Fragen und Antworten zur Grundsicherung und zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung

Vier Schritte zum Arbeitslosengeld II:
  1. Melden Sie sich sofort arbeitsuchend (telefonisch).
  2. Beantragen Sie hierbei Arbeitslosengeld II.
  3. Füllen Sie den Antrag auf Arbeitslosengeld II aus (Online).
  4. Geben Sie Ihre Antragsunterlagen in Ihrem Jobcenter ab - Briefkasten.

Hier geht es zum Online-Wegbegleiter.

Wozu dient Arbeitslosengeld II?

Das Arbeitslosengeld II soll das gesetzlich normierte Existenzminimum und somit ein menschenwürdiges Dasein sichern. Die Leistung unterliegt dem sogenannten Nachrangigkeitsprinzip. Bevor der Staat Leistungen erbringt, ist daher zu prüfen, ob andere Stellen und Familienmitglieder für die Sicherstellung des Existenzminimums einstehen müssen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben Sie, wenn Sie

  • erwerbsfähig sind,
  • im Alter von 15 Jahren bis zum gesetzlichen Regelrenteneintrittsalter sind,
  • Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und
  • hilfebedürftig sind.

Anders als beim Arbeitslosengeld wird bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II die Bedarfsgemeinschaft betrachtet. Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft ist, wer in einem ge-meinsamen Haushalt lebt und diesen „wirtschaftlich gemeinsam betreibt“. Ausgenommen sind davon Großeltern, Onkel und Tanten.
Der Antrag wird von einer Person gestellt, diese übt die Bevollmächtigung für die übrigen Familienmitglieder aus.

NEU: Für eine Antragstellung im Zeitraum 01.03.2020 – 30.06.2020 wurden die Voraussetzungen erleichtert:

  •  keine Berücksichtigung von Vermögen für 6 Monate (Ausnahme erhebliches Vermögen)
  • Mietkosten werden für die Dauer von 6 Monaten als angemessen anerkannt

Onlinerechner zur unverbindlichen Eigenprüfung

Wer kann Arbeitslosengeld II beantragen und wo?

Arbeitslosengeld II können sowohl erwerbslose als auch erwerbstätige Personen erhalten. Reicht Ihr Einkommen nicht (mehr) aus, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern, können Sie einen entsprechenden Antrag stellen.
Die Antragstellung wirkt auf den Ersten des Monats zurück, so dass sich im Regelfall selbst durch eine Verzögerung in der Antragstellung keine negativen Auswirkungen für Sie ergeben.
Arbeitslosengeld II ist bei Ihrem örtlich zuständigen Jobcenter zu beantragen. Die Antragstellung kann formlos erfolgen.


Sie können den vereinfachten Antrag inklusive der notwendigen Anlagen und die Merkblätter aus dem Internet herunterladen.
Sie können den Alg II-Antrag einschließlich der erforderlichen Unterlagen einscannen und an das für Sie zuständige Jobcenter mittels E-Mail versenden.

Ein Antrag auf Arbeitslosengeld II kann auch telefonisch oder postalisch gestellt werden. Entweder werden Sie im Telefonat auf die Antragsunterlagen im Internet hingewiesen oder es werden Ihnen die Antragsunterlagen per Post zugeschickt. Der ausgefüllte und unter-schriebene Antrag kann auch in den Hausbriefkasten der des zuständigen Jobcenters geworfen werden.


Welche Unterlagen werden benötigt?

Damit Ihr Antrag so schnell wie möglich bearbeitet werden kann, reichen oder senden Sie bitte alle erforderlichen Unterlagen bei Ihrem Jobcenter ein.

  • aktuelle Kontoauszüge
  • Mietvertrag und Nachweise über die Neben- und Heizkosten
  • Einkommens- und Vermögensnachweise
  • Möglichst eine Kopie des Ihres Personalausweises oder einem alternativen Ausweis-dokument.

Die persönliche Identitätsprüfung muss nach Wiedereröffnung der Dienststelle mit Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments nachgeholt werden. Hierfür werden Sie vom zuständigen Jobcenter eingeladen.
Versäumen Sie diese Aufforderung zur persönliche Arbeitslosmeldung, wird bereits bewilligtes Arbeitslosengeld aufgehoben bzw. der Antrag abgelehnt.


Informationen für Selbständige zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung (§ 28a SGB III)

Soweit ein Selbständiger ein freiwilliges Versicherungspflichtverhältnis zur Arbeitslosenversicherung hat, sind (bisher) zwei Unterbrechungen der Selbständigkeit mit Bezug von Arbeitslosengeld für das Fortbestehen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung unschädlich.

Aktuell besteht die Gefahr, dass Selbständige unverschuldet eine mehr als zweimalige Unterbrechung der Selbständigkeit in Kauf nehmen müssen oder mit der Beitragszahlung in Verzug geraten.

Um Nachteile zu vermeiden, die aus der unverschuldeten Unterbrechung der Selbständigkeit aufgrund der Corona-Pandemie für die freiwillige Arbeitslosenversicherung entstehen, ist folgende Anpassung der Regelung zu erwarten:

  • Es sind mehr als zweimalige unverschuldete Unterbrechungen der Selbständigkeit aufgrund der Corona-Pandemie befristet (zunächst bis 30.09.2020) unschädlich
  • Möglichkeit der Beitragsstundung für ggf. entstehenden Zahlungsverzug bei der Beitragszahlung

Weitere Informationen finden Sie hier.