen Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel der Dienstleistung und dem traditionellen Handwerk verbunden.

Jeder 13. Beschäftigte in Sachsen ist ein Einpendler

Im Juni 2019 haben 128.455 Frauen und Männer ihren Wohnort verlassen, um in Sachsen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen. Die meisten Einpendler kommen aus Einpendler kommen aus:

Statistik Einpendler
Sachsen- Anhalt  34.878
Thüringen  21.802
Ausland   21.268
Brandenburg  17.963
Bayern     7.130
Berlin  6.019
Nordrhein-Westfalen 4.911

Fast jeder zwölfte Sachse pendelt in andere Bundesländer zum Arbeiten

Im Juni 2019 haben 140.583 Menschen ihren Wohnort Sachsen verlassen, um in anderen Bundesländern zu arbeiten. Die meisten Auspendler arbeiteten in:

Statistik Auspendler
Bayern  26.542
Sachsen-Anhalt 24.790
Thüringen 16.820
Brandenburg 16.055
Nordrhein-Westfalen 12.772
Berlin 11.105
Baden-Württemberg 10.902

Trotz verschiedener Arbeitslosenquoten bleiben Herausforderungen gleich

Trotz der bisher guten Entwicklung und der aktuell guten Situation gibt es große Herausforderungen, die den Arbeitsmarkt und die Arbeitswelt beeinflussen. Dazu gehören die Auswirkungen der Demografie und der Digitalisierung auf den sächsischen Arbeitsmarkt. Die Arbeitsagenturen und Jobcentern helfen, die Auswirkungen des Demografischen Wandels und der Digitalisierung zu bewältigen. Dabei setzen sie auf Menschen, die bisher zu wenig vom guten Arbeitsmarkt profitieren konnten und unterstützen gezielte Zuwanderung – vor allem gegenüber Pendlern und Rückkehrern aus den alten Bundesländern.

Geld ist das Hauptmotiv für Pendler

Die Motive für das Pendeln können sein: Verdienste, Arbeits- oder Rahmenbedingungen (Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeitszeitverteilung, Karrierechancen etc.), gute Infrastruktur in benachbarte Länder.

 

Jeder Mensch entscheidet sich selbst, zu welchen Bedingungen er arbeitet und welche Kompromisse er dafür bereit ist einzugehen. Fakt ist: Rechnerisch lohnt sich pendeln allein wegen des Mehrverdienstes in westdeutschen Ländern unterm Strich nicht immer.

847 Euro verdient man mehr, wenn man in Westdeutschland arbeitet (Medianlohn Sachsen: 2.587 und Westdeutschland: 3.434). Von diesem Mehrverdienst gehen dann aber die Kosten des Pendels ab. Dazu gehören beispielsweise die doppelte Haushaltsführung, Fahrkosten, verlorene Zeit für Kinder und Familie.