Der sächsische Arbeitsmarkt im April 2023

Nur geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit im April.

05.05.2023 | Presseinfo Nr. 7

Der übliche Rückgang der Arbeitslosenzahlen im April fiel 2023 vergleichsweise gering aus: Rund 131.000 Menschen waren bei den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern arbeitslos registriert. Das sind rund 700 weniger als im März und entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent.

„In den vergangenen Wochen haben in Sachsen 9.000 Frauen und Männer eine neue Beschäftigung aufgenommen und konnten sich deshalb aus der Arbeitslosigkeit abmelden – das waren fast 1.300 mehr als im März. Dennoch rechnen wir nicht mehr mit einer nennenswerten Frühjahresbelebung, wie wir sie kennen. Erfreulich ist auch, dass in den vergangenen Wochen wieder viele Menschen mit Beschäftigungsmaßnahmen oder anderen Qualifizierungsangeboten unterstützt wurden, um sie fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Hilfreich ist, dass immer mehr Unternehmen mit ihren Mitarbeitenden die Chancen der beruflichen Weiterbildung erkennen. Wir helfen dabei und haben dafür extra Beraterinnen und Berater in allen Arbeitsagenturen, die zur beruflichen Weiterbildung beraten, passende Angebote vorhalten und Fragen der Finanzierung beantworten“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im April:

130.930

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (131.635):

-705 oder -0,5 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (112.663):

+18.267 oder +16,2 Prozent

Arbeitslosenquote im April:

6,2 Prozent

Arbeitslosigkeit: 130.930 Arbeitslose in Sachsen

In Sachsen waren im April rund 131.000 Männer und Frauen arbeitslos – etwa 700 weniger als im März (minus 0,5 Prozent) und über 18.000 mehr als vor einem Jahr (plus 16,2 Prozent). Somit sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkt auf 6,2 Prozent. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten registrierten im April der Erzgebirgskreis und Mittelsachen (je 5,0 Prozent), die höchsten Görlitz (8,3 Prozent) und Chemnitz (8,4 Prozent). Knapp 89.000 arbeitslose Männer und Frauen in Sachsen wurden von den Jobcentern betreut (67,8 Prozent), die Agenturen für Arbeit unterstützten etwa 42.000 erwerbslose Menschen (32,2 Prozent).

Krieg in der Ukraine: 10.884 arbeitslose Menschen aus der Ukraine gemeldet

Im April waren in Sachsen rund 10.900 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet, 420 mehr als im März und 10.353 mehr als im Februar 2022. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 haben sich insgesamt fast 1.900 arbeitslos gemeldete ukrainische Frauen und Männer in Arbeit abgemeldet und damit ihre Arbeitslosigkeit beendet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer ukrainischen Staatsbürgerschaft ist zwischen Februar 2022 und Februar 2023 um 3.000 auf 5.500 gestiegen. Damit zeigen die neusten Hochrechnungen, dass sich die Beschäftigungszahlen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt haben (plus 120 Prozent). Auch die Zahl der ausschließlich geringfügigen Beschäftigten (Minijobber) ist sich im gleichen Zeitraum um 900 auf 1.200 gestiegen (plus 340 Prozent).

Kurzarbeit: 8.300 Kurzarbeiter in 700 Betrieben

Im Januar 2023 waren rund 8.300 Personen in etwa 700 sächsischen Betrieben von Kurzarbeit betroffen. Somit befanden sich 0,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, weniger als im Vormonat (10.000 Personen in 600 Betrieben). Im Zeitraum vom Februar 2023 bis April 2023 haben 650 Unternehmen erneut Kurzarbeit aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit angezeigt: für rund 10.000 Beschäftigte.

Beschäftigung: 1.638.500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen ist laut Hochrechnung im Februar wieder leicht gestiegen: um 600 Personen im Vergleich zum Januar und um 3.400 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieses Plus im Jahresvergleich geht vor allem zurück auf die die Wirtschaftsbereiche Information und Kommunikation (plus 2.400), Heime und Sozialwesen (plus 2.000), Immobilien, freiberufliche und technische Dienstleistungen (plus 2.000) sowie die Metall-, Stahl- und Elektroindustrie (plus 1.400). Beschäftigungsrückgänge gab es beispielsweise bei der Arbeitnehmerüberlassung (minus 3.000), im Bereich Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (minus 2.400) und im Baugewerbe (minus 2.100).

Arbeitskräftenachfrage: 39.263 freie Stellen

Die Unternehmen in Sachsen haben im April einen Bedarf an 7.285 Arbeitskräften neu gemeldet – 72 mehr als im März und 1.361 weniger als vor einem Jahr. Demnach sind derzeit etwas mehr als 39.000 freie Stellen bei den sächsischen Agenturen für Arbeit und den Jobcentern registriert. Alle freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.

Unterbeschäftigung: 38.200 Personen zählen nicht als arbeitslos

Insgesamt 38.200 Frauen und Männer in Sachsen haben im April an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung – zum Beispiel wegen Arbeitsunfähigkeit (3.300). In Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen befanden sich 4.600 Personen, eine berufliche Weiterbildung besuchten 5.200 Menschen, 14.000 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch die Zuweisung in einen Integrationskurs des BAMF) und 3.400 nahmen an Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs) teil. Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitsuchenden – summiert sich im April auf 169.126 Personen. Das sind 1.159 weniger als im Vormonat und 23.222 mehr als im April 2022. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 77,4 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im April bei 7,9 Prozent.

Grundsicherung: 144.642 Bedarfsgemeinschaften mit finanzieller Unterstützung

Laut Hochrechnung waren im April erneut weniger Bedarfsgemeinschaften auf die finanzielle Unterstützung der sächsischen Jobcenter angewiesen – die Zahl sank im Vergleich zum März um 1.156, in Bezug zum Vorjahresmonat sind es jedoch 11.361 Bedarfsgemeinschaften mehr, was auf die Unterstützung der Menschen aus der Ukraine zurückzuführen ist. Insgesamt wurden im April 180.753 erwerbsfähige Personen mit Leistungen der Grundsicherung unterstützt – das sind 1.980 weniger als im Vormonat und 16.482 mehr als im April 2022.

 

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